Ettenheim Kaninchen-Mörder unterwegs?

Ein Bild aus einer Zeit, als die Welt für die Familie Ruf und ihre Tiere noch in Ordnung war: Das weiße Zwergkaninchen wurde am Samstag getötet, von dem grauen fehlt jede Spur. Foto: privat

Ein mutmaßlicher Fall von Tierquälerei sorgt in Münch­weier für Aufsehen: In einem Garten soll ein Kaninchen getötet und am Zaun aufgehängt worden sein, ein zweites Tier ist verschwunden. Die Besitzer sind geschockt, die Polizei ermittelt.

Münchweier. Die Entdeckung, die Stefan Ruf am späten Samstagabend machen musste, ist nicht nur für Tierliebhaber ein Graus. Als der Münch­weierer gegen 23.30 Uhr von einer Feier nach Hause kommt, will er die beiden Familienkaninchen aus dem Freigehege, in dem die Tiere den Tag verbringen, zu ihrem Nachtlager in den Stall tragen. Doch aus der täglichen Routine wird ein wahrer Horror: "Ein Kaninchen war weg, das andere hing rücklings tot am Zaun."

Nachdem der erste Schock verdaut war, verständigte Ruf die Polizei. Eine Streife vom Lahrer Revier machte sich noch in der Nacht ein Bild vor Ort. "Die Beamten waren genauso geschockt wie wir", berichtet Ruf. Auf Nachfrage bestätigte Polizeisprecherin Karen Stürzel am Dienstag, dass Anzeige gegen Unbekannt erstattet wurde. Der Polizeiposten Ettenheim habe sich der Sache angenommen. Sollte sich zeigen, dass die Tat durch Menschenhand verübt worden sein könnte, würde wegen Tierquälerei ermittelt. Weitere, ähnliche Fälle in der Region sind Stürzel "nicht bekannt".

Für die Kinder ist der Verlust "sehr tragisch"

Für Ruf steht fest: "Da waren Tierquäler am Werk. Das Kaninchen hatte keine äußeren Verletzungen, ihm wurde das Genick gebrochen. Das war kein Marder oder Fuchs." Hinweise auf die Identität des oder der Täter gebe es bislang noch keine: "Ich habe in der Nachbarschaft rumgefragt, leider hat niemand etwas bemerkt."

Der Garten der Familie liegt direkt an der Hauptstraße zwischen Münch­weier und Ettenheimmünster und ist von dort aus gut einsehbar. Deswegen hofft Ruf, dass es Zeugen gibt, die etwas Verdächtiges beobachtet haben und helfen können, die Verantwortlichen zu überführen. Als die Polizei kurz nach Mitternacht eintraf, sei der Körper des Tiers am Zaun bereits steif gewesen. Weil die Totenstarre bei Kaninchen üblicherweise nach rund anderthalb Stunden einsetze, schätzt Ruf, dass es zwischen 22.30 und 23 Uhr getötet wurde.

Über ein mögliches Motiv kann Ruf nur rätseln, ebenso wie über den Verbleib des zweiten Zwergkaninchens: "Es ist für uns unfassbar, wie man sich an wehrlosen Tieren vergreifen kann. Ich hoffe, das andere Kaninchen konnte entkommen." Eine Suche entlang der Straße noch in derselben Nacht sei erfolglos verlaufen. Zu denken gibt Ruf, dass das tote Kaninchen am Zaun hing: "Es war schauerlich, es wirkte wie eine Drohung." Dass ihm oder seiner Familie jemand etwas Böses will, kann sich der Münch­weierer indes nicht vorstellen. "Wir haben mit niemandem Pro­bleme."

Für seine beiden Kinder sei der Verlust "sehr tragisch", berichtet der Vater. "Unsere 13-Jährige hat die Tiere vor fünf, sechs Jahren geschenkt bekommen und hat in der Zeit eine enge Beziehung zu ihnen aufgebaut. Auch ihre fast dreijährige Schwester hing sehr an den Kaninchen. Wie soll man ihr erklären, warum sie jetzt plötzlich nicht mehr da sind?" Zum Glück, sagt Ruf, habe er das tote Kaninchen gefunden und nicht eine seiner beiden Töchter.

Um Zeugenhinweise zu erhalten, hat die Familie den Vorfall in ihrem Garten über Facebook öffentlich gemacht. Im sozialen Netzwerk herrschen Bestürzung und Fassungslosigkeit über den mutmaßlichen Kaninchen-Mord. Einige Reaktionen:

"Was geht in solchen Menschen vor? Einfach nur krank." 

"Hoffentlich wird der Gestörte zur Rede gestellt, wobei ich zweifle daran, ob sich so eine Tat erklären lässt."

"Was? Das gibt es nicht. So ein Horror... drück euch die Daumen, dass ihr das andere findet."

"Was, wie bitte? Was ist das für ein kranker Mensch?"

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