Ettenheim Notfall-Ambulanz nur noch werktags?

Die Notfall-Ambulanz des Ettenheimer Krankenhauses soll ab August am Wochenende und an Feiertagen nur noch für zwei Stunden geöffnet sein. Foto: Bender

Ettenheim - Das Ortenau-Klinikum setzt in Ettenheim nochmals den Rotstift an. Ab August soll die chirurgische Ambulanz nur noch werktags offen sein. Wer am Wochenende medizinische Hilfe braucht, muss Zentralen zur Notaufnahme nach Lahr.

Der Ausschuss für Kliniken und Gesundheit berät am Dienstag, 18. Mai, über eine Reduzierung der Öffnungszeiten der chirurgischen Krankenhausambulanz Ettenheims. Laut Sitzungsvorlage sollen die Öffnungszeiten werktags von 8 bis 18.30 Uhr erhalten bleiben.

Am Wochenende und am Feiertag soll die Klinik ab 1. August jedoch nur noch tagsüber für zwei Stunden einen allgemeinen Notfalldienst bieten. Die neue Regelung soll so lange gelten, bis das Ettenheimer Krankenhaus in ein "Zentrum für Gesundheit" umgewandelt wurde (siehe Info).

Grund für die Änderung der Öffnungszeiten sei, dass die chirurgische Notfallversorgung bisher durch das Team der Fußchirurgie erbracht worden sei. Diese wird jedoch aufgrund des Weggangs von Chefärztin Charlotte Hase zum 30. September ihren Betrieb einstellen.

Da zudem noch Urlaub und Überstunden abgebaut werden müssten, geht das Klinikum davon aus, ab etwa August den Betrieb am Wochenende nicht mehr aufrechterhalten zu können. Jedenfalls nicht, ohne dass jemand Neues eingestellt würde, etwa im Rahmen der Abteilung Unfallchirurgie.

Jedoch wäre diese Lösung mit weiteren Kosten verbunden. "Eine Aufstockung des ärztlichen chirurgischen Personals ist in Abwägung von Kosten und Nutzen aufgrund der wirtschaftlichen Situation nicht sinnvoll", heißt es deshalb in den Sitzungsunterlagen.

Stattdessen soll die Versorgung der akuten Notfallpatienten in der Nacht und an Wochenenden in der Betriebsstelle Lahr erfolgen. Dort soll ab Juli 2021 auch die neue Zentrale Notaufnahme (ZNA) zur Verfügung stehen.

Mit der Umwandlung des Ettenheimer Krankenhauses in ein "Zentrum der Gesundheit" werden die Karten ohnehin neu gemischt: Denn mit dem Ende des stationären Krankenhausangebotes entfällt die Berechtigung für Klinik-Notfallbehandlungen.

Die Strukturen des "Medizinischen Versorgungszentrums" müssen dann die Versorgung komplett übernehmen – und zwar ebenfalls nur werktags. Unter der Woche soll das chirurgische medizinische Versorgungszentrum weiterhin Sprechstunden und eine einfache Notfallversorgung anbieten.

Dazu müsse gegebenenfalls die Zahl der Sitze aufgestockt werden, um die Öffnungszeiten von montags bis freitags vollumfänglich abzudecken und das Leistungsangebot zusätzlich auszubauen, heißt es in den Sitzungsunterlagen. Darüber hinaus müsse eine hinreichende Röntgendiagnostik erhalten bleiben. Zusätzlich biete sich die Einholung einer Durchgangsarzt-Zulassung an, um auch nach dem Wegfall der klinischen BG-Ambulanz leichte Berufsunfälle versorgen zu können.

Die Fachabteilung für Fußchirurgie stellt zum 30. September in Ettenheim ihren Betrieb ein. Kurz- bis mittelfristig werden danach die bestehenden stationären Leistungsangebote Innere Medizin und Schmerzmedizin ausgebaut.

Mittel- bis langfristig erfolgt die Umwandlung in ein "Zentrum für Gesundheit Ettenheim", in dem eine Geriatrische Rehabilitation entstehen soll, ergänzt um weitere, insbesondere ambulante Angebote, die die stationären Krankenhausleistungsangebote ablösen.

Über beide Entwicklungsstufen sollen die bestehenden ambulanten internistischen sowie chirurgischen Leistungsangebote erhalten bleiben. Mittel-bis langfristig muss aber eine andere Konzeption entwickelt werden, da die Betriebsstelle nach Umwandlung in ein "Zentrum für Gesundheit Ettenheim" formal kein Krankenhaus mehr ist und demzufolge keine Krankenhaus-Notfallversorgung sowie kein Durchgangsarzt-Verfahren mehr anbieten darf.

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