Ettenheim Keine Wohnungen auf den Espen

Die Pläne zur Bebauung des Quartiers "Auf den Espen" dürften künftig noch für Diskussionen im Ettenheimer Gemeinderat sorgen. Foto: Archiv - Decoux-Kone

Ettenheim - Das Quartier "Auf den Espen" erhält nach dem Willen des Gemeinderats einen Bebauungsplan. Allerdings soll es im Osten Ettenheim keine Wohnbebauung geben. Ein entsprechender Vorschlag der Verwaltung fand bei der Sitzung am Mittwoch keine Mehrheit.

Erweiterung und Bebauung umstritten

Mit seiner Zustimmung, über die Grünfläche vom Bauhof bis zur Straße Mühlenweg, einen Bebauungsplan zu legen, verknüpfte der Ettenheimer Gemeinderat klare Vorgaben. Neubau von Kindergarten und Pflegeheim ja, Wohnbebauung – wie von der Stadtverwaltung im südlichen Bereich angestrebt – nein. Und auch der städtische Bauhof, der einer Erweiterung bedarf, ist am bisherigen Standort weiterhin nicht unumstritten.

Stefan Läufer vom beauftragten Stadtplanungsbüro FSP aus Freiburg hatte den Stadträten eine eindrückliche Präsentation mitgebracht, die verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten des Quartiers im Osten der Stadt aufzeigte. Zu sehen war der Bauhof mit der angedachten Erweiterung durch eine Gärtnerei, ein viergeschossiges Pflegeheim in H-Form südlich anschließend, den dreigeschossigen Kindergartenbau – zwei Geschosse für die Kita, das obere für Personalwohnungen – und schließlich eine mögliche Wohnbebauung, vom Einfamilien- bis zu Mehrfamilienwohnhäusern in der Südhälfte der derzeitigen Grünfläche. Alles angemessen erschlossen, mit Begegnungshöfen, Tiefgaragen, Erhalt eines Grüngürtels und Nutzung bereits vorhandener Fußwege und Parkflächen.

Kostenvergleich zum Neubau spielt eine Rolle 

Bürgermeister Bruno Metz hatte es Stadtbaumeister Markus Schoor überlassen, den Gemeinderat davon zu überzeugen, warum der Bauhof am aktuellen Standort am richtigen Ort, eine Erweiterung also hier am sinnvollsten sei. Der Kostenvergleich zur Alternative Neubau an anderer Stelle spielte bei Schoors Argumentation, auch mit Blick auf die coronabedingt veränderte Haushaltslage, eine wesentliche Rolle. Ebenso die zentrale Lage in der Gesamtstadt.

Einige Stadträte sahen das anders. "Für die Entwicklung der Gesamtfläche ist der Bauhof ein Störfaktor", so beispielsweise Bernd Billharz (SPD). Andreas Kremer (SPD) wurde noch deutlicher: "Der Bauhof ist hier am falschen Platz." Und auch Sabine Meier (FLE) machte sofort deutlich: "Wenn der Bauhof hier bleiben soll, stimme ich dagegen" – also gegen einen Bebauungsplan. Stadtplaner Läufer erklärte indes: Sollte in späteren Jahren der Bauhof tatsächlich verlegt werden, gäbe es auch auf dieser Fläche gute Möglichkeiten einer neuen Nutzung.

Abstimmungsergebnis mit einer Stimme denkbar knapp

Rathauschef Metz stellte demnach zur Abstimmung: Den Bauhof zunächst am jetzigen Standort zu belassen und bedarfsgerecht mit einer Gärtnerei zu erweitern – um "mittelfristig" seinen Standort auf den Prüfstand zu stellen. Die Mehrheit stimmte zu, drei Räte dagegen.

Dagegen war schnell absehbar, dass sich für Kindergarten und Pflegeheim eine Mehrheit finden würde. Grundsätzlich dagegen war Thomas Ullrich (FLE). Er sah sowohl bei Kita als auch beim Pflegeheim in Ettenheimmünster Möglichkeiten für eine zeitgemäße Sanierung am bestehenden Ort. Der Erhalt der letzten stadtnahen Grünfläche war ihm persönlich wichtiger. Am Ende waren 17 Räte für den Bau von Kita und Pflegeheim, sieben dagegen, bei einer Enthaltung. Dass der Stadtplaner zuvor deutlich darauf hingewiesen hat, dass der Gemeinderat auch bei deren letztendlicher Gestaltung – Geschossigkeit beispielsweise – das Heft des Handels in der Hand behalte, erleichterte vielen Räten offensichtlich ihre Zusage.

Das Abstimmungsergebnis zur Frage, ob ein Bebauungsplan inklusive Wohnbebauung auf den Weg gebracht werden soll, fiel denkbar knapp aus: Zwölf Ratsmitglieder votierten dafür, 13 dagegen.

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