Ettenheim Jetzt spricht der Fahrer des Münchweierer Mottowagens

Der Mottowagen, der am Sonntag auf den Straßen Münch­weiers unterwegs warScreenshot: Bender Foto: Lahrer Zeitung

Münchweier (fx). "Die Idee war, nach einem schwierigen Corona-Jahr und circa 30 Jahren Fasentswagen fahren, ein paar alte Requisiten vergangener Fastnachtsthemen auf den Traktor zu laden und am Fastnachtssonntag durch Münchweier zu fahren und die Bevölkerung ein wenig aufzuheitern." Das schreibt der Fahrer des Münchweierer Mottowagens in einer Stellungnahme zu den Geschehnissen vom Sonntag.

Nach wie vor ist es das Gesprächsthema im Dorf. Wie mehrfach berichtet, waren am Tag des corona-bedingt abgesagten Umzugs Dutzende Menschen in der Ortsmitte zusammengekommen. Das Gasthaus Rebstock hatte einen Wurststand aufgebaut. Zudem liegt der Polizei ein Video vor, das knapp zehn Gelruewe-Ritter, auswärtige Hästräger und eben einen Mottowagen zeigt, die im Dorf unterwegs waren. Es laufen Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen die Corona-Verordnung.

Gelruewe-Chef: "nichts geplant"

Seine Rundfahrt sei "mit keinem besprochen oder verabredet" und "keine Vereinsaktivität" gewesen sei, schreibt der Traktorfahrer. Er sei nur mit seinen Kindern unterwegs gewesen. Zweimal sei er dabei "rein zufällig" auf "eine kleine Gruppe verkleideter Personen" getroffen. Den Großteil der Strecke habe er niemanden und niemanden ihn begleitet, so der Fahrer. Und: "Ich habe zu keiner Zeit den Traktor verlassen, somit sind keine Kontakte zu anderen Personen entstanden." Dadurch "habe ich nicht gegen die Corona-Verordnungen verstoßen".

Wie beabsichtigt, hätten ihm unterwegs viele Leute von Balkonen und Fenstern aus zugewunken und den Daumen nach oben gezeigt. "Ich habe sehr viele glückliche Gesichter gesehen."

Auch Harald Sutterer meldete sich am Freitag nochmals zu Wort. Der Vorsitzende der Gelruewe-Ritter hatte gegenüber der LZ bereits eingeräumt, dass er unter den Hästrägern war, die im Dorf unterwegs waren. Nun betont er nochmals: "Mein Vereinskollege und ich wollten zu zweit einen Teil der Umzugsstrecke ablaufen. Es handelte sich hierbei um keine offizielle Vereinsaktivität der Gelruewe-Ritter Münchweier. Wir waren als Privatpersonen unterwegs." Unerwarteter Weise seien weitere Narren dazugekommen, was nicht geplant gewesen sei.

"Ich habe leider dabei versäumt, die Ansammlung aufzulösen. Es hat sich eine nicht absehbare Eigendynamik entwickelt", sagt Sutterer und betont, dass die Beteiligten immer Abstand gehalten und eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen hätten.

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