Ettenheim Heimschule St. Landolin schließt ihr Internat

Das Internat an der Ettenheimer Heimschule St. Landolin besuchen derzeit 28 Schüler – zu wenig: Der Betrieb läuft nur noch ein paar Jahre. Foto: Decoux-Kone

Ettenheim - Die Heimschule St. Lan­dolin lässt ihren Internatszweig auslaufen. Das hat die Schulstiftung der Erzdiözese Freiburg am Mittwoch bekannt gegeben. Grund seien sinkende Anmeldezahlen.

Es passiert nicht von heute auf morgen, aber definitiv: Die Internatsgeschichte, die 1920 in Ettenheimmünster begann und seit 1967 in der Kernstadt fortgeführt wird, geht zu Ende. Sowohl Schulträger und -leitung als auch die Stadt bedauern den Schritt, er sei aber "alternativlos".

Was sind die Gründe?

Die ständige zurückgehende Nachfrage. "Da die Zahl der Neuanmeldungen im Internatsbereich bereits seit zehn Jahren kontinuierlich sinkt, hält die Schulstiftung eine Umkehr dieser Entwicklung für ausgeschlossen", heißt es aus Freiburg. Derzeit würden nur noch 28 Internatsschüler an der Heimschule unterrichtet. Zu Hochzeiten waren es laut Gesamtschulleiter Eberhard Pfister bis zu 200. Die Schulstiftung sehe sich "außer Stande eine qualitativ hochwertige Internatsarbeit fortzuführen".

Wie lange gibt es schon die Überlegungen, den Internatszweig zu schließen?

Konkret, noch nicht allzu lange, sagt Pfister. "Allerdings haben wir schon seit geraumer Zeit Sorgen um das Internat." Die Internatslandschaft hat sich laut Dietfried Scherer, Direktor der Schulstiftung, bundesweit "dramatisch verändert".

Was passiert mit den angemeldeten Schülern?

Der Abbau läuft stufenweise. Heißt: Den aktuellen Schülern wird die Möglichkeit gegeben, ihren angestrebten Abschluss im Internat zu erreichen. "Wir setzen niemanden vor die Tür", betont Pfister. Neuaufnahmen soll es nur noch in bereits vorhandenen Klassenstufen geben. Ein genauer Termin für die Schließung stehe nicht fest. Das hänge davon ab, ob und wie lange die Schüler, die da sind, bei der Stange bleiben.

Was wird aus den Mitarbeitern?

Die neun Erzieherinnen und Erzieher, die in Teilzeit am Internat arbeiten, seien schon vor längerer Zeit über die Schließungspläne informiert worden, sagt Pfister. "Es wird einen Sozialplan geben, sodass alles sozialverträglich abläuft."

Hat die Schließung auch finanzielle Gründe?

Nein, sagt der Schulleiter. "Das Internat ist wie die Schule generell ein Zuschussbetrieb." Die Elternbeiträge hätten noch nie gereicht, die Kosten zu decken. Derzeit verlangt der Schulträger knapp 10 000 Euro jährlich für einen Internatsplatz, zuzüglich Schulgeld (480 Euro).

Was passiert mit dem Internatsgebäude?

Es werde noch mehr als heute für die steigende Nachfrage nach Ganztagesbetreuung genutzt, sagt Pfister. Bereits in der Vergangenheit habe man Räume umgewidmet, um die derzeit rund 80 Schüler, die dieses Angebot nutzten, zu beherbergen.

Wie reagiert die Stadt?

Mit Bedauern. Für Bürgermeister Bruno Metz, der auch erst am Mittwoch von den Plänen erfuhr, verliert Ettenheim ein "Alleinstellungsmerkmal". Jedoch: Er könne die Gründe nachvollziehen und lobt, "dass das Internat nicht abrupt geschlossen wird".

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