Ettenheim Er ging "einen besonderen Lebensweg"

Adalbert Kopp setzte sich in Bolivien unter anderem für die Verbesserung der Lebensumstände der Landfrauen ein. Foto: Privat

Ettenheim - Traurige Kunde erreichte Familie und Freundeskreis in Ettenheim am Mittwoch dieser Woche. Im Alter von 79 Jahren starb Adalbert Kopp nach zuletzt schwerer Krebskrankheit in Boliviens Hauptstadt La Paz. Besondere Betroffenheit löst sein Tod auch bei allen aus, die sich im Eine-Welt-Kreis engagieren. Ebenso bei ganz vielen Ettenheimern, die Kopps Tätigkeit in Bolivien über viele Jahre hinweg auch finanziell unterstützten.

Der Verstorbene ging, wie es in einer persönlichen Niederschrift seines Bruders Karl heißt, "einen besonderen Lebensweg". Kopp studierte Theologie und schloss sich dem Orden der Jesuiten an. Nach Noviziat und Philosophiestudium setzte er mit anderen Studenten durch, diese Zeit in Mexiko nicht abgeschlossen im Seminar, sondern in einem Slum der Riesenstadt verbringen zu können. Zweifellos eine entscheidende Weichenstellung für sein weiteres Leben: Den Ärmsten der Armen zu helfen.

Er verließ den Orden, heiratete seine Frau Mercedes aus La Paz, legte die bolivianische Lehrerprüfung ab. Es folgten Stationen im Ministerium und als Schulleiter. Kopp solidarisierte sich mit den arbeitslos gewordenen Minenarbeitern im bolivianischen Tiefland, gründete später mit einem evangelischen Pastor die Selbsthilfeorganisation CESA.

Diese setzte sich für die Schulung der Landfrauen, für die Verbesserung der Lebensumstände der Campesinos im Hochland unter Rückbesinnung auf altes Saatgut und Anbautechniken ein. Und eben für die "Mineros" im Tiefland.

Sowohl das Brunnenprojekt wie das Neusiedlerprojekt erfuhren auch in seiner Heimatstadt Ettenheim große Unterstützung. Der damals neu gegründete Arbeitskreis Mission-Entwicklung-Frieden erfuhr gerade in der Unterstützung dieser Projekte eine tragende Identifikation, erhielt immer wieder neue Impulse durch Kopps Schilderungen bei seinen Heimatbesuchen in Ettenheim.

Die Familien seiner Geschwister in Deutschland konnten ihn per Skype sowohl in den letzten Lebensstunden wie auch bei der Abschiedsfeier am Freitag dieser Woche begleiten.

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