Ettenheim Versöhnliche Töne bei der Eröffnung

Zu Fuß und mit dem Rad: Interessierte probierten den neuen Weg direkt am Mittwoch aus. Foto: Birkle Foto: Lahrer Zeitung

Der Radweg Münchweier-Wallburg wurde am Mittwoch feierlich eröffnet. Der frühe Termin morgens um 8.30 Uhr schreckte weder Repräsentanten noch Bürger ab. Im Gegenteil: Selten hat man so viele Teilnehmer bei so einem Anlass gezählt.

Ettenheim. Am Ende überwiegt die Freude. Das war der Tenor all der würdigenden Worte, die bei der offiziellen Verkehrsfreigabe des 1,5 Kilometer langen, neuen Radwegs entlang der Kreisstraße 5342 von Münchweier nach Wallburg gesprochen wurde. Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz verhehlte nicht den ganzen Ärger über die Dauer der Fertigstellung, verteidigte aber den primären Verursacher der Verzögerung, die Amphibientunnel, als "verantwortungsvollen Beitrag zum Umweltschutz".

Zunächst waren deutlich weniger als die nunmehr 13 verbauten Unterquerungshilfen für Kröten vorgesehen. Die Nachforderung der Umweltbehörden auf weitere Krötentunnel ergab Engpässe bei der Lieferung. Am Ende gelte der Dank allen am Projekt Beteiligten: dem Kreis zuvorderst, dass er den erstmals 1987 angedachten Radweg realisiert und hierfür 1,5 Millionen Euro investiert habe. Dank gelte aber auch den Grundstückeignern, die Fläche für den Radweg zur Verfügung stellten, der Baufirma Vogel, ausdrücklich aber auch den betroffenen Bürgern in Wallburg und Münchweier, die in der Bauphase gewaltige Einschränkungen in ihrer Mobilität auf sich nehmen mussten.

Die Stadt jedenfalls habe die insgesamt auf sie entfallenden Kosten in Höhe von 188 000 Euro (für Beleuchtung der Überquerungshilfen, Buswartehäuschen, Amphibienschutz) aus Überzeugung geleistet.

Münchweiers Ortsvorsteherin Charlotte Götz sah im neuen Radweg Verbesserungen "in enormen Dimensionen": hinsichtlich des Sicherheitsaspekts, in erster Linie für die Radfahrer, der touristischen Aufwertung, der Aufwertung der Ortseinfahrt. Das alles werde zusätzlich gesteigert, wenn die Weiterführung des Radwegs vom Kreisel bis zur Anna-Kapelle gebaut werde. Ins Stammbuch schrieb Götz aber deutlich auch ihre Bitte an Behörden wie Umweltverbände, bei solchen Projekten intensiver, als in diesem Fall geschehen, den Bürgerdialog zu suchen, um die Sinnhaftigkeit ihrer Beschlüsse zu erläutern, über Gebühr strapazierte Verzögerungen zu erklären.

Wie Götz freute sich auch Wallburgs Ortsvorsteher Manfred Schöpf über den Abschluss der Maßnahme, die ganz Wallburg aufwerte. "Eine Super-Bushaltestelle", ein verkehrsberuhigter südlicher Ortseingang, sichere Überquerungshilfen, all das werde "Gras wachsen lassen über all den Ärger der Vergangenheit."

Michael Loritz, zuständiger Dezernent des Landkreises für Infrastruktur, konnte neben den interessierten Bürgern auch eine Vielzahl von politischen Repräsentanten begrüßen, unter ihnen die Bundestagsabgeordneten Peter Weiß, Johannes Fechner, Thomas Seitz, die Landtagsabgeordnete Sandra Boser, zahlreiche Bürgermeister der Raumschaft, Kreis-, Gemeinde- und Ortschaftsräte.

Vom Kreisel am Ortseingang von Münchweier Richtung Süden will der Kreis auf einer Länge von 600 Metern auf der westlichen Seite der Kreisstraße einen Radweg bis zur Anna-Kapelle bauen. Damit wird dann zugleich ein Lückenschluss zum Nachbar-Landkreis vollzogen. Das Projekt soll noch 2019 fertig geplant sowie ausgeschrieben und im Frühjahr 2020 umgesetzt werden. Das Landratsamt hatte die Gesamtkosten auf 519 000 Euro beziffert.

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