Ettenheim Letztes Mal in adventlicher Pracht

Martin Oswald

Klauskonzert: Altdorfer und Reichenbacher Musiker überzeugen ihr Publikum / Münchgrundhalle vor Abriss

Mit einem grandiosen Klauskonzert hat sich der Musikverein Altdorf von der vor dem Abriss stehenden Münchgrundhalle verabschiedet. Die Halle zeigte sich noch einmal in adventlichem Gewand, die Musiker ließen keine Wünsche offen.

Altdorf. Die Gastgeber hatten mit der Musikkapelle Reichenbach ein ambitioniertes Blasorchester eingeladen. Deren Dirigent Manuel Philipp Gruber hatte sein Programm mit dem Altdorfer Kollegen Markus Obergföll sehr gut abgestimmt. Die begeisterten Gäste in der gut besetzten Halle bekamen somit ein breites Spektrum der klassischen und modernen Blasmusik zu hören.

Die Gäste aus dem Schuttertal eröffneten den Konzertreigen mit dem festlichen Konzertstück "Festival Flourish". Melancholisch und stimmungsvoll "erzählte" Hanna Tränkle mit ihrem Altsaxofon in "I dreamed a Dream" aus dem Film "Les Miserables" von unerfüllten Träumen und Sehnsüchten. Als Könner am Xylofon zeigte sich Adrian Gehringer beim ungarischen Monti-Klassiker "Czardas". Das virtuose Spiel des Solisten war ein Höhepunkt des Abends.

Nicht weniger beeindruckend war der für die Reichenbacher Kapelle extra arrangierte klassische "Marsch der Soldaten des Robert Bruce". Das majestätische Stück wird gerne bei offiziellen Anlässen des Bundes aufgelegt. Mit dem Tom-Jones-Hit "It’s not unusual" im Big-Band-Stil und dem verzaubernden Walzer zu "Cinderella’s Dance" beendeten die Gäste ihren Beitrag. Den Zugabe-Forderungen kamen die Reichenbacher mit dem zünftigen Marsch "Hochheiligsburg" gerne nach.

Gewohnt charmant, witzig und informativ führte die stellvertretende Vorsitzende Annika Möhringer durchs Programm der Gastgeber. Die Moderation bei den Stücken der Gäste teilten sich die Aktiven. Die Altdorfer eröffneten ihren Part mit dem klangvollen Konzertstück des holländischen Marschkönigs Johan Wichers "Mars de Medici". Einen Hochgenuss für die Ohren intonierten die Altdorfer mit dem Stück "Die Mühle aus dem Schwarzwaldtal". Das Volkslied wurde von dem musikalischen Tausendsassa Christian Sade, der Gast des Konzerts war, auf besondere Weise mit traditionell harmonischen, aber auch ungewöhnlichen Swingelementen arrangiert und begeisterte sowohl die Interpreten als auch das Publikum.

Kuba, Mambo und Karibik – Musik für die Beine und Hüfte servierte Dirigent Obergföll mit dem Welthit "Time of my Life" aus dem Film Dirty Dancing. Mit "Dahoam" wurde das Publikum jedoch gleich wieder in die heimischen Gefilden zurückgeholt. Als Hommage an die Münchgrundhalle angekündigt, dominierten das Stück neben dem "tiefen Blech", insbesondere die Solo-Trompeter Jörg Biehler und Ralf Geppert. Um das Blech ging es auch bei der "Blechxpress Polka" von Stephan Hutter.

Hervorragende Posaunisten

Die Altdorfer verfügen auch über hervorragende Posaunisten. Mit Bernhard Costa, Rüdiger Geppert und Alexander Ruchti zeigten drei Routiniers ihre musikalische Kraft. "Blessed Bones" von Marcel Saurer gab dem Trio das Fundament ihre Künste am "gut gefetteten Zug" zum Gospel und zum Jazz zu intonieren. Und noch eine Überraschung hatten Altdorfers Musiker parat. A capella und vor der Bühne zeigte eine Abordnung ihr stimmliches Können mit "For the longest Time" von Billy Joel. Dirigent Obergföll und Schlagzeuger Fabian Bühler als Leadsänger zusammen mit einem stimmlich ausgewogenen Hintergrund-Chor – eine Zusammensetzung und Interpretation, die faszinierte. Mit einem Medley aus dem Zeichentrickfilm "Madagascar" wollte sich die Kapelle verabschieden, durfte aber erst nach zwei Zugaben ihre Instrumente zusammenpacken.

Zwei Ehrungen sprach der Altdorfer Vorsitzende Wolfgang Spengler am Abend aus. Von den Blasmusikverbänden des Bundes und der Ortenau wurden Petra Möhringer für 16 Jahre Vorstandstätigkeit und Simone Keckeis für 40 Jahre als aktive Musikerin mit goldenen Abzeichen geehrt.