Fischerbach Räte in "Geheimnisse der Ampelschaltung" eingeweiht

Einer fährt, drei müssen warten: die typische Verkehrssituation vor der Unterführung ins Industriegebiet Mühlegrün. Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Fischerbach (dor). Auf Einladung von Bürgermeister Thomas Schneider ist Roland Gäßler, der Amtsleiter vom Ortenauer Straßenbauamt in der Gemeinderatsitzung in Fischerbach Rede und Antwort zu der für die Fischerbacher Bürger derzeit unbefriedigende Ampelschaltung am Abzweig Mühlegrün gestanden.

Sein Mitarbeiter Peter Arnold, im Amt zuständig für die Lichtsignalanlagen der Haslacher Ortsdurchfahrt, weihte die Räte in die "Geheimnisse der Ampelschaltung" ein. Ziel der Umprogrammierung war es, für den Verkehrsfluss in Haslach eine optimale Lösung zu ermöglichen. Diese "läuft" von 6 bis 12 Uhr am Vormittag in Richtung Hausach und ab 12 Uhr in Richtung Offenburg. Ein- und Abbieger aus Fischerbach bei der Mühlegrün-Unterführung seien in diesem Optimierungskonzept Störgrößen, deren Minimierung dem Hauptziel untergeordnet worden wären, gab der "Ampelverantwortliche" unumwunden zu. Hinzu kämen Sicherheitsvorgaben der Polizei. So könne das Grünsignal Richtung Hausach beziehungsweise für die Linksabbieger nach Fischerbach nicht als "Vollscheibe" gefahren werden, da die Linksabbieger die Grünphase des Gegenverkehrs beachten müssten und diese Gefahrensituation bundesweit statistisch für 18 Unfälle pro Tag ursächlich sei.

Die Lösung "Rechtspfeil" für unsignalisiertes Abbiegen sei ein Relikt der DDR und für Straßen mit komplexen Ampelsteuerungen keine Lösung. Mit dem Rechtspfeil könnten Fahrzeuge "unkontrolliert" einfahren, am "Knoten Vier", der Ampel an der Einmündung der B 294 in die B 33, "garantiert" im Stau stehen und nebenbei über sechs Ampeln hinweg benötigten Stauraum vor dem Knoten Vier zustellen.

Daher könne für die Abbiege-Verkehre am Mühlengrün nicht vom "120er-Programm" abgewichen werden. Diesem unterlägen übrigens auch die Radfahrer und Fußgänger an der benachbarten Ampel, die vor der Programmumstellung immer sofort Grün bekommen hätten, sich jetzt aber auch bis zu 120 Sekunden gedulden müssten.

Als Fazit der gut halbstündigen Diskussion stand einmal mehr die Feststellung, dass auch sechs für eine grüne Welle geschaltete Ampeln die Umgehungsstraße nicht ersetzen können. Für die Abendstunden versprachen Gäßler und Arnold, eine verkehrsabhängige Programmauswahl zu prüfen.

Via Video- und Wärmebildkameras könne das System darin erkennen, ob der Durchgangsverkehr nachgelassen habe und für den Abbiegeverkehr das 120er- auf ein 90er- oder vielleicht sogar in den Nachtstunden 60er-Programm heruntergefahren werden könne.

Abschaltung der Ampeln ist wegen der nicht Bauverhältnisse möglich

Eine Abschaltung der Ampeln beim Mühlengrün dürfe aufgrund der besonderen baulich bedingten Sichtverhältnisse nicht erfolgen.

Bürgermeister Schneider zeigte sich ob dieses kleinen Teilerfolgs zufrieden, brächte er doch ein Stück Verbesserung für die Fischerbacher, ohne dass sich die Verkehrsituation für Haslach verschlechtere.

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