Ettenheim Ernteverlust von 50 Prozent

Ettenheim (ks). Sowohl im Bereich Weinbau als auch im Vertrieb haben die Frostnächte im April 2017 deutliche Spuren hinterlassen, so der Tenor bei der Hauptversammlung der Winzergenossenschaft Münchweier-Wallburg-Schmieheim am Mittwoch. Mit "enormem Arbeitsaufwand" habe man noch das Beste aus einem erneut schwierigen Jahr gemacht. "Nach Jahren mit Kirschessigfliege, Pernospora und Frost wieder einmal ein normales Jahr wünschen", so der Vorsitzende Klaus Rösch.

 

Allein die Erntemenge von 897 abgefahrenen Bottichen gegenüber 1685 im Vorjahr verdeutlichten den Verlust von rund 50 Prozent. 52 Kilogramm Ernte je Ar im Jahr 2017 fielen gegenüber 93 Kilo pro Ar 2016 deutlich ab. Ohne die Flächen der Ettenheimer WG-Mitglieder – diese waren von den Frösten nicht gar so heftig betroffen wie die Rebflächen im Tal – wäre das Ergebnis noch schlechter ausgefallen, so Rösch.

Knapp 43 Prozent der Ernteflächen entfallen bei der WG auf rote Sorten (Spätburgunder, Regent, Deckrotwein). Alle Burgundersorten zusammen (weiß und rot) nehmen fast 70 Prozent der Erntefläche ein; knapp 23 Prozent der Müller-Thurgau. Ein Großteil der Fläche werde inzwischen im Premiumbereich ausgebaut, was die Hektar-Erträge etwas drücke. Stolz sei die WG auf zehn im Jahr 2017 verliehene Medaillen: zwei in Gold auf badischer Ebene, zwei in Silber auf Bundesebene. Den Ettenheimer Winzern konnte Rösch mitteilen, dass deren Weine in den kommenden Tagen ausgebaut werden.

Heidi Ernst, Vorsitzende "Weinbau und Vertrieb", hatte Positives zu vermelden. Sowohl in Absatz als auch Umsatz wurden gegenüber 2016 Zuwächse verzeichnet. Auch im Weinhof Münchweier konnte der Umsatz deutlich gesteigert werden. Erfreulich sei die Nutzung der Weinprobierstube in Münchweier, die fast an allen Wochenenden ausgebucht gewesen sei, sich in 2017 selbst getragen habe.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Josef Breig erinnerte an die Einsätze der WG bei Jungweinprobe, Weinmesse, Weintagen, Kaiserbergfest, Martiniabend, Weihnachtsmarkt und Weinhock. Seine Zusage, sich noch mal zwei Jahre als Aufsichtsratsvorsitzender zur Verfügung zu stellen, nahm die Versammlung an.

Bei den anstehenden Neuwahlen stellte sich Leo Enderle noch einmal für zwei Jahre als Geschäftsführer zur Verfügung. Bis 2019 jedoch, so Enderle, sollte seine Nachfolge zwecks gründlicher Einarbeitung geregelt sein. Als Aufsichtsräte wiedergewählt: Peter Tränkle (zwei Jahre), Günther Faißt und Lothar Kaiser (sechs Jahre).

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