Ettenheim Hunderte kommen zum Genießen

Wolkenverhangen mit gelegentlichen Sonnenblicken ist das Wetter am gestrigen Tag der Einheit gewesen. Zum Kaiserbergfest wanderten oder fuhren dennoch mehr als tausend Gäste auf den Kahlenberg, um dort zu feiern.

 

Ettenheim/Ringsheim/Herbolzheim. Frühmorgens herrschten noch recht kalte Temperaturen unter wolkenverhangenem Himmel und ließen für das Kaiserbergfest am gestrigen Mittwoch wenig Gutes erahnen.

Dennoch pilgerten schon vormittags Hunderte Wanderer aus den drei Gemeinden,Ettenheim, Ringsheim und Herbolzheim deren Grenzen sich am Heuberg treffen, über die Rebwege herbei und fanden sich zum vormittäglichen ökumenischen Gottesdienst mit Pfarrer Stefan Meisert aus Herbolzheim und Pfarrerin Severine Plöse aus Ettenheim ein.

Da waren trotz des grauen Himmels schon viele der rund 600 Biertischplätze besetzt, überwiegend noch von Besuchern fortgeschrittenen Alters. Auf den Zufahrtswegen parkten zahlreiche Autos in den Rebhängen – nicht jeder konnte oder wollte die kilometerlangen Bergstrecken komplett zu Fuß bewältigen. Viele taten es denn doch, und unterwegs konnten sie sich etwa beim Zwischenstopp des örtlichen Weinhofes Völz erquicken. Zur offiziellen Begrüßung hatte der dieses Jahr federführende Ettenheimer Bürgermeister Bruno Metz am Fuße des Heubergturmes auch namens seiner neuen Kollegen Pascal Weber (Ringsheim) und Thomas Gedemer (Herbolzheim) eine lange Prominenten-Liste abzuarbeiten, einschließlich der Bundestagsabgeordneten Peter Weiß (CDU) und Johannes Fechner (SPD) samt Alt- Landesminister Helmut Rau.

Zur großen Erheiterung des Publikums hieß Metz auch seine langjährigen ehemaligen Bürgermeister-Kollegen als "Ernst Dixa" und "Heinrich Schilling" mit verwechselten Vornamen willkommen. Besonders dankte Metz der Ettenheimer Touristik- Rathausangestellten Marina Betzle für ihren großen Organisations-Einsatz.

Neben Wein gab es allerlei badische Spezialitäten zu probieren

Nachdem für zwei Stunden denn doch mal die Sonne zeitweise durchbrach (Metz: "Der liebe Gott ist mit uns!"), konnten die Besucher ihre molligen Windjacken gelegentlich ablegen und im Freien typisch badisch Sauerbraten, Schupfnudeln, Zwiebel- und Flammenkuchen samt Kürbiskernsuppe genießen. Bei der neuen Heuberg-Gaststätten-Familie Klein am Fuße des beliebten Aussichtsturmes bekam man auch noch Wurstsalat und Bibiliskäs.

Nebenan hatte sich der Schwarzwaldverein mit Wanderprospekten positioniert, dazu gab es eine herrliche Wanderbilder-Ausstellung von den Münchweierern Andrea und Gottfried Ibig.

Nachmittags erklommen zunehmend die jüngeren Festgäste die Rebberge, oft sogar mit Kinderwagen oder Tretroller-Nachwuchs. Allein schon aufgrund der weiten Aussicht auf das Rheintal nebst Vogesen lohnte sich für sie die Mühe des Aufstiegs. Ganz zu schweigen von den edlen Tropfen wie Weiß-Grauburgunder, Riesling, Müller-Thurgau oder Spätburgunder.

Nachmittags zogen der Himmel zwar wieder gründlich zu und manche Gäste ihre Anoraks bei den knapp 16 Celsiusgraden wieder an. Doch das tat der Hock-Stimmung auf dem Kaiserberg keinen Abbruch.

Diese verblüffte besonders ein Wanderpaar aus Düsseldorf, das zufällig am selben Tag auf seinem Breisgauer Fern-Weinwanderweg den Heuberg erklommen hatte. Viele Trauben waren dort übrigens nicht mehr zu besichtigen – die Ernte ist nämlich bis auf Spätlesen komplett in den Winzerkellern gelandet, der erste neue Wein als Süßer schon ausgeschenkt.

Man sei längst aus dem früheren Schatten des Breisgauer Weines herausgetreten, konstatierte Bürgermeister Metz beim Kaiserbergfest. 1999 war dieses erstmals interkommunal gestartet worden, um Werbung für die heimischen Weine der drei Kaiserberg-Gemeinden zu machen. Das fand auch die neue Breisgauer Weinprinzessin Claudia Vetter besonders lobenswert. Frisch konnte sie berichten, dass es in der Raumschaft einen besonderen Lese-Herbst mit guten Mengen, vor allem aber auch von guter Qualität gegeben habe: "Dieser Jahrgang wird seit vielen Jahren ein ganz besonderer!" Dass der des vorigen Jahres auch nicht schlecht geraten war, davon -

überzeugten sich die Heuberg- äste an Ständen der Winzergenossenschaften Herbolzheim, Münchweier/Wallburg/Schmieheim sowie den Weingütern Ibert und Weber.

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