Fischerbach Musical erzählt Isaaks Geschichte neu

Für das Finale formte der Chor ein großes Herz zum Lied "Es bricht mir das Herz". Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Eine begeisternde, zu Herzen gehende Darbietung haben die 70 jugendlichen Laiendarsteller beim Adonia-Musical "Isaak – so sehr geliebt" in der Fischerbacher Brandenkopfhalle abgeliefert. Das Publikum dankte mit großem Applaus.

Fischerbach. Mit 70 Jugendlichen in nur vier Tagen Zeit ein Musical einzustudieren, gehört seit 2001 zum festen Programm der Adonia-Chöre. Im zwei-Jahres-Rhythmus zählt seit 2015 auch die Fischerbacher Brandenkopfhalle zu den Orten, in denen Musiker, Tänzer und der vielstimmige Chor im Anschluss an die harte Probenarbeit auf Tournee gehen.

Moderner Road-Trip mit viel "Quality-Time"

Einstudiert hatte das Ensemble das christliche Musical "Isaak", einen modernen Road-Trip mit viel "Quality-Time" für Vater Abraham und Sohn Isaak. Gleich im ersten Lied nahm der Chor das Publikum mit auf die Reise. Als wunderschöner Schattenriss radelten der besorgte Abraham und der sorglose Isaak los auf eine Reise in die alttestamentarische Vergangenheit. Abraham erzählte Isaak von der Ankunft seiner Sippe im Lande Kanaan und dem zwischen Fremdenhass und Willkommenskultur wechselnden Empfang durch die Kanaaniten.

Heimweh – wunderbar instrumentiert mit der Violine – und der Streit zwischen Lots und Abrahams Leuten – ein mitreißender "Stomp" mit Sprudelkästen und -flaschen – beschwerten den Alltag der Geflüchteten. All das erfährt Isaak beim Zelten mit dem Papa unter dem Sternenhimmel.

Der Frage nach den Umständen von Isaaks Geburt weicht Abraham lange aus, zweifelt er doch während des Ausflugs doch selbst an dem Wort, dass er Gott gegeben hat. Auch diese Zweifel werden vom Chor und den Solisten schön musikalisch umrahmt.

In der Schilderung des Arbeitsalltags der Sklavin Haga schimmert im Liedtext wie schon zuvor Kritik an der modernen Leistungsgesellschaft durch. Isaaks Geburt wird von den Hirten mit einem Cowboy-Tanz gefeiert, dann bricht Abrahams Erinnerung ab. Diesen geschenkten Sohn soll und wird er im Vertrauen auf Gott opfern. In der Reprise des wohl schönsten Chorlieds "Es bricht mir das Herz" formt der Chor ein großes Herz. Gott erscheint und liefert die bereits seit 4000 Jahren bekannte Auflösung dieser Glaubensprüfung.

Applaus für die "supercoole" Band

Mit großem Applaus belohnt das Publikum die zu Herzen gehende Vorstellung der Jugendlichen. Diese spenden ihrerseits der "supercoolen" Band (E-Gitarre, E-Bass, Keyboards, Violine und Querflöte) einen donnernden Applaus. Dann treffen sich vor der Bühne die jungen Künstler mit ihren Fischerbacher Gastgebern. Nach einer kurzen Nacht wird am nächsten Morgen im Haus der Vereine für die Auftritte in Oberkirch und Donaueschingen geprobt. Der "Tourneekalender" für 2020 steht mit 220 Konzerten bereits weitgehend fest (jede Gruppe spielt vier Termine). Fischerbach wäre erst wieder 2021 dran – vorausgesetzt es findet sich ein Nachfolger für Christine Aberle, die nach vier Aufführungen seit 2015 jetzt das Amt der Organisatorin vor Ort abgegeben hat. Eckhard Schmieder, der Vorsitzende des Fischerbacher Kirchenchors, dankte Aberle für ihr Engagement mit einem Blumenstrauß.

Die siebentägigen Musical-Camps finden in den Oster- oder Herbstferien statt. Von Sonntag bis Mittwoch wird ein christliches Musical einstudiert, das dann an den folgenden vier Abenden aufgeführt wird. Die Kosten für das Camp liegen bei 190 Euro. Weitere Infoa gibt es im Internet unter www.adonia.de/musicalcamps/teenscamps.

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