Feuerwehr Stadt Lahr feiert 175-Jähriges Beste Stimmung, viel Humor

Endrik Baublies

Großer Festumzug lockt trotz Hitze viele Gäste in den See- und den Bürgerpark

Lahr. Neben den Abteilungen der Kernstadt und den Stadtteilen haben sich 15 Feuerwehren aus dem Umland an dem Festzug zum Jubiläum beteiligt. Offensichtlich Spaß hatten die Jüngsten: Die Kindergruppe der Lahrer Feuerwehr lief am Anfang des Zugs mit und schwenkte begeistert die Papierfahnen mit der Aufschrift "Feuerwehr Lahr". Diese Fähnchen waren auch bei vielen Zuschauern zu sehen.

Die Zahl der Gäste beim Umzug war sicher besser, wie es auf den ersten Blick ausgesehen haben mag. Angesichts der Hitze waren die Schattenplätze begehrt und auf der Ortenaubrücke zwischen See- und Bürgerpark war es nicht nur heiß, sondern auch eng: Zuschauer hätten dort keinen Platz gehabt.

Auf der Ehrentribüne neben dem Haus am See erzählte Alexander Zwick, Leiter der Jugendfeuerwehr, einiges aus der Geschichte der Lahrer Feuerwehr. "Die Bürger wurden im Mittelalter nach der Verleihung des Bürgerrechts jeweils zu Martini verpflichtet, je zwei Ledereimer zu beschaffen, wobei einer auf dem Rathaus abzugeben und der andere zu Hause aufzubewahren war." In der Neuzeit wurde der Oberbürgermeister kraft seines Amts der erste Mann in der Hierarchie der Feuerwehr. Er ist es heute noch. Die Aufgaben der Feuerwehr und der Bevölkerungsschutz sind in der Lahrer Stadtverwaltung dem Dezernat I zugeordnet, das dem Rathauschef unterstellt ist.

OB Markus Ibert sah dem Umzug auf der Ehrentribüne im Schatten zu – zusammen mit Kommandant Thomas Happersberger, dem stellvertretenden Kommandanten Ralf Wieseke, dem Sprecher Zwick, der Mietersheimer Ortsvorsteherin Diana Frei (im Seepark die Hausherrin) ihrem Reichenbacher Amtskollegen Klaus Girstl, dem SPD-Fraktionschef Roland Hirsch und Hermann Kleinschmidt, dem Vorsitzenden des Fördervereins.

Den Vogel im Zug schoss sicher die Abteilung aus Hugsweier ab. Das seltene Veloziped "Made in Hugsweier" sorgte für Schmunzeln bei den Zuschauern. Die Kameraden hatten aber bereits Übung, denn sie schafften auch die engen Kurven im Bürgerpark – sozusagen auf der Zielgeraden zur Mehrzweckhalle – mit Bravour.

Angesichts der Hitze zeigte das Lahrer Kommando übrigens Humor. Happersberger gab bekannt, dass man auf der Ehrentribüne "im Häs" zu erscheinen habe. Soll heißen: Sie trugen zu Hemd und Krawatte auch das Jackett. Die Kameraden, unter ihnen immer mehr Kameradinnen, im Festzug sahen das lockerer. Genüge getan war dort der Kleiderordnung mit Hemd, meist ohne Schlips. Warum aber eine Feuerwehrfrau, die zu einer Abteilung südlich Lahrs gehörte, mit "Narri" die Zuschauer begrüßte? Entschuldigt mag das sein, da die Sonne unbarmherzig brannte. Ibert drückte das bei der Begrüßung so aus: "Wir freuen uns, dass wir nicht frieren."

Zum Festwochenende gehörte auch eine Party am Samstagabend mit der Band "Filter-Länder" in der Mehrzweckhalle. Die Stimmung war sehr gut, allerdings gab es bei der Zahl der Besucher Luft nach oben. Zum Umzug kamen Feuerwehrkameraden aus Kippenheim, Schuttertal und Seelbach, aus Schwanau, Meißenheim, Ichenheim, Kappel-Grafenhausen, Rust, Mahlberg und Ringsheim sowie der Fanfarenzug aus Freistett. Auch das THW Lahr hat der Lahrer Feuerwehr seine Referenz erwiesen.

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