Ettenheim Kaiserbergfest: Viele Menschen strömen auf Heuberg

Ettenheim - Zum 20-jährigen Bestehen des Kaiserbergfests ist am Dienstag zunächst der Jubiläumsabend oben auf dem Heuberg gefeiert worden. Einen Tag später folgte dann das eigentliche Kaiserbergfest.

Dass dieser Jubiläumsabend, den die drei Kaiserberggemeinden Herbolzheim, Ettenheim, Ringsheim liebevoll vorbereitet hatten, überhaupt stattfinden konnte, hätten wohl die wenigsten für möglich gehalten. Stunden zuvor schüttete und stürmte es. Entertainer Hansy Vogt vermutete, dass Herbolzheims Bürgermeister Thomas Gedemer als langjähriger Referent des Erzbischofs mit "einer kirchlichen Vergangenheit" womöglich etwas mit dem Wetterumschwung zu tun hatte.

Der Tonfall dieses Abends war danach schnell vorgegeben. Unter der Moderation von Vogt gab es keine langen Jubiläumsreden. Zudem haben die Veranstalter "weder Kosten noch Mühen gescheut", hochkarätige Gästeauf die Bühne zu holen und über ihr Leben und ihren Bezug zum Wein und zum Kaiserbergfest zu befragen.

Auf der Bühne wurde aber nicht nur geschwätzt. So begeisterte der junge Herbolzheimer Jonas Hönig auf seinem E-Bass. Ringsheims Sängerin Sabrina Hog ist längst weit über den Kaiserberg hinaus bekannt – und Ettenheims Dixielarius City Stampers haben den Status der No Names ja auch längst verlassen. Als Hoheit aus dem Bereich Weinbau gab Isabella Vetter, einst Weinkönigin, heute Geschäftsführerin der Breisgauer Wein GmbH, einen Appell, sich dem derzeitigen Volksbegehren "Rettet die Bienen" nicht blindlings anzuschließen, um die Existenzgrundlage für Landwirte und Winzer nicht zu gefährden. Helmut Rau, Ex-Kultusminister und Ettenheimer Bürger, nannte den 3. Oktober nicht nur wegen des Kaiserbergfests, sondern auch als Tag der deutschen Einheit, "etwas Besonderes".

Unter den Klängen von "Alte Kameraden" betrat Ringsheims Bürgermeister Pascal Weber die Bühne und bewies beeindruckende Fingerfertigkeit auf der alten Schreibmaschine. Mitgebracht hatte er die amtierende Rämässer-Königin Ann-Kathrin, für die sich mit dieser Krönung ein Kindheitstraum erfüllte.

Dem (dienst-)ältesten der Kaiserberg-Bürgermeister, dem Ettenheimer Bruno Metz, war dann schließlich der krönende Abschluss eines unterhaltsamen Programms vorbehalten.

Das Wetter spielt auch einen Tag nach dem Jubiläumsabend mit

Metz verwies dabei aber auf weitere Unterstützer, wie den Winzer Werner Weber, erinnerte an Dietrich Jörger, dankte seinen damaligen Bürgermeister-Kollegen Ernst Schilling (Herbolzheim) und Heinrich Dixa (Ringsheim), freute sich über die vielen Breisgauer Weinhoheiten, die in dieser Zeit aus Herbolzheim und Ettenheim kamen und würdigte das "große Gemeinschaftswerk" ganz vieler Beteiligter. Und natürlich gebühre Dank vor allem den aktiven Winzern, Weinhöfen und Winzergenossenschaften.

Bei strahlendem Sonnenschein startete das 20. Kaiserbergfest im gewohnten Rahmen: mit einem ökumenischen Gottesdienst und anschließender hoheitlicher Festeröffnung durch die amtierende Breisgauer Weinprinzessin Lisa Bader. Die beiden Geistlichen, Oliver Wehrstein und Michael Gartner, stellten die beiden Mottos des zweiteiligen Jubiläumsfests "Alles wie immer" (für das eigentliche Fest) und "Alles anders" (für den einmaligen Jubiläums-Vorabend) in den Mittelpunkt ihrer Ansprachen. Die Gemeindelieder wurden von der Musikkapelle Ringsheim begleitet. Nicht immer sei das harmonische Miteinander, wie es hier auf "dieser Oase des Glücks" am Fuße des Heubergturms seit nunmehr zwanzig Jahren vorbildlich gelebt werde, in der geschichtlichen Vergangenheit anzutreffen.

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