Fischerbach Anwesen wird "behutsam an heutige Wohnbedürfnisse angepasst"

Der rechte Gebäudeteil (die angebaute Wiederkehr) wird zu Wohnzwecken umgebaut, die auf die Wiederkehr entfallende Dachfläche des Hauptgebäudes wird verglast, um eine Blickverbindung vom Wohnraum zum Dachstuhl des historischen Hofgebäudes zu ermöglichen.Foto: Dorn Foto: Schwarzwälder Bote

Fischerbach. Noch liegt der 1789 gebaute Vogelsberg-Hof nach dem Verkauf durch die Gemeinde Fischerbach an den Industriellen Alexander Stein im Dornröschenschlaf. Für die konkrete Nutzung, beziehungsweise die dafür notwendigen Baumaßnahmen, wurde inzwischen eine 120 Seiten starke wissenschaftliche Bauaufnahme angefertigt, welche der Unteren Denkmalschutzbehörde zusammen mit einem denkmalpflegerischen Konzept vorgelegt wird.

Der Fischerbacher Gemeinderat hatte in seiner Sitzung in der Brandenkopfhalle darüber zu entscheiden, ob der Bauantrag der Stein Vogelsberg GbR (Bauherr Alexander Stein) befürwortend der Unteren Baurechtsbehörde Haslach vorgelegt wird. Der Bauherr beantragt, den Wohnteil aus den 1950er-Jahren "behutsam an heutige Wohnbedürfnisse" anzupassen. Dabei sollen unter anderem die Zimmerhöhen von 2,30 Meter unterschritten und der nordwestliche Anbau, die so genannten "Wiederkehr", zum Wohnraum umgewidmet werden, der über eine festverglaste Dachfläche eine Blickverbindung zwischen Wohnraum und Tenne schafft. Den ehemaligen Kuhstall unter dem Haupthaus möchte der Bauherr zum Degustationsraum umbauen, um gelegentlich ausgewählte Kunden der Vogelsberg GbR zu empfangen. Eine Produktion, die sich aus der Ausübung des mit dem Hof verbundenen Brennrechts ergeben könnte, ist nicht vorgesehen.

Der Bauantrag umfasst auch die Sanierung der Holzscheune. Hier sollen eine Sommerküche und ein Sportraum Platz finden. Die Räte stimmten ohne weitere Diskussion des Tagesordnungspunkts der Weiterleitung des Bauantrags einstimmig zu, Belange Dritter sind nicht betroffen, da aufgrund der Alleinlage auf dem Vogelsberg keine Nachbarn betroffen sind.

Die Wasserversorgung wird über eigenes Quellwasser erfolgen, abwasserseitig wird der Hof an das kommunale Abwassersystem im Hintertal angeschlossen.

Für 2,3 Millionen Euro hat die Gemeinde den Vogelsberghof an Alexander Stein verkauft. Dieser ist in der Region mit seinem Gin "Monkey 47" bekannt. Stein hat außerdem zusammen mit seiner Frau Christine im Jahr 2017 die Stiftung "Wolkenputzer" gegründet. Sie unterstützt Kinder und Jugendliche, die aus Heimen oder einkommensschwachen Familien kommen. Zusammen mit dem Architekten Hardy Happle aus Wolfach will Stein den Vogelsberghof zu einem Wohnhaus ausbauen. Vor anderthalb Jahren erklärte er dem Schwabo, dass er das Anwesen beleben will und vorhat, mit seiner Familie dort einzuziehen. Der Hof soll aber auch zu einem "Ort der Begegnung" werden und der Öffentlichkeit zugänglich sein.

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