Fischerbach In Fischerbach lässt es sich gut leben

Die Fischerbacher brachten im "Engel" viele Themen auf den Tisch. Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Im Gespräch mit den Redakteurinnen des Schwarzwälder Boten im Fischerbacher Gasthaus Engel konstatierten die der Einladung gefolgten Bürger eine hohe Lebensqualität. Sie nannten aber auch einige punktuelle Einschränkungen.

Fischerbach. Angefangen vom "guten Wasser", der Versorgung über die "Kleine Kinzig", dem Nahverkehr mit Bürgerbus, Fahrdiensten der Bürgergemeinschaft und dem Bus-Transfer bei Beerdigungen (wir berichteten), einer gut aufgestellten Gastronomie – "wir haben drei Gasthäuser für 1800 Einwohner" – und der Nahversorgung im "Lädele" von Meinrad Volk ließe es sich in Fischerbach gut leben. Einzig der ortenauweite Dauerbrenner "langsames Internet" und die immer stärker werdende Nutzung der Fischerbacher Ortsdurchfahrt als Umleitungsstrecke für das Nadelöhr Haslach trübten ein wenig die Bilanz. Einige Bürger äußerten den Wunsch nach einem Friedwald auf dem Fischerbacher Friedhof – eine moderne Bestattungsform, die gerade für Menschen, deren Angehörige nicht in der Region leben, praktisch wäre.

Engel-Wirt Patrick Herrmann erinnerte sich noch an die Zeit zu Beginn der 80er-Jahre, als sein Opa auf dem Grundstück des heutigen Fischerbacher Sportplatzes schon die Markierungsstäbe für das "Fischerbacher Ei" gepflockt hatte und nur wenige Wochen später wieder entfernen musste, da die Planungen auf Haslacher Seite ins Stocken gekommen waren.

In puncto Nahversorgung durch das "Lädele" hätten es die Fischerbacher selbst in der Hand, mit ihrem Einkaufsverhalten ihren Beitrag zur Erhaltung der Nahversorgung zu leisten. Darüber waren sich alle Anwesenden einig. Mit Blick auf die Erschließung des "Oberen Wiesenwegs" (wir berichteten) äußerten die Bürger den Wunsch, sicherzustellen, dass hier auch größere Objekte mit mehreren Mietwohnungseinheiten geplant würden. Eine vernünftige Mietwohnung in Fischerbach oder überhaupt im mittleren Kinzigtal zu finden, gestalte sich als langwierig bis nahezu unmöglich; ein Umstand, den auch im Bürgermeisterwahljahr 2017 einige der neu ins Amt Gewählten am eigenen Leib zu spüren bekamen.

Die Integration der in Fischerbach wohnenden Geflüchteten bekam in der Runde ein positives Zeugnis verliehen. Neben dem den vielen Kunden schon ans Herz gewachsenen jungen Iraker beim "Lädele" (wir berichteten) böten gerade die kleinen Handwerksbetriebe einen Schutzraum, in dem die integrations- und arbeitswilligen Menschen angeleitet von den Kollegen und vielleicht auch noch begleitet von Paten ihren Platz in der Gesellschaft finden können.

Was die Intensität und die Vollständigkeit der Berichterstattung über das Fischerbacher Dorf- und Vereinsleben anbelangt, warb Redakteurin Charlotte Reinhard dafür, dem Schwarzwälder Boten Veranstaltungen weit genug im voraus zu melden. Mit nur zwei Reportern – neben der hauptberuflichen Redakteurin Reinhard berichtet auch noch der freie Mitarbeiter Matthias Dorn regelmäßig aus und über Fischerbach – müssen die Einsätze gerade am Wochenende gut koordiniert werden. Wenn ein Termin erstmals am Donnerstag im Gemeindeblatt erscheine, seien die Ressourcen dann oft schon verplant.

Im vergangenen Jahr startete unsere Redaktion eine neue Reihe, um mit Abonnenten und Lesern unseres Lokalteils direkt und persönlich in Kontakt zu kommen. "Schwabo lädt ein" nennt sich dieses Format, das 2018 in knapp einem Dutzend Orten unseres Verbreitungsgebietes zum Lesertreff vorbeischaute. Mit großem Erfolg: Überall schauten viele interessierte Bürger bei diesen lockeren Runden vorbei und diskutierten meist mehrere Stunden lang mit der Redaktion aktuelle Themen aus ihren Orten.

  • Bewertung
    0