Fischerbach Natter-Kalamitäten und Windräder

Bürgermeister Thomas Schneider bewertet die Entwicklung der Gemeinder Fischerbach insgesamt als positiv. Foto: Merck Foto: Schwarzwälder Bote

Eine Rückschau auf das in 2018 für die Gemeinde Erreichte und eine in den Finanzzahlen Hoffnung machende Vorschau auf 2019 hielt Bürgermeister Thomas Schneider beim traditionellen Neujahrsempfang. Er fand wie immer im "Dach der Vereine" statt.

Fischerbach. Zahlreiche Funktionsträger aus Wirtschaft und Politik, allen voran die CDU-Landtagsabgeordnete Marion Gentges, lauschten gebannt den Ausführungen, zwischen die Schneider mal kleinere, mal größere Einwürfe für die Bedeutung des Ehrenamts für das Gemeinwesen gestreut hatte.

Mit der Beregnungsanlage bei den Sportanlagen – mit viel Engagement und fachlicher Expertise von den Bauhofmitarbeitern angeleitet durch ein Fachunternehmen in "Rekordzeit" unter die Erde gebracht – und den beiden Löschteich-Projekten "Turm" und "Mitteltal" mit Leuchtturm-Charakter für den Fischerbacher Außenbereich wurden zwei private Unternehmungen gefördert. Auch den Bau der neuen Windräder auf dem Nillkopf wertete Schneider als positiv für die Gemeinde, produzieren sie doch seit November CO 2- und atommüllfreien Windstrom.

Dank der positiven Geburtenentwicklung und des Vertrauens der Eltern in die pädagogische Qualität konnte eine weitere Betreuungsgruppe im Kindergarten "Wunderfitz" eingerichtet werden.

Positive Entwicklung für "Wunderfitz"

Für die Gestaltung der Umgebung wurden Spenden in bis zu fünfstelliger Höhe gewonnen und auch die Personalgewinnung für die Kindertagesstätte gestaltete sich auf dem überhitzten Arbeitsmarkt für Erzieherinnen überraschend positiv. Mit dem im neuen Baugebiet "Oberer Wiesenrain" gewonnenen Wohnraum für junge Familien werden die jetzt sechs Betreuungsgruppen auf einige Jahre hinaus ausgelastet sein.

Humorvoll erinnerte Schneider an die Schlingnatter-Kalamitäten, die dank Schutzzaun und Geröllbiotopen zur Zufriedenheit aller tierischen und menschlichen Bedenkenträger gelöst werden konnten. Die Rathausmannschaft selbst hatte den Abgang zweier Mitarbeiterinnen zu verkraften, wodurch die Arbeit auf weniger Köpfe verteilt werden musste, was eine spürbare Verringerung der Öffnungszeiten für die Bürger zufolge hatte. Außerhalb der jetzt bis auf Donnerstag nur noch vormittäglichen Sprechzeiten können aber auch weiterhin individuelle Termine verabredet werden.

Im Ausblick auf 2019 versprach Schneider trotz der Maßnahmen "Rathaussanierung", "Sanierung der Toiletten im Clubhaus des FC Fischerbach", der Erschließung "Oberer Wiesenrain" und dem Beginn der Sanierung der Kanalisation eine weitere Senkung des Schuldenstands von 3,4 Millionen Euro Ende 2017 auf nur noch 2,5 Millionen Euro Ende 2019.

Zu dieser Entwicklung hatte neben Einsparungen und guten Steuereinnahmen auch ein erfolgreiches Immobilienmanagement beigetragen, konnte doch kurz vor Jahresende der sich seit 1988 im Gemeindeeigentum befindliche "Vogelsberghof" im Gesamtpaket mit den zum Hof gehörenden Wäldern und Wirtschaftsflächen für insgesamt 2,3 Millionen Euro verkauft werden.

"Vogelsberghof" ist verkauft

Käufer ist Alexander Stein, der "Erfinder" der Schwarzwälder Gin-Marke "Monkey 47". Über Details zur Zukunft des Hofs werden Gemeinde und neuer Eigentümer zu einem Pressegespräch einladen.

Mit der "Ebles-Kapelle" hat die Gemeinde ein kleines Stück Fischerbach unter den Schutz der öffentlichen Hand genommen. Spätestens nach der Verkehrsschau im Herbst ist die Zukunft der denkmalgeschützten Kapelle gesichert, denn die Verkehrsexperten sahen in der Kapelle eine ideale Zwangsstopp-Stelle, mit der allzu forsche Abbieger ausgebremst werden können. Die Gemeinde sucht jetzt nach Paten oder Sponsoren, die mithelfen wollen, die Kapelle zu restaurieren und danach zu pflegen.

Alles in allem zeichnete der Bürgermeister so ein Bild von Fischerbach als kleine sowie lebens- und liebenswerte Gemeinde.

Ein Bild, dem sich auch Gastrednerin Marion Gentges in ihrem "Vergelt’s Gott" für die ehrenamtlich Engagierten nicht entziehen konnte. Mit dem mal ernsten, mal überzeichneten Neujahrsgebet des Münsteraner Pfarrers Hermann Kappen aus dem Jahr 1883 schloss sich Gentges dem Werben des Bürgermeisters für die Gemeinderatswahlen im Mai 2019 an, "lass uns denken, was wir sagen und uns tun, was wir sagen" und "gib den Regierenden ein besseres Deutsch und den Deutschen eine bessere Regierung". Auch diesen Satz wollte Gentges auf dem Neujahrsempfang zu Fischerbach genau so verstanden wissen.

Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Fischerbach wurden verdiente Bürger, Sportler und fleißige Blutspender ausgezeichnet. Darüber berichten wir in der morgigen Ausgabe.