Feuerwehr macht keine Übungen Corona bremst Jugendarbeit aus

Von Aline Fischer, Lisa Kleinberger und Christina Kornfeld

Fehlende Kameradschaftspflege, ruhende Jugendarbeit: Die Kontaktbeschränkungen im Zuge der Eindämmung der Corona-Pandemie haben auch Auswirkungen auf die Arbeit der Feuerwehren. Manche von ihnen befürchten weniger Zulauf.

Während die Gutacher Jugendabteilung stark geschrumpft ist und mit Ende der Einschränkungen einen Neustart braucht, sind weitere Wehren im Gebiet verhalten optimistisch.

  "Die Feuerwehr Wolfach hält sich an die Vorgaben des Landes Baden-Württemberg, Übungsdienste der aktiven Mannschaft nur zur Aufrechterhaltung der Einsatzbereitschaft durchzuführen", informiert Pressesprecher Simon Jan Springmann. Das seien beispielsweise die Ausbildung an neuen Gerätschaften und Fahrzeugen. "Insofern ruht der Probenbetrieb innerhalb der Feuerwehr Wolfach derzeit", informiert er. Ebenfalls aufgrund dieser Empfehlungen würden auch keine Proben in der Jugendarbeit stattfinden.

Vergangenes Jahr wurden bei der Jugendwehr Wolfach drei Austritte verzeichnet, "welche aber nicht nur auf Corona zurück zu führen sind und auch der normalen Fluktuation unterliegen", so Springmann. "Allerdings können momentan auf Grund der wenigen Proben auch keine Neuaufnahmen stattfinden", macht er deutlich. Allerdings sei die Wolfacher Wehr optimistisch, "dass wir bei der erneuten Aufnahme der Probentätigkeit in der Jugendfeuerwehr wieder Jugendliche gewinnen können."

  "Bei uns ist, was Proben angeht, aktuell tote Hose", berichtet der Oberwolfacher Kommandant Markus Spinner. Bereits im Oktober seien die Übungen eingestellt worden. "Das ist besonders für die hochmotivierten Jugendlichen traurig, sie sind sonst wirklich mit Feuereifer dabei", sagt er. Die Wehr müsse sich aktuell auf das nötigste beschränken (siehe Info). Glücklicherweise gebe es in Oberwolfach in Sachen Nachwuchs keine Probleme, aktuell sind 14 junge Leute in der Jugendwehr aktiv.

  "Zu Beginn der Pandemie wurden die Zusammenkünfte innerhalb der Feuerwehren sehr stark eingeschränkt, um einen eventuell kompletten Ausfall der Wehren zu verhindern", blickt der Kommandant der Gutacher Wehr, Stefan Herr, zurück. Das habe in den Reihen der aktiven Kameraden sicher Spuren hinterlassen – "aber viel stärker hat dies die Jugendarbeit getroffen". Dass Treffen beispielsweise zu Probeabenden wegfielen, habe unterschiedliche Auswirkungen gehabt. "Die meisten der jungen Nachwuchsfeuerwehrleute aber haben andere Interessen mehr in den Vordergrund gestellt. Als man dann endlich wieder unter Einschränkungen mit den Zusammenkünften loslegen durfte, kam bei uns eine Absage nach der anderen", so Herr. Von acht ist die Gutacher Jugendwehr aktuell auf zwei Jugendliche geschrumpft.

Da die Situation noch immer ungewiss sei, wolle man derzeit jedoch auch nicht um neue Mitglieder werben. "Sobald ein normaler, geregelter Übungsbetrieb wieder machbar ist, werden wir uns mit großer Sicherheit diesem Thema widmen und eine Art Neustart in der Jugendarbeit angehen", so Herr. Derzeit habe dies noch keine Auswirkungen auf die Einsatzfähigkeit, das werde aber in Zukunft sicher Thema, schätzt er.

"Natürlich hat die Corona-Pandemie auch Auswirkungen auf die Jugendarbeit bei uns", informiert Feuerwehrkommandant Uwe Bähr. Momentan finden keine Treffen und Übungen statt. Derzeit befinden sich circa 20 Kinder und Jugendliche in der Hornberger Jugendfeuerwehr. "Abmeldungen aufgrund von Corona gab es bislang nicht, worüber wir sehr froh sind", so der Kommandant. Damit die Jugendfeuerwehr nicht ganz von der Bildfläche verschwindet, gibt es ab und an auch kleine Aufmerksamkeiten wie Nikolaustüten in der Vorweihnachtszeit. Hauptaugenmerk liegt aber auf Erhaltung der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr.Aufgrund von Omikron können wir deshalb momentan kein Risiko eingehen. "Wir möchten weder die Kinder und Jugendlichen gefährden als auch die Jugendwarte, die ja gleichzeitig in der Einsatzabteilung aktiv sind", betont Bähr. Sobald als möglich soll die Jugendarbeit aber wieder aufgenommen werden.

"Momentan pausiert unsere Jugendfeuerwehr auf jeden Fall bis Ende Januar", beantwortet Markus Knupfer die Anfrage unserer Zeitung für die Haslacher Feuerwehr. Die letzte Probe habe Ende November stattgefunden; ob oder wie im Februar wieder geprobt wird, entscheide man Ende Januar.

"Nach dem Lockdown haben die beiden Gruppen zunächst im wöchentlichen Wechsel geprobt. Dabei haben wir auch darauf geachtet, dass die Jugendleiter nicht zwischen den Gruppen gewechselt haben", informiert Knupfer über die Abläufe während der Pandemie. Während des Sommers und zur Vorbereitung auf die Jubiläums-Schauübung haben dann wieder beide Gruppen wöchentlich geprobt, wobei immer versucht wurde Abstände einzuhalten und Masken zu tragen. Die Probenbeteiligung war gut.

Bisher noch kein Nachwuchsproblem

"Ein Nachwuchsproblem sehen wir aktuell nicht. Vereinzelt hatten wir Austritte, aber die gibt es in der Jugendfeuerwehr immer", so Knupfer. Aktuell stehen außerdem interessierte Jugendliche auf der Warteliste – diese werden kontaktiert, sobald ein regulärer Probebetrieb wieder absehbar ist, so Knupfer.

Nur noch das Nötigste ist möglich

"Aktuell machen wir in der Feuerwehr nur das Nötigste – dazu gehört unter anderem die Pflege der Geräte und Fahrzeuge", berichtet der Oberwolfacher Kommandant Markus Spinner. In der vergangenen Woche habe die jährliche Belastungsübung für Atemschutzgeräteträger in Hausach stattgefunden. Diese Kameraden müssten sich auch alle drei Jahre einer Untersuchung beim Arzt unterziehen. Proben finden nicht statt, ausgerückt wird nur im Ernstfall.