Ettenheim Roman zeigt Artenvielfalt in der Vorbergzone

Autor Hans Joachim Gorny mit seinem neuen Roman "Frida und Frieder oder Naturschutz ist alles" Foto: Göpfert

Ettenheim - Der sechste Roman von Biotop-Pfleger Hans Joachim Gorny ist erschienen. Aus der Sicht eines jungen Mädchens wird in "Frida und Frieder oder Naturschutz ist alles" deutlich: Bauland weckt stets Begehrlichkeiten, auch auf Kosten der Artenvielfalt.

Eigentlich sollte der neue Roman von Gorny eine Foto-CD über Biotoppflege werden. Doch die Erläuterungen gerieten so ausführlich, dass er sich stattdessen für ein Buch entschied. 20 Jahre dauerte es, bis er seine Idee umsetzte. Entstanden ist aber kein Lehrbuch und auch kein Science-Fiction-Roman wie ursprünglich geplant. Stattdessen trifft man auf die quirlige Frida als Hauptperson: Lebenslustig, mit Charme ausgestattet und von kleiner Statur scheint sie nicht nur optisch nicht so recht zum Rest ihrer eher konservativen, hochgewachsenen Familie zu passen. Der Leser sieht sie aufwachsen, vom jungen Mädchen zur reifen Frau.

Fridas Interesse an den Männern ist groß – und bis sie sich schließlich auf Frieder festlegt, dauert es. Noch größere Leidenschaft jedoch entwickelt sie für den Naturschutz. In ihrem Wohnort, dem fiktiven Heidingen in der Vorbergzone, tritt sie zunächst dem BUND und dann dort der neu gegründeten Nabu-Gruppe bei. Gemeinsam versuchen die "Nabus", der einstigen Kulturlandschaft in der Vorbergzone des Schwarzwalds die Artenvielfalt wieder zurückzubringen. Nach jahrzehntelanger Biotop-Pflege beginnen Anemonen, Orchideen oder Affenknabenkraut, wieder zu blühen. Insekten siedeln sich an und sogar die Störche kommen zurück.

Doch das scheinbar freie Land weckt Begehrlichkeiten: eine riesige Lagerhalle, eine Vergrößerung von Weinanbauflächen oder ein Wohngebiet für Betuchte – über die Jahrzehnte müssen die Nabus in teils harten Kämpfen immer wieder Begehrlichkeiten abwehren. "Alles, was sich zu Geld machen lässt, wird nie sicher sein", ist auf einer der letzten Seiten des Buches zu lesen.

Sensibilisierung für Landverbrauch

Es ist eine Mahnung gegen den Landhunger in der Region – denn auch wenn der Ort des Geschehens fiktiv ist, die Geschehnisse und Probleme sind es nicht: "Das meiste ist irgendwann irgendwo mal so passiert", erklärt Gorny im Gespräch mit unserer Zeitung: Die politischen Ereignisse, der Landhunger und Bauversuche, aber auch scheinbare Details wie Fridas Schlankheitskur, der sie ihre kleine Statur zu verdanken hat.

Ob es ihm gelingen wird durch seinen Roman Bürger für den Landschaftsverbrauch zu sensibilisieren? Der Ettenheimer hofft es zumindest: "Andere europäische Gegenden sind bereits stark zugebaut, das wird dem Rheintal eines Tages auch blühen", befürchtet er.

Hoffnungen hat Gorny noch für die Vorbergzone, dort aber auch gesehen, wie sich in der Region in der jüngsten Zeit vor allem Ein-Familien-Häuser immer mehr in das Gebiet hineinfressen, das reines Grünland ist. "Das sollte Landschaftraum eigentlich für Menschen, Pflanzen und Tiere sein, ihnen zum Erholen dienen und als solches erhalten bleiben."

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