Europawochen starten am 1. Juli Mit Musik und Theater bis zum Fest

Jürgen Haberer
Stellten das Programm der Europawochen vor (von links): Kulturchefin Carmen Lötsch, Edgar Common (Leiter Darstellende Kunst und Musik). Bärbel Heer von der Stadtbibliothek, Peter Stöhr von Philharmonie am Forum), Baal-Intendant Edzard Schoppmann, Cornelia Barone von "Junge Theaterakademie Offenburg", Walter Glunk von der Musikschule, das Maskottchen der Heimattage Gustav, Bürgermeister Hans-Peter Kopp und E-Werk-Mittelbaden-VorstandUlrich Kleine. Foto: Haberer

Die Europawochen im Rahmen der Heimattage setzen vom 1. bis 17. Juli eine Reihe kultureller Duftmarken. Beethovens Neunte wird aufgeführt, es gibt Theaterpremieren und Kleinkunst, eine Lesung und ein deutsch-französisches Familienfest.

Offenburg - Das große Zelt des E-Werks war bereits im Sommer 2018 auf dem Gelände der Landesgartenschau in Lahr ein Besuchermagnet. Für die Europawochen wird der an den Seiten offene Zelttunnel auf dem Platz beim Kulturforum in Offenburg aufgebaut. Bestuhlt haben dort 800 Besuchern Platz.

Die Europawochen der Heimattage Baden-Württemberg sind eine Veranstaltungsreihe, die sich in einer starken regionalen Ausrichtung an den europäischen Gedanken annähern will. Noch bevor es am 1. Juli losgeht, wird in der städtischen Galerie eine Ausstellung zu Ehren eines künstlerischen Freigeists und überzeugten Europäers eröffnet, der wie kaum ein anderer die Befindlichkeiten der Deutschen und Franzosen kommentiert hat: Tomi Ungerer. Unter dem Titel "Die Freiheit der Idee" werden rund 100 Zeichnungen und Plakate des Straßburger Künstlers gezeigt. Die vom 25. Juni bis zum 23. Oktober zu sehende Werksschau wartet mit teilweise noch nie öffentlich gezeigten Arbeiten auf, zu sehen sind aber auch bekannte Illustrationen und Karikaturen Ungerers sowie 13 Aquarelle, die sich mit der Stadt Offenburg und ihrer Geschichte befassen.

Vom 1. bis 3. Juli wird dann im E-Werk-Zelt die "Neunte Sinfonie" Beethovens, die inoffizielle Hymne Europas, aufgeführt. Die "Philharmonie am Forum" bietet rund 70 Instrumentalisten und einen mehr als 100 Köpfe zählenden Projektchor auf, um das monumentale Werk auf die Bühne zu bringen.

Von den Anfängen der Demokratie

Vom 7. bis 9. Juli entführt die "Junge Theaterakademie Offenburg" das Publikum in die turbulente Zeit der Geburt der deutschen Demokratiebewegung. "Vision Freiheit" lautet der Titel der Neuinszenierung einer Produktion aus dem Jahr 2015, für die mehr als 150 Akteure aufgeboten werden.

Am 10. und 14. Juli wird das "Theater Eurodistrict Baden-Alsace" ("Baal") eine Eigenbearbeitung von Carl Zuckmayers Heimatstück "Der fröhliche Weinberg" zur Aufführung bringen. Eine vielschichtige und pralle Inszenierung mit badischem Unterton. Das Stück ist ein gesellschaftskritisches Sittengemälde, hinter dem auch die im Jahr 1925 bereits heraufziehende Fratze des Bösen sichtbar wird.

Am 11. Juli wird im E-Werk-Zelt Krimiautor Wolfgang Schorlau lesen. Am 12. Juli steht dann die Vergabe des Kleinkunstpreises Baden-Württemberg an, bei dem es für das Publikum auch Appetithappen aus den Werken der Preisträger gibt.

Zum Abschluss der Europawochen lädt das Offenburger Kulturbüro vom 15. bis 17. Juli zu einem deutsch-französischen Familienfest im Zelt auf dem umliegenden Areal und in der nahegelegenen Reithalle ein. Es gibt Mitmach-Angebote, Workshops und Ausstellungen, Film- und Theatervorführungen und vor allem viel Musik. Ins Programm integriert wurde auch der alljährlich in Offenburg stattfindende Auftakt der Sommertour von Roger Siffer und dem Straßburger "Théâtre de la Choucrouterie".

Zu den Heimattagen

Die Heimattage finden seit 1978 jährlich in Baden-Württemberg statt. Das Landesfest wird jeweils von einer anderen Stadt ausgerichtet. Dieses Jahr ist das – nach seiner ersten Ausrichtung 1980 – zum zweiten Mal Offenburg. Die Stadt hat die diesjährigen Heimattage unter das Motto "Heimat, Freiheit, Europa" gestellt.

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