Ettenheim Wie Übernamen entstehen

Münchweier (wb). Eine spontane Planänderung hat es beim Februar-Stammtisch der Muettersproch-Gsellschaft "Rund um dr’ Kahleberg" im Gasthaus Rebstock in Münch­weier gegeben. Als Gast war die Heimatdichterin Christa Heimann-Buß angekündigt. Weil sie jedoch krankheitsbedingt passen musste und in der kurzen Zeit kein Vertreter gefunden werden konnte, erklärte sich der Ettenheimer Heimatdichter und Vorstandsmitglied Martin Winterhalter bereit, aus seinen Werken vorzutragen. Unterstützt wurde er durch die Vorsitzende der Gruppe, Christel Mösch, die aus Büchern bereits verstorbener Mundartdichter vorlas.

Winterhalter eröffnete den Vortragsabend mit Geschichten und Gedichten, die zum Nachdenken anregten. Wunderbar beschrieb er einen Wintermorgen, an dem nach Schulschluss auf dem Heimweg eine Eisbahn geschaffen wurde, auf der kräftig "geschlusert" wurde. Dabei wurden teilweise noch Strohschuhe mit alten Fahrradmantelstücken als Sohlen getragen.

Hauptversammlung am 6. April in der "Linde"

Die Fastnacht ist erst nach dem Dreißigjährigen Krieg entstanden, wie Winterhalterden Zuhörern erklärte. Damals schon machte die Not erfinderisch und die Dörfer der Überlebenden bekamen ihre Übernamen, beispielsweise die Altdorfer, die mit Sendewellenholz heizten, die Ettenheimer Muckedatscher, die sich der Überlieferung nach von Mücken ernährt haben sollen oder die Münchweierer, die vor allem Gelbe Rüben anbauten.

Christel Mösch setzte die Vorträge fort, indem sie aus Büchern von Alfred Heitzmann und Walter Fröhlich vorlas. An Werner Richter erinnerte sie mit einer Geschichte über einen Doktor und seine außergewöhnlichen Gesundheitsrezepte.

Der nächste Stammtischabend der Muettersprochler findet am Montag, 1. April, ab 19 Uhr im Gasthaus Linde in Wallburg statt. Damit verbunden wird die Hauptversammlung. Die Hauptversammlung des Hauptverbands geht am Samstag, 6. April, ab 14 in der Hausacher Stadthalle über die Bühne. Ein Bus für die Ettenheimer Gruppe ist bereits bestellt.

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