Fischerbach Keine Neuauflage für das Maifest

Die Probenbesten Musiker im Jahr 2018 und die beiden für zusammen 110 Jahre Geehrten Jürgen Isenmann (von links), Niklas Summ, Hans-Peter Summ, Fritz Maier, Bernd Schmid und Reinhard Scherer Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Einstimmig fällten die aktiven Musiker der Trachtenkapelle Fischerbach bei der 99. Hauptversammlung im Gasthof Ochsen den Beschluss für zahlreiche Satzungsänderungen. Damit machten sie einen großen Schritt, den Verein zukunftsfähig zu machen.

Fischerbach. Vorstand Jürgen Isenmann rief der Versammlung noch einmal die vier Strategie-Sitzungen in Erinnerung, bei denen über das anstehende 100-jährige Jubiläum hinaus viele Aspekte diskutiert und kreative Ideen transportiert wurden.

Dirigent Bernhard Münchbach hatte sich zu diesem Zweck gerne mit ins Boot nehmen lassen. Die von Münchbach im musikalischen Betrieb angestoßenen Automatismen mit dem "Dozententag" im Oktober, an dem zusammen mit den Registerführern die Stücke für das Jahreskonzert bestimmt werden, greifen und machen die Kapelle unabhängiger von ihrem Dirigenten, wenn dieser einmal für einige Wochen ausfallen sollte.

Eine wichtige Einnahmequelle fällt weg

Doch hohe Musikalität in den Konzerten ist nur eine Seite der Medaille. Neben dem Spielbetrieb muss der Verein handlungsfähig bleiben und hierzu mussten einige Entscheidungen getroffen werden.

Prominentestes Opfer der Neuausrichtung der Vereinsarbeit wurde das Maifest, welches nach der Zerstörung der Zelte durch eine Sturmböe definitiv keine Neuauflage mehr erleben wird. Mit dem Fest und dem Verleih der Zelte an Privatpersonen fällt eine wichtige Einnahmequelle weg. Dies soll zukünftig durch die Erhebung von Mitgliedsbeiträgen der aktiven Musiker ausgeglichen werden. Desweiteren wird die Vereinssatzung dahingehend geändert, dass Interessierte jetzt auch als passive Fördermitglieder beitreten können. Auch die Möglichkeit der Gewährung einer Ehrenamtspauschale für wahrgenommene Vorstandstätigkeiten und einige formal notwendig gewordene Änderungen in der Zusammensetzung des Vorstands wurden vorgenommen. Dazu fiel der Passus, dass aktive Musiker erst ab 16 Jahren Stimmrecht in der Versammlung haben dürfen und natürlich fand auch die neue Datenschutzgrundverordnung ihren Platz in der Satzung.

Bürgermeister Thomas Schneider würdigte die Änderungen als deutliches Lebenszeichen des Vereins. Schneider outete sich zwar als großer Freund des Maifests, hatte aber Verständnis dafür, dass nach Abwägung aller Fakten der Verein eine klare Entscheidung zu fällen hatte.

Mit 61 Proben und Auftritten, davon sechs in der Fremde, hatten die Musiker ein anstrengendes Programm absolviert. Probenbester war Vorstand Jürgen Isenmann, der keinen Auftritt oder Probe versäumt hatte, Hans-Peter Summ und Niklas Summ hatten lediglich zwei Absenzen, Bernd Schmid sicherte sich den dritten Platz in diesem Ranking. Dank und Lob ging an Vize-Dirigent Patrick Keller, Notenwartin Nora Schmider, Lagerverwalter Franz Schmid sowie an die für die Kleiderordnung zuständige Tanja Schwarz. Franz Schmid hatte zur Finanzierung seiner neuen Tuba 1990 den Zeltverleih initiiert. In den vergangen Jahrzehnten dürfte sich bei circa zehn Ausleihungen pro Saison seine Tuba wohl drei- oder vierfach amortisiert haben.

Wie schon beim Jahreskonzert angekündigt, erhielten Reinhard Scherer für 50 Jahre und Fritz Maier für 60 Jahre zusätzlich zu den Ehrenurkunden der Musikverbände auch noch die Ehrenurkunde ihres Musikvereins. Mit einer dritten Urkunde wurde Fritz Maier dann auch noch satzungsgemäß in den musikalischen Ruhestand verabschiedet und als neues Ehrenmitglied des Musikvereins aufgenommen. Maier bedankte sich für die schöne Zeit in der Kapelle und dem Vorstand und dem Dirigenten dafür, dass sie ihm den Wunsch erfüllt hatten, sein letztes Konzert Seite an Seite mit seiner Tochter Christine zu bestreiten, die mit ihrer Sopranstimme den Glanz der großen Opernbühnen in die Brandenkopfhalle gebracht hatte (wir berichteten).

Ihr 100-jähriges Jubiläum feiert die Trachtenkapelle erst im Jahr 2020. Traditionell wurden alle Jubiläen immer erst im Folgejahr gefeiert, da die Gründungsväter den Verein ja damals erst im Dezember aus der Taufe gehoben hatten. Die große Feier wird während des Strandfests vom 3. bis 5. Juli 2020 stattfinden, welches dann auch schon zum 70. Mal veranstaltet wird.

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