Ettenheim Wieder kein Neubau der Münchgrundhalle

Altdorf (os/fx). Die bittere Nachricht kam kurz vor Ende der Sitzung: Ortsvorsteher Michael Biehler teilte dem Ortschaftsrat mit, dass sich "in Sachen Neubau Münchgrundhalle dieses Jahr nichts tun wird". Der beantragte Bundeszuschuss sei 13-fach überzeichnet und Altdorf bei der Zuteilung leer ausgegangen.

Wie berichtet, hatte zuvor schon das Land Fördermittel versagt – ­zum dritten Mal in Folge. So lag die letzte Hoffnung auf dem Bundesprogramm, bei dem Ettenheim zum zweiten Mal seinen Hut in den Ring geworfen hatte. Die Stadtverwaltung erhoffte sich einen 45-Prozent-Zuschuss für das fast fünf Millionen Euro schwere Projekt. Weil daraus nun nichts wird und Bürgermeister Bruno Metz wie auch der Gemeinderat einer Finanzierung komplett aus eigener Tasche bereits mehrfach eine Absage erteilt hat, blieb dem Ortsvorsteher nichts anderes übrig, als auf das kommende Jahr zu verweisen. 2020 werde man einen neuen Anlauf nehmen.

Ausführlich befasste sich der Ortschaftsrat mit dem Entwurf zum Bebauungsplan "Erweiterung Steinröhre". Das Gebiet befindet sich westlich der B 3 und schließt unmittelbar an die vorhandene Bebauung an. Die vorläufige Planung beinhaltet zwei Geschosswohnungsbauten und 17 Einzelhäuser. Seit dem Aufstellungsbeschluss sind mehr als drei Jahre ins Land gegangen. Insbesondere die Lösung der Entwässerungs- und Hochwasserthemen mit dem Landratsamt hat viel Zeit gekostet. Die Hochwasserrückhaltung ist jetzt mit einem separaten Becken unmittelbar neben dem Baugebiet gegeben, die Behörden haben grünes Licht gegeben. Nun läuft das Genehmigungsverfahren an.

Für den Ortschaftsrat besteht aber noch Klärungsbedarf. So fand An­dreas Kremer eine 7:4-Mehrheit für seinen Antrag, den Abstand der Schallschutzwand zur K 5345, die Auswirkung der Erschließung auf die Kreisstraße und die Einbindung der dorfgestalterischen Vorschläge der vor drei Jahren im Ort tätigen Studentengruppe der Hochschule Nürtingen zu prüfen.

Ein lang gehegter Wunsch des Ortschaftsrats ist, die Orsch­weierer Straße gärtnerisch aufzupeppen. Schon vor drei Jahren hat das Gremium Ideen zusammengetragen. Maßgebliches hat sich in der Zwischenzeit nicht getan. Zuletzt wurden Blumenampeln an den Straßenlaternen diskutiert. Nach Pflege- und Sicherheitshinweisen des Bauhofs wurde diese Absicht wieder aufgegeben. Im höchsten Maße verärgert zeigte sich An­dreas Kremer: "Die Ideen liegen seit 2016 vor, getan hat sich nichts und jetzt soll der Ideenprozess wieder von vorne beginnen – da gehen bis zur Umsetzung wieder Jahre ins Land", befürchtete der SPD-Fraktionschef. So lange soll es nicht dauern. Die Anwohner werden kurzfristig in die Ideenfindung einbezogen werden. "Vielleicht können wir den einen oder anderen aus der Straße für die Grüngestaltung gewinnen", hofft Michael Goldschmidt. Kremer schlug vor, neben Räten und Anwohnern auch fachkundige Bürger einzuladen.

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