Ettenheim Herber Rückschlag fürs Klinikum

Chefärztin Charlotte Hase wird die Ettenheimer Klinik im September verlassen. Foto: Ortenau-Klinikum

Ettenheim - Charlotte Hase wird das Ettenheimer Klinikum zum 30. September verlassen. Die Ärztliche Leiterin hatte die Klinik zum Aushängeschild für die Fuß- und Sprunggelenkchirurgie gemacht. Wie es weitergeht, ist noch unklar.

Großer Verlust für das Ortenau-Klinikum

"Dass Frau Hase geht, ist nicht nur ein großer Verlust für Ettenheim, sondern auch für das gesamte Ortenau-Klinikum – sowohl medizinisch als auch überhaupt", erklärte Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz gegenüber der Lahrer Zeitung. Denn Hase wird in Zukunft außerhalb der Ortenau beruflich tätig sein. Nach LZ-Informationen zieht es die 50-Jährige nach Freiburg. "Die Kündigung kam für uns überraschend", erklärte Dieter Schleier, Pressesprecher des Ortenau-Klinikums gegenüber der Lahrer Zeitung. "Der Weggang hat persönliche Gründe", informierte Christof Mutter, Verwaltungsdirektor des Ortenau-Klinikums Lahr-Ettenheim, am Montag in einer Pressemitteilung. An diesem Tag wurde auch das Krankenhauspersonal über Hases Weggang unterrichtet.

"Mit Frau Doktor Hase ist es uns gelungen, ein fachmedizinisches Spektrum in dieser Qualität für die Ortenau aufzubauen, das nur am Standort Ettenheim möglich war und sonst nirgendwo", betont Metz und fährt fort: "Unglaublich viele Menschen aus verschiedenen Spektren hatten mir signalisiert, dass sie mit der Behandlung allesamt hochzufrieden waren. Das sind Behandlungen, die nach ihrem Weggang in der Ortenau so nicht mehr möglich sein werden."

Hase will bis zum letzten Tag für ihre Patienten da sein

Somit stellt sich nun die Frage, wie es nach Hases Weggang weitergeht. Nicht nur die, ob die Abteilung Fußchirurgie auch ohne sie weiterbestehen kann. Sondern auch die, wie es mit der gesamten Ettenheimer Klinik weitergeht. Dieses soll im Rahmen der Agenda 2030 in ein "Zentrum der Gesundheit" umgewandelt werden und im Frühjahr 2021 soll der Spatenstich für einen neuen OP-Saal sein.

Dabei wurde immer die Wichtigkeit des Aushängeschilds Fußchirurgie betont, um Investitionen und den Fortbestand des Hauses zu rechtfertigen. Auch wenn es darum ging, dass man kleinere Häuser wie Ettenheim vorzeitig schließt, um Kosten zu sparen. So soll ja Oberkirch bereits vorzeitig von einem stationären Krankenhaus in ein "Zentrum der Gesundheit" umgewandelt werden.

Klinikum will neue Konzepte erstellen 

"Die Geschäftsführung des Klinikums ist nun am Zug, einen Vorschlag zu machen", sagte Metz zu diesen Fragen. Dort hält man sich noch bedeckt, was die Zukunft angeht.

Der ärztliche Gesamtdirektor werde sich dazu noch mit den Beteiligten und dem Krankenhausausschuss zusammensetzen: "Wir werden die sehr gute Zusammenarbeit mit Frau Dr. Hase bis Ende September 2021 vertrauensvoll fortsetzen. Bis dahin werden wir in Ruhe Konzepte für unser Leistungsspektrum im Bereich Fußchirurgie sowie für Ettenheim insgesamt erstellen und mit dem Ausschuss für Gesundheit und Kliniken abstimmen", erklärte Pressesprecher Schleier gegenüber der LZ.

Auch andere Bereiche als Aushängeschilder zu bieten 

"Es ist gut, dass wir noch ein dreiviertel Jahr Zeit haben. Frau Hase hat betont, dass sie bis zum letzten Tag für ihre Patienten da sein wird", erklärt Metz. Als Bürgermeister und Mitglied des Krankenhausauschusses verspricht er alles daran zu setzen, dass das Krankenhaus sein Potenzial für die Menschen weiterhin voll einbringen kann.

So habe man ja nicht nur die Fußchirurgie, sondern auch noch die Innere Medizin mit Leonhard Mohr als Chefarzt und die Schmerztherapie Ingo Schilk als Aushängeschild zu bieten. "Wir haben höchstes Interesse daran, alles zu tun, damit die Menschen in der Region die höchste Versorgung haben", so Metz.

Moderne Fußchirurgie als Spezialisierung 

2017 konnte das Ortenau-Klinikum Charlotte Hase als Fußchirurgin für Ettenheim gewinnen. Mit ihr wurde am Ettenheimer Klinikum eine spezialisierte und moderne Fußchirurgie auf höchstem Niveau begründet. Zunächst wurde die Ettenheimer Fußchirurgie als Sektion der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie geführt, die vom Chefarzt Akhil P. Verheyden geleitet wird.

Im Januar 2020 wählte der Ausschuss für Gesundheit und Kliniken des Ortenaukreises Charlotte Hase zur Ärztlichen Leiterin einer eigenständigen Abteilung für Fuß- und Sprunggelenkchirurgie.

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