Fertighäuser weniger gefragt Verkauf bei Weber-Haus bricht ein

(red/ma)
Der Fertighaushersteller Weber-Haus – hier der Hauptsitz im Rheinauer Teilort Linx – bekommt die Auswirkungen der aktuellen wirtschaftlichen Verwerfungen zu spüren. In der zweiten Jahreshälfte sind die Verkaufszahlen deutlich zurückgegangen. Foto: Weber-Haus

Der Rheinauer Fertighaushersteller Weber-Haus bekommt die Folgen der aktuellen wirtschaftlichen Lage zu spüren: Steigende Zinsen und explodierende Baukosten drücken die Nachfrage. Das Unternehmen verzeichnet deutlich weniger Verkäufe.

Rheinau - Noch sind die Auftragsbücher des Rheinauer Fertighausherstellers Weber-Haus gut gefüllt. Doch seit Mitte Juli verzeichnet das Familienunternehmen einen deutlichen Rückgang im Verkauf. Unter anderem darüber informierte die Geschäftsleitung bei der jüngsten Betriebsversammlung am Sportplatz des Hans-Weber-Stadions im Rheinauer Teilort Linx. Begründet liegt die neuerliche Zurückhaltung der Kunden laut Weber-Haus in den steigenden Zinsen und hohen Baukosten. Diese bremsten viele Bauherren aus, zumal die aktuellen Förderprogramme des Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kaum einen finanziellen Anreiz mehr biete.

Geschäftsleitung betont Zusammenhalt

"Deshalb ist es umso wichtiger, dass wir in solchen ungewissen Zeiten als nachhaltig agierendes Familienunternehmen zusammenhalten", betonte Heidi Weber-Mühleck, geschäftsführende Gesellschafterin, bei der Betriebsversammlung. Dabei lobte sie die Leistungen und das Engagement der Mitarbeiter, heißt es in einer Mitteilung von Weber-Haus. Auch das erste Halbjahr 2022 sei von Herausforderungen geprägt gewesen, die das Familienunternehmen aber gut bewältigt habe.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt bei der Betriebsversammlung war der Tarifabschluss der Gewerkschaft IG Bau und die daraus resultierenden Modalitäten für die Weber-Haus-Belegschaft. Aufgrund des Abschlusses erhalten die Mitarbeiter mehr Geld: Zum Jahreswechsel wurden die Gehälter um 3,9 Prozent erhöht und zum 1. April 2023 erfolgt eine weitere Lohnanpassung von circa 1,8 Prozent.

Neben Lohn-Plus gibt’s höhere Zulagen

Über das Lohn-Plus hinaus erhielt jeder Mitarbeiter in Vollzeit eine Sachbezugskarte als freiwillige, steuerfreie Zulage in Höhe von 50 Euro pro Monat. Ebenfalls erhöht wurde die betriebliche Altersvorsorge auf 40 Euro, informiert der Fertighaushersteller. Nach den Vorgaben des Europäischen Gerichtshofes müssen zudem zukünftig die Arbeitszeiten wieder systematisch erfasst werden. An der konkreten Umsetzung arbeite ein Projektteam, das sich unter anderem mit den Fragen zu Pausenregelung und Überstundenkonten auseinandersetzt, so Weber-Haus. Ziel sei es, das neue Zeiterfassungssystem für alle Bereich gerecht zu gestalten.

Eine weitere Neuerung, die zeitnah umgesetzt wird, ist die Betriebsvereinbarung zur Verwendung von GPS. Dadurch soll die Planung der Monteure verbessert, unnötige Fahrten reduziert und der Wartungsstatus der Fahrzeuge leichter überprüft werden können.

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