Ettenheim Sterne, Planeten und fremde Galaxien sorgen für Staunen

Ob mit bloßem Auge oder per Teleskop: Die Teilnehmer der Sternennacht blickten fasziniert in den Nachthimmel über EttenheimweilerFoto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Ettenheimweiler. "Weißt du wie viel Sternlein stehen?", fragt ein bekanntes Kinderlied. Allein in der von Erde teils sichtbaren eigenen Milchstraßen-Galaxis sind es geschätzt rund 250 Milliarden plus minus 150 Milliarden. Grund genug für den Landschaftspflegeverein (LPV) Ettenheimweiler, den Nachthimmel einmal gründlich zu betrachten. Fachkundig und technisch geholfen hatte dabei der Astronomische Verein Ortenau (AVO). Mehr als 70 astronomisch interessierte Nachtschwärmer hatten sich nach Einbruch der Dunkelheit auf einem Hügel bei der Oberwasenhütte außerhalb des Ortes eingefunden, um nach oben zu blicken.

Diese liegt südlich von Ettenheimweiler und um sie herum befinden sich Biotope, Teichanlagen und Streuobstwiesen, die der LPV betreut. Eigentlich war die "Sternennacht" dort schon im März geplant gewesen, aber coronabedingt musste sie verschoben werden. Nun fand sie bei halbwegs guten Sichtbedingungen mit Schutzmaßnahmen statt, so wurden etwa die Besucher in vier Gruppen aufgeteilt.

Zur Startzeit um 20 Uhr: arbeitet sich zunächst nur der Polarstern durch den wässrigen Abenddunst, der Mond glänzt durch Abwesenheit auf der anderen Erdseite. Doch dann füllt sich der Sternenhimmel gründlich. Vier der insgesamt sieben vereinseigenen Teleskope des AVO mit bis zu 14 Zoll Größe und klangvollen Namen wie etwa Isaak (Roberts), Rhodan (Science-Fiction-Held Perry) oder Hubble 2 sind vor Ort computergestützt ausgerichtet.

Der Polarstern ist als Erster zu sehen

Zuerst geht es nach himmlischer Einführung mit Laserpointer um Planeten. Da kommt gleich der Riesen-Gasplanet Jupiter dran, mit knapp 780 Millionen Kilometern Entfernung von der Erde "nur" einen Katzensprung über 30 Lichtminuten weit weg. Deutlich sind seine Wolkenbänder zu sehen, samt vier gerade passierenden Monden (insgesamt sind es zwölf). Da staunt auch die achtjährige Rosalie als jüngste Teilnehmerin.

Anschließend folgt ein Richtungs-Wechsel zum fast doppelt so weit entfernten Saturn, dessen Licht bis zur Erde immerhin schon fast eine Stunde braucht. Dennoch sind seine berühmten Ringe gut zu erkennen. Natürlich gibt es an den Teleskop-Stationen auf die vielen Fragen stets Antworten und weitere Informationen.

Dann wird zur nächsten Runde umfokussiert: Jetzt sind ferne Sonnen dran, wie etwa der licht-dominierende Arcturus im Sternbild des Hundssterns oder das Doppelsternsystem Sirius als hellste Nordhimmel-Quelle im Großen Hund; mit "nur" 8,6 Lichtjahren noch fast Nachbar um die Galaxis-Ecke. Aber auch andere Galaxien wurden angepeilt, die man per Auge nicht mehr sieht. Rund eine Billion von ihnen werden im gesamten Weltall vermutet, mit jeweils abermals Hunderten von Milliarden Sonnen. Durch die Okulare zu sehen waren etwa Kugelsternhaufen und Dunkelnebel aus Gas und Staub, wie der des berühmten Pferdekopfes als Galaxis-Geburtsstätte. Doch den sieht man höchstens, wie er vor 1500 Jahren einmal ausgesehen hat, als sich sein Licht auf die Reise zur Erde gemacht hatte.

Da kommt angesichts unserer kleinen Erde und galaktisch nicht mal subatom-mikroskopisch wahrnehmbarer Menschheit gehörige Ehrfurcht auf; jedenfalls erging es allen Nachthimmel-Betrachter beim Blick in die Unendlichkeit des Himmels so. Bis nach Mitternacht bestaunten sie mit Hilfe der AVO-Astronomen die Wunder der Planeten- und Sternenwelt.

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