Ettenheim Iberts Abschied eine Frage der Zeit?

Im Mai vergangenen Jahres wurde Markus Ibert (Zweiter von links) zu einem von drei gleichberechtigten Vorsitzenden der Musikkapelle Wallburg gewählt. Im Bild unten frönt er seinem Hobby – dem Trompetenspiel. Fotos: Masson/Decoux-Kone Foto: Lahrer Zeitung

Die Freude bei Markus Ibert nach seiner Wahl zum Oberbürgermeister von Lahr ist groß. Doch geht der neue Job wohl auch mit einem Abschied einher. Die Frage: Wie lange bleibt er noch Vorsitzender der Wallburger Musikkapelle?

Wallburg. Mit knapp 55 Prozent der Stimmen wählten die Lahrer Markus Ibert am vergangenen Sonntag zu ihrem neuen OB. Kurz nachdem das Ergebnis des zweiten Wahlgangs feststand, trat der 51-Jährige auf die Bühne beim Rathausplatz. Seine Rede wurde begleitet vom Applaus der zahlreichen Zuschauer – und den Klängen der Musikkapelle Wallburg. Nach einem Konzert in Schuttern hatten es sich einige Aktive nicht nehmen lassen, auf dem Nachhauseweg in Lahr Halt zu machen, um "ihrem Markus" zum Wahlsieg zu gratulieren. Ibert seinerseits versäumte es nicht, sich bei seinen Musikerkollegen zu bedanken: "Ich freue mich sehr, dass auch ihr heute Abend hier seid", rief er ihnen von der Bühne zu.

Der gebürtige Wallburger spielt nicht nur seit mehr als vier Jahrzehnten in der Musikkapelle, sondern hat auch schon vor langer Zeit Verantwortung im Verein übernommen. Seit gut 30 Jahren sitzt er im Vorstand, war Rechner und Vize-Chef; im Mai vergangenen Jahres wählten ihn die Mitglieder zu einem von drei gleichberechtigten Vorsitzenden. Ibert ist zuständig für die Bereiche Kultur und Öffentlichkeit und leitet gemeinsam mit Johanna Pfeiffer (Musik) und Klaus Schubert (Verwaltung und Veranstaltung) die Geschicke des Vereins.

Wie lange noch – dazu will sich Ibert derzeit nicht äußern, wie er auf Nachfrage der Lahrer Zeitung erklärt: "Aus Respekt und Verbundenheit zu meinen Musikerkollegen werde ich erst mit ihnen sprechen." Der Kontakt dürfte in den vergangenen Monaten spärlicher ausgefallen sein, als Ibert lieb ist. Fünf Monate mit deutlich mehr als 200 Terminen liegen hinter ihm. Da blieb wenig Zeit für anderes. Ab dem 31. Oktober, wenn Ibert ins Amt des Lahrer Stadtchefs eingeführt ist, dürfte es nicht minder schwierig werden mit der Vereinsarbeit. Dass der Oberbürgermeister-Job mit seinen gut und gerne 60 bis 80 Arbeitsstunden (nicht wenige davon am Wochenende), und das Ehrenamt in Wallburg miteinander vereinbar sind – mehr als zweifelhaft. Regulär läuft Iberts Amtszeit noch bis zur nächsten Hauptversammlung im Frühjahr 2020.

Der Familienvater ist passionierter Trompeter und Flügelhornist, zwei seiner drei Kinder – Aline und Moritz – sind ebenfalls in der Musikkapelle aktiv. Ein Abschied würde mit viel Wehmut einhergehen, so viel steht fest. Wird er künftig zumindest seinem Hobby weiter frönen können, als "einfaches" Orchestermitglied, oder werden seine In­strumente in einer Ecke verstauben? "Auch das muss die Zeit zeigen", sagt Ibert.

Ein Abschied ist indes vorprogrammiert: Der 51-Jährige hatte im Wahlkampf angekündigt, im Erfolgsfall nach Lahr zu ziehen. So sehr sie ihm in Wallburg seine neue Aufgabe gönnen, so sehr werden sie ihn dort wohl vermissen. "In den vergangenen Tagen haben sehr viele Menschen an meiner Tür geklingelt, um mir zu gratulieren. Auch der Ortsvorsteher war da", sagt Ibert. "Das hat mich alles wahnsinnig gefreut."

Eine Oberbürgermeister-Tanne steht noch nicht vor Markus Iberts Haus. "Ich habe noch keinen Baum gesehen", sagt er lachend. Auch bei der Wallburger Feuerwehr ist zu vernehmen, dass in dieser Hinsicht (noch) nichts geplant ist. Aber es hat ja noch etwas Zeit. Ibert augenzwinkernd: "Für gewöhnlich wird der Baum ja erst zur Amtseinführung gestellt."

  • Bewertung
    3