Ettenheim Sonnenblumen als Landebahn für Insekten

Auch zwischen Ettenheim und Münchweier blühen derzeit diese Sonnenblumen. Die Pflanze sieht nicht nur gut aus, sondern hat auch ganz praktische Nutzen. Foto: Ullrich Foto: Lahrer Zeitung

Ettenheim (ull). Die einjährige Sonnenblume ist eine der auffälligsten und am schnellsten wachsenden Blumen der Region. Ihre Blüten bedecken auf halben Weg zwischen Ettenheim und Münchweier ganze Felder. Die Blume wird als Zier- und Nutzpflanze gezüchtet und muss jedes Jahr neu angepflanzt werden.

 Herkunft: Die Sonnenblume stammt aus Nordamerika, wo die Indianer die fettreichen Samen als Nahrung verwendet haben. Nach Europa eingeführt wurde die Blume von den Spaniern bereits im 16. Jahrhundert als Zierpflanze. Erst im 19. Jahrhundert wurde die Sonnenblume, zunächst in Russland, als Ölpflanze entdeckt.

  Vorkommen: In Deutschland ist die Sonnenblume häufig (zum Beispiel durch Vogelfuttersamen) wild vorkommend, jedoch nie beständig ansässig. Die Pflanze benötigt stickstoffreichen, nicht zu trockenen Humusboden in sonniger Lage für ein optimales Gedeihen. Der Name Helianthus leitet sich übrigens aus dem griechischen Wort Helios für Sonne ab.

 Wachstum: Erreicht wird eine Höhe von etwa 100 bis 350 Zentimetern. Der gerade Stängel ist markhaltig und bis zu 5 Zentimetern dick. Im oberen Bereich des Stängels kommt es gelegentlich zu Verzweigungen, wobei dann jedes Ästchen eine Blüte trägt. Die großen Blätter sind herzförmig, am Rand gesägt und stark behaart. Sie sind 20 bis 40 Zentimeter lang und knapp 10 bis 30 Zentimeter breit.

 Blütenstand: Der Blütenstand besteht aus einem tellergroßen (bis 40 Zentimeter) Blütenkorb mit großen, 5 bis 10 Zentimeter langen, gelben Zungenblüten am Rand und kleineren braunen Röhrenblüten in der Mitte. Die sogenannten Hüllblätter sind dachziegelartig in mehreren Reihen angeordnet. Der große Blütenstand mit dem gelben Rand ist für Insekten Landehilfe und Zielmarkierung zugleich. Dieses Prinzip der Scheinblüte, welche aus vielen kleinen Blüten besteht, haben sie perfektioniert.

 Blütezeit: Die Sonnenblume blüht von Ende Juni bis in den Oktober hinein. Die Ernte der Sonnenblumenkerne erfolgt im September. Die Blütenköpfe und Blätter drehen sich während des Tages immer in Richtung Sonne. Erst im reifen Zustand wenden sich die Blütenköpfe nicht mehr, sondern hängen durch ihr Gewicht nach unten, zudem setzt eine Verfestigung im Pflanzengewebe ein, welche die Drehungen nicht mehr möglich macht.

 Wurzel: Die Sonnenblume besitzt eine kräftige, sehr lange Pfahlwurzel als Stütze, welche von einem dichten Wurzelfilz zur Wasseraufnahme umgeben ist.

  Dekoration: Neben der Nutzung als dekorative Gartenpflanze wird die Sonnenblume auch als Nutzpflanze feldmäßig angebaut. Die Samen werden zu der Herstellung von Sonnenblumenöl, Mayonnaise und Margarine verwendet. Die Pressrückstände werden als Viehfutter genutzt. Sonnenblumensamen werden auch als Vogelfutter genutzt. Raffinierte Sonnenblumenöle werden in technischen Bereichen auch als Schmiermittel oder Weichmacher genutzt.

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