Ettenheim Gemeinsam die Innenstadt attraktiver machen

Freuten sich über die Vertragsunterzeichnung des Aktionsbündnisses (von links): Bürgermeister Bruno Metz, Wirtschaftsförderer Wolfgang Spengler, IHK-Präsident Steffen Auer und Norbert Schneider, Vorsitzender Unternehmen Ettenheim. Foto: Göpfert

Ettenheim - Wie übersteht die Innenstadt die Corona-Krise und wie kann sie sich langfristig für die Zukunft rüsten? Antworten auf diese Fragen soll das neue Aktionsbündnis der Stadt Ettenheim, des Gewerbeverbunds und der IHK Südlicher Oberrhein bringen.

Städte dauerhaft begleiten und beleben

Es gebe zwei Themen, die seit seinem Amtsantritt vor 26 Jahren jedes Jahr erneut auf seiner Agenda gestanden hätten, erklärte Bürgermeister Bruno Metz auf der Pressekonferenz. Das eine sei das Krankenhaus, das andere die Innenstadt.

"Ihr Image, die Präsentationsformen der Ware, die Ansprüche, die an sie gestellt werden – das alles ist einem stetigen Wandel unterworfen", ist dem Rathauschef klar. Die Pandemie habe bereit bestehende Probleme – wie die Abwanderung der Kaufkraft Richtung Online-Handel – nun noch verschärft. Deshalb gelte es nun die Weichen neu zustellen.

Helfen soll dabei das IHK-Projekt zur Stärkung der Innenstadt, für das Ettenheim als eine von sieben Städten ausgewählt wurde. Den Vertrag dazu unterschrieben Metz, Steffen Auer, Präsident IHK-Südlicher Oberrhein, und Norbert Schneider, Vorsitzender des Gewerbevereins Unternehmen Ettenheim, am Dienstag im Beisein der Presse. Federführend für das Unternehmen Ettenheim wird das Bündnis Jens Przibilla betreuen.

Bei dem Aktionsbündnis geht es zwar auch, aber keinesfalls nur um einen Weg aus der Pandemie. Vielmehr soll dieses die Städte dauerhaft begleiten und beleben, wie Ettenheims Wirtschaftsförderer Wolfgang Spengler betont.

Die Maßnahmen des Bündnisses verfolgen zwei Ziele: Sie sollen Hilfen und eine bessere Planungssicherheit für Unternehmen – insbesondere in der Innenstadt – schaffen und zum anderen einen Mehrwert für Bürger, Kunden, Gäste und Besucher bieten. Denn: "Das neue Denken der Innenstadt wird immer wichtiger. Sie ist gerade dramatischen Veränderungen ausgesetzt, die durch Corona noch verstärkt werden", erläuterte IHK-Präsident Auer.

Online-Bereich spielt eine große Rolle

Durch den Online-Handel gebe es dort weniger und seltener Besucher und Kunden. Während es nach dem Lockdown den großen Geschäften außerhalb der Stadt oftmals gelungen sei, ihre Umsätze wieder ein Stück aufzuholen, war das bei den kleineren Läden in der Innenstadt nicht der Fall.

"Wie beliebt die Innenstadt ist, hängt nicht mehr allein von den Händlern ab. Auch Gastronomie, Hotel, Kultur- und Freizeitangebote sowie Dienstleistungen und Banken und sogar die Industrie spielen dabei eine Rolle", weiß Auer.

Um das Spezifische jeder der teilnehmenden Städte herauszuarbeiten und individuelle Lösungen zu finden, hat die IHK einen Innenstadt-Berater angestellt. Zudem wurde ein Lenkungskreis geschaffen, der Maßnahmen erarbeiten will.

Auch die Sichtbarkeit im Online-Bereich spielt eine große Rolle, wie Schneider erläutert: "Modernisierung gehört nun mal dazu und daran, dass sie gelingt, arbeiten wir hart." So sollen digitale, regionale Plattformen initiiert, ausgebaut und gestärkt werden.

Zudem schlägt der Vertrag noch weitere Ansätze vor: Die Außengastronomie sowie das Aufstellen mobiler Verkaufsstände auf öffentlichen Flächen sollen erleichtert werden. Leerständen sollen umgangen werden, indem diese im Zweifelsfall nur kurz vermietet oder kurz umgenutzt werden. Zudem sollen weitere Parkflächen in der Innenstadt erschlossen werden.

Verkaufsoffene Sonntage, die für Händler Gastronomen und Dienstleistungsbetriebe eine besondere Einnahmequelle bieten, sollen so unbürokratisch wie möglich stattfinden könne. Kleinere Anlässe und Freizeitangebote sollen die Bürger in die Innenstadt ziehen.

Zudem soll die Besonderheit der Stadt, ihrer Produkte und Betriebe als Alleinstellungsmerkmal herausgehoben werden. Und, auch das wurde explizit festgehalten, Fehler sind erlaubt: "Manche Aktionen werden vielleicht auch nicht gelingen", sind sich Schneider, Auer und Spengler im Klaren. "Aber auch daraus werden wir lernen. Entwickeln kann sich nur etwas, wenn wir mutig sind und es ausprobieren", betonte Schneider.

Stärken und Schwächen

Während Ettenheim mit seinem historischen Flair auf der einen Seite punkte, beschränke gerade das das Geschäftsleben auf der anderen Seite zugleich. "Jedes Geschäft ist klein und hat Stufen", machte Bürgermeister Bruno Metz deutlich. Das größte Geschäft habe 400 Quadratmeter. Die gesamte Verkaufsfläche der Innenstadt betrage gerade mal 2600 Quadratmeter. "Das sind zwei Drittel des Kauflands", so Metz.

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