Ettenheim Neues Baugebiet ist umstritten

Obwohl die Nachfrage im Ettenheimer Baugebiet Supperten I – hier bei der Eröffnung im Oktober 2019 – groß war, ist das Thema des neuen Baugebiets "Supperten II" im Gemeinderat umstritten. Foto: Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Das letztendliche Ja, Supperten II als Baugebiet in Angriff zu nehmen, war im Gemeinderat deutlich umstrittener als zuvor im Bauausschuss. Die Gründe für die Ablehnung sind unterschiedlich.

Ettenheim. Ein Anlieger östlich des Marbachgrabens versicherte bei der Gemeinderatssitzung, grundsätzlich nichts gegen eine Bebauung der südlichen Verlängerung von Supperten I zu haben (dieser Teilbereich ist bereits bebaut). Seine Sorge gelte vielmehr dem bestehenden Baumbestand mit den alten Nussbäumen – ob dieser nicht als Ausgleichsfläche für das geplante Baugebiet ausgewiesen, sprich: erhalten werden könne.

Bürgermeister Metz sicherte zu, dass die Frage natürlich geprüft werde, dass aber Ausgleichsflächen üblicherweise außerhalb der Baugebiete ausgewiesen würden, auch um die Kosten für die Bauherren in Grenzen zu halten.

In der anschließenden Diskussion wurden aus dem Bauausschuss bekannte Forderungen wiederholt: die Einbeziehung von Stadtplanern für Supperten II, neue Bauformen, neue energetische Versorgungskonzepte. Bernd Billharz (SPD) befürchtete "Sonntagsreden", mahnte den tatsächlichen Bedarf an.

Das alles, so befand Sitzungsleiter Metz, werde erst dann eine Frage, wenn der Gemeinderat der Bebauung grundsätzlich zustimme. Dem wiederum versuchte CDU-Stadtrat Christoph Biehler einen Riegel vorzuschieben. In Ettenheim, so befand der Altdorfer Gemeinderat, sei in den vergangenen 25 Jahren genug gebaut worden.

Auch "Auf den Espen" ist ein Thema

"Langsam machen", so seine Forderung mit Verweis auf die mit der Neubebauung verbundene Flächenversiegelung, Lärmbelästigung, folgende Infrastruktur (Kindergarten).

Auf die Gegenrede von Bürgermeister Metz mahnte Biehler an den Rathauschef, "auch andere Meinungen gelten zu lassen, unangenehme Meinungsäußerungen nicht zu diskreditieren". Andreas Kremer (SPD) befand, der Gemeinderat habe mit der Ablehnung einer Wohnbebauung auf den Espen "eine große Chance vergeben".

Wolfgang Kratt (FWV) unterstützte Biehlers Sichtweise. Es müsse gebremst werden, dass gute Böden durch ständige Neubebauung verloren gehen. "Ich kann mit dem Vorstoß der Verwaltung nicht mitgehen", so der Landwirt. Bürgermeister Metz wiederum argumentierte: "Wir laufen Gefahr, dass wir Ettenheimern, die in ihrer Heimat bauen wollen, die Tür weisen."

Am Ende der Gemeinderatssitzung versammelte die Ettenheimer Verwaltung mit ihrem Vorhaben, Supperten II als Neubaugebiet auszuweisen, die Mehrheit des Gemeinderates hinter sich – gegen die Stimmen von Christoph Biehler (CDU), Thomas Dees und Wolfgang Kratt (beide FWV).

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