Ettenheim Kulturhaus-Betreiber zeigt Flexibilität

Der Brite Matt Woosey beweist Erfindergeist, um sein Kulturhaus Gallaghers Nest am Leben zu halten. Foto: Decoux-Kone

Münchweier - Die Feierlichkeiten zum Dreijährigen von Gallaghers Nest hätten sich Matt und Lisa Woosey sicherlich anders vorgestellt. Seit November ist das Münchweierer Kulturhaus geschlossen. Über Wasser hält es sich mit dem neuen Bier- und Cidershop.

"Wir sind immer noch hier. Startbereit mit neuem Elan zu öffnen, wann immer es wieder möglich ist", verkünden Lisa und Matt Woosey zum Dreijährigen von Gallaghers Nest. Es sei schwer für die beiden, aktuell keine Konzerte oder andere Veranstaltungen ausrichten und diesbezüglich auch keine Pläne für die Zukunft schmieden zu können.

Durch die Eröffnung des Bier- und Cider­shops vor einem halben Jahr sei es jedoch immerhin möglich, das Kulturhaus am Leben zu halten. Er soll Gallaghers Nest retten. "Damit wir die Türen nicht für immer schließen müssen", meint Matt Woosey, der als Musiker und Betreiber stark vom Lockdown betroffen ist.Mit 60 englischen Sorten startete Woosey den Verkauf. "Vor allem das Weihnachtsgeschäft lief hervorragend", freut sich der Betreiber.

Auch eigene Cider-Produktion ist angedacht

Jetzt hat sich abermals etwas getan im Kulturhaus in Münchweier. Im Shop wurden neue Regale eingebaut, handgemacht von Woosey. Sie sind so konzipiert, dass sie schnell zur Seite geräumt werden können, sobald die Kultureinrichtung wieder in Betrieb gehen kann. So konnte er das Sortiment um zehn neue Sorten erweitern.

"Wir haben Iron-Maiden- und Motörhead-Biere, mit eigenem Rezept der Bands, inklusive den passenden Gläsern und Merchandising. Auch die neue Sorte Peaky Blinders, benannt nach einer englischen Serie, wurde ins Programm mitaufgenommen", so der Betreiber und berichtet weiter: "Das englische Bier ist vielfältig. Wir haben salziges, bitteres, fruchtiges, süßes und hopfenreiches, von tiefschwarz bis golden". So gibt es in Gallaghers Nest etwa neben traditionell gebrauten englischen Biere, auch Fruchtbiere, diverse Indian Pale Ale, Bio-Biere, alkoholfreie Biere oder Cider aus Äpfel oder Birnen zu finden.

Bisher bezog Matt Woosey die Biere über einen Hamburger Großbetrieb. Auch das soll sich bald ändern: "Ich habe Kontakt zu kleineren Brauereien aus meiner Heimat Malvern in Birmingham aufgenommen und zu Bauern, die selbst Cider produzieren", sagt Matt Woosey.

Wenn alles reibungslos funktioniert, will er schon in ein paar Wochen die englischen Biere direkt importieren. In Planung sei auch eine eigene Cider-Produktion in Zusammenarbeit mit dem Gasthaus Rebstock in Münchweier. "Wir wollen gespendete Äpfel von Privatleuten zu einer bunten Cidermischung verarbeiten und die Bauern bekommen im Gegenzug von uns ein Cider-Cuvée zurück", erklärt Woosey.

Neben einem Bier-Lieferdienst und einem Bier-Club-Abo bietet Woosey auch Geschenkkörbe im Shop an.

Unterstützung fürs neue Album

Die Arbeiten für Matt Wooseys neues Album "Compass And The Sand" sind in vollem Gange ist. "Ich habe ein Jahr lang an einer Sammlung neuer Songs gearbeitet, die ich bereits aufgenommen habe", erklärt Woosey. Diese Aufnahmen seinen noch nicht die Finalversion, sondern erst Demos, die den Musikern eine Orientierung bieten sollen.

Mitmachen werden Musiker aus England, Deutschland und Südamerika. Um das Album zu finanzieren, hat Woosey eine Crowd-Funding-Kampagne gestartet: "Der Deal ist, dass jeder, der die Demos herunterlädt, zum endgültigen Album beiträgt und den Geldbetrag vom Preis des fertigen Produkts zurückerhält. Es ist ein bisschen so, als würde man im Voraus zum fertigen Album beitragen", erklärt er das Konzept.

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