Ettenheim Polizei: Autos wurden angezündet

Südliche Ortenau/Herbolzheim - Hat der Feuerteufel seinen Aktionsradius vergrößert? Diese Frage wird die Polizei wohl noch einige Tage beschäftigen. Sicher scheint indes: Die vier Autobrände in Herbolzheim wurden gelegt.

Gut ein Monat verging ohne eine Meldung über brennende Autos. Zuletzt ging in den frühen Morgenstunden des 26. Novembers in Mahlberg ein Auto in Flammen auf. Pünktlich vor dem Jahreswechsel war es nun aber vorbei mit der Ruhe – auch wenn die nächsten Schreckensnachrichten nicht wie bisher aus der südlichen Ortenau, sondern aus dem nördlichen Breisgau kommen.

Mit insgesamt vier Autobränden befasst sich die Kripo Emmendingen seit vergangenem Sonntag, die Tatorte waren in allen Fällen in Herbolzheim. Gegen 6 Uhr wurde am 30. Dezember in der Moltkestraße ein brennender Mercedes Vito gemeldet. Keine zwei Stunden später musste die Feuerwehr in die Straße "An der Lehrten" ausrücken, wo ein VW Golf und ein BMW X 1 in Flammen standen. Schließlich brannte in der Silvesternacht um 0.50 Uhr in der Hohe Straße ein Skoda Roomster. In allen Fällen gelang es den Wehrleuten, das Feuer schnell zu löschen; zu verhindern, dass die Autos nur noch Schrottwert haben, vermochten sie aber nicht.

"Aufgrund der räumlichen und zeitlichen Nähe der vier Fälle gehen die Ermittler von Brandstifung aus", teilte die Polizei am Mittwochnachmittag mit. Die Bilder aus Herbolzheim gleichen denen, die man seit September 2017 in regelmäßigen Abständen aus der südlichen Ortenau zu Gesicht bekam: verschmorte Vorderreifen, ausgebrannte Motorräume. Mehr als 40 Fälle ordnet die eigens eingerichtete Ermittlungsgruppe der Brandserie zwischen Schwanau und Ettenheim zu.

Nach wie vor keinen Tatverdächtigen

Müssen die Beamten Zahl und Ermittlungsradius nun erweitern, sprich: Haben der oder die Feuerteufel nun auch jenseits der Kreisgrenze zugeschlagen? "Das ist noch offen, aber natürlich prüfen wir einen Zusammenhang mit der Brandserie im Ortenaukreis", erklärte Polizeisprecher Walter Roth auf Nachfrage der Lahrer Zeitung. Zuständig bliebe für die Herbolzheimer Fälle bis auf Weiteres – dem Präsidiumsbereich entsprechend – die Emmendinger Kripo. "Aber wir stehen bei den Ermittlungen in engem Kontakt mit den Offenburger Kollegen, da geht nichts verloren", versichert Roth.

Bekanntermaßen wurde die Polizeipräsenz auf den Straßen im Süden der Ortenau wegen der Brandserie deutlich erhöht. Dass die ein oder andere Zusatzstreife nun auch mal einen Abstecher in den Breisgau macht, ist laut Roth "nicht unwahrscheinlich". Allerdings sei es noch zu früh für eine konkrete Einsatzplanung.

Sicher ist indes, dass es –­ sollte der Brandstifter nun tatsächlich auch in Herbolzheim sein Unwesen treiben – nicht leichter wird, ihm das Handwerk zu legen. Roth übt sich in Zweckoptimismus: "Mit jedem weiteren Fall wird die Wahrscheinlichkeit größer, dass der Täter einen Fehler macht und geschnappt werden kann." Zeugen oder gar einen Tatverdächtigen gebe es aber auch in den jüngsten Fällen nicht.

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