Ettenheim Fridi Miller zieht Kandidatur zurück

Hat sich am Montag aus dem Rennen um den Chefsessel im Ettenheimer Rathaus verabschiedet: Fridi Miller. Foto: privat

Ettenheim - Da waren’s nur noch drei: Im letzten Moment hat die Sindelfinger Dauerkandidatin Fridi Miller am Montag ihre Kandidatur um das Amt des Ettenheimer Bürgermeisters zurückgezogen.

Die städtische Wahlleiterin Beatrice Bürkle bestätigte am Montag auf Nachfrage der Lahrer Zeitung den Eingang einer entsprechenden E-Mail Millers, die auch der LZ vorliegt. Der Verwaltungsmitarbeiterin zufolge ist der Rückzug rechtmäßig, "weil er schriftlich und noch vor Ende der Bewerbungsfrist vorlag". Somit stehen bei der Bürgermeisterwahl am 7. Oktober die Namen von Michael Butt, Bruno Metz und Günter Krieg auf dem Stimmzettel - und zwar in dieser Reihenfolge. Dies ergab das Losverfahren, das am Montagabend beim Gemeindewahlausschuss stattfand. Bekanntermaßen hatten Butt und Metz ihre Bewerbungen gleichzeitig abgegeben. Dass Günter Krieg den letzten Platz einnimmt, war indes schon im Vorhinein klar. Er hatte seine Kandidatur erst am vergangenen Freitag angezeigt.

Millers Rückzieher kommt nicht überraschend. Wie berichtet, hatte sie damit schon kurz nach ihrer Bewerbung in einer E-Mail an einen Ettenheimer Bürger geliebäugelt. Nun hat die 48-Jährige ernst gemacht – und ihren Schritt mit deutlichen Worten in Richtung Bürgerinitiative begründet.

"Dieses Kasperle-Theater der BI Altstadt mache ich nicht mit", schreibt Miller. Ihr stößt übel auf, dass deren Vertreter "hart mit mir ins Gericht gegangen" seien und sich dagegen ausgesprochen hätten, sie bei ihrer Kandidatur zu unterstützen, "obwohl sie mich nie kennengelernt haben".

Bekanntermaßen waren die "Altstädter" öffentlich auf die Suche nach einem Metz-Herausforderer gegangen. Weil sie keinen fanden, der ihren Geschmack traf, beziehungsweise einige Interessenten wieder absprangen, warf BI-Chef Krieg am Freitag selbst seinen Hut in den Ring.

Ein Schritt, den Miller "einerseits beachtlich" findet. Auf der anderen Seite nennt sie es "eine Frechheit", dass die Bürgerinitiative auch ihren bisherigen Mitbewerber Michael Butt nicht zu "ihrem" Kandidaten gemacht habe. Er sei selbst Betroffener von Missständen in der Stadt, die er auf seiner Homepage klar benenne. "Dafür sucht er Gehör, für mich ist er der perfekte Bürgermeister", schreibt Miller.

Die Sindelfingerin, die nach eigenen Angaben schon bei mehr als 100 (Ober-)Bürgermeisterwahlen im Rennen war, will sich "nun voll und ganz" auf die OB-Wahl in Villingen-Schwenningen konzentrieren und "dort jeden öffentlichen Termin wahrnehmen". Mit dem Überall-Bewerben soll indes nun endgültig Schluss sein, sagt Miller. So habe sie zuletzt auch auf eine entsprechende Anfrage aus Warthausen im Kreis Biberach abgesagt.

Den Bürgern der Rohan­stadt wünscht Miller, "dass sie bei der Wahl am 7. Oktober die richtige Entscheidung treffen: Ihr habt es in der Hand, es geht um euer eigenes Leben."

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