Ettenheim "Es macht Spaß, wie es jetzt läuft"

Bürgermeister Bruno Metz (Dritter von rechts) unterhielt sich mit der GFA-Geschäftsleitung (von links): Werner Krieger, Michael Rascher, Pirmin Bender, Bruno Metz, Udo Winterhalder und Edwin Muttach. Foto: Schabel Foto: Lahrer Zeitung

Mehr als 100 Vertreter aus Wirtschaft, Handel, Politik und Bildung haben beim Ettenheimer Unternehmerforum Kontakte geknüpft und sind miteinander ins Gespräch gekommen. Es war das 14. Treffen dieser Art.

Ettenheim. Einmal im Jahr lädt die Stadt Geschäftsleute ein, um ihnen die Gelegenheit zu geben, sich gegenseitig besser kennenzulernen. "Netzwerke sind wichtig, von ihnen kann man ein Leben lang profitieren", erklärte Bürgermeister Bruno Metz in seiner Begrüßung. Außerdem wolle die Stadt mit dem Forum "Danke sagen" für das Schaffen von Arbeitsplätzen und die Unterstützung in Form der Gewerbesteuer. Die sprudelt in Ettenheim mittlerweile kräftiger als in der Vergangenheit, in diesem Jahr erwartet die Stadt knapp mehr als vier Millionen Euro Erlöse daraus – das wäre ein neuer Rekord.

Metz nannte Zahlen und Fakten, um zu belegen, dass sich der Wirtschaftsstandort in die richtige Richtung bewegt. Bei der letzten Erhebung im Juni 2016 habe es 2952 versicherungspflichtige Arbeitsplätze in Ettenheim gegeben – das sei ein Plus von 56 Prozent gegenüber dem Jahr 1994. Im selben Zeitraum sei die Zahl der Bürger um 17 Prozent auf 13 103 gestiegen. "Viele, die zu uns gezogen sind, haben hier Arbeitsplätze geschaffen", bemerkte Metz, der weiß, dass manchem Bürger das Wachstum zu schnell geht.

Auch auf das DYN A5-Gebiet kam der Rathauschef zu sprechen. Dort haben sich mittlerweile 24 Firmen angesiedelt, die mit 350 Mitarbeitern der Stadt jährliche Steuereinnahmen von 700 000 Euro bescheren. "Es macht Spaß, wie es jetzt dort läuft", stellte der Bürgermeister fest.

Metz, der seit dem 2. Januar 1995 Rathauschef ist, nannte eine weitere Kennziffer, um den positiven Trend zu verdeutlichen. So habe man im vergangenen Jahr bei der Pro-Kopf-Verschuldung, die in Ettenheim rund 1100 Euro beträgt, erstmals unter dem Landesschnitt gelegen.

Viele Menschen schätzen die Lebensqualität in der Barockstadt, die Nachfrage nach Bauplätzen ist sehr hoch. Die Zahl der Auspendler liegt bei ungefähr 4300 und ist damit mehr als doppelt so groß wie die der Einpendler.

Die Stadt ist Veranstalter des Unternehmerforums und engagiert stets auch einen Caterer, der die Besucher mit feinen Häppchen versorgt. Schauplatz der Treffen ist dann immer ein anderer Betrieb – diesmal die GFA-Finanzberatung in der Tullastraße. Dort wurden die Besucher mit Sekt begrüßt und durften sich in den blitzblank aufgeräumten Räumen umsehen. Sie bekamen Besprechungszimmer und Büros mit moderner IT-Ausstattung zu sehen.

Das 21 Jahre alte Unternehmen hat seine Wurzeln in Herbolzheim, woran Pirmin Bender aus der Geschäftsleitung in einer kurzen Ansprache erinnerte. Im Jahr 2000 expandierte die GFA nach Ettenheim. Der erste Standort war in der Festungsstraße, 2008 errichtete man den schmucken Neubau in den Radackern, dem 2016 ein Erweiterungsbau folgte.

Die Entwicklung geht dynamisch weiter, verdeutlichte Bender, mittlerweile beschäftige man 34 Mitarbeiter. "Und die sind nicht auf Provisionsbasis unterwegs, wie manche meinen, sondern fest angestellte Fachleute." Die GFA-Gruppe habe ihre Dienstleistungen erweitert und ne­ben der Finanzberatung und Vermögensverwaltung seit diesem Jahr auch Immobilien im Angebot. In den Radackern fühle man sich sehr wohl, das Gebiet sei durch die Ansiedelung von "Meierfashion" nochmals aufgewertet worden, hob Bender hervor.

Bruno Metz sprach nicht nur über die Wirtschaft, sondern auch über andere Themen – zum Beispiel Flüchtlinge. Der Rathauschef hatte brandaktuelle Zahlen mitgebracht: Mit Stand 1. November leben 195 Flüchtlinge in Ettenheim, und zwar in sieben Unterkünften, die die Stadt von Privatleuten gemietet hat, sowie in acht städtischen Gebäuden mit 24 Wohnungen. Darüber hinaus haben fünf Flüchtlingsfamilien private Miet­verträge geschlossen. 41 Flüchtlinge müssten noch aufgenommen werden, weshalb man über Mietangebote dankbar wäre, so Metz. Probleme im Zusammenleben mit Flüchtlinge gebe es in Ettenheim nicht.

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