Ettenheim Eintauchen in die Welt von vor 250 Jahren

Vor 250 Jahren wurde der Grundstein der Ettenheimer Kirche gelegt. Foto: ale Foto: Lahrer Zeitung

Ettenheim (hpb). Die Ettenheimer Pfarrgemeinde feiert am Sonntag, 9. September, 250 Jahre Grundsteinlegung der Kirche St. Bartholomäus. Ab 10 Uhr findet in der Pfarrkirche ein Festgottesdienst statt, ab 11.30 Uhr ist im Museum die Ausstellung "Zeitdokumente Kirche St. Bartholomäus Ettenheim" zu sehen.

 

Am 6. Mai 1762 gab es eine Visitation des Straßburger Generalvikars und Weihbischofs Tussanus Duvernin. Damals gehörte Ettenheim zur Diözese Straßburg, bis diese nach der französischen Revolution und dem Tod des nach Ettenheim geflüchteten Kardinals Rohan ihre rechtsrheinischen Gebiete abgeben musste. Duvernin stellte fest, dass sich die damalige St.-Martins-Kirche "in einem erbärmlichen Zustand" befand. Per bischöflichem Dekret legte er fest, dass die Ettenheimer Pfarrkirche "in allen Teilen neugebaut und erweitert" werden soll.

Nach erheblichen Schwierigkeiten zwischen Stadt und Kloster – dieses hatte als Zehntherr die Baupflicht für Chor und Turm – erfolgte der Abriss der alten Kirche und am 11. September 1768 die Grundsteinlegung für die neue. Dabei hatten die Ettenheimer Bürger eine Orientierung nach Süden durchgesetzt, entgegen der üblichen Ausrichtung der Kirchen nach Osten. Damit blieb das Gotteshaus mit ihrer prägnanten Fassade über der Stadt weithin sichtbar.

Die Bauplanung hatte Joseph Anton Budtinger aus Straßburg erstellt, die Bauausführung übernahm Franz Joseph Saltzmann. 1769 wurden Langschiff und Fassade errichtet und der Bau von Chor und Turm begonnen. 1771 wurde der erste Gottesdienst gefeiert, noch vor dem Innenausbau mit Gemälden von Johann Anton Morath. 1772 folgte der Hochaltar von Franz Anton Fuchs und das Hochaltarbild von Johann Pfunner, 1776 die Orgel von Ferdinand Stieffell. 1777 schuf Franz Joseph Stöber schließlich die Deckengemälde im Chorraum. Das "Heilige Grab", das dieses Jahr in der Kirche aufgestellt war, wurde 1778 von Johann Pfunner geschaffen. Am 27. August 1782 weihte Duvernin die Kirche.

Nach dem Festgottesdienst wird am Sonntag im Museum im Vereinshaus eine besondere Ausstellung eröffnet. Es werden vor allem Dokumente zur Kirche, zum Kirchenbau und aus der kirchlichen Verwaltung der Jahre 1762 bis 1803 sowie Dekrete und Visitationsberichte aus Straßburg gezeigt. Zu sehen sein werden das älteste Kirchenbuch von Ettenheim (ab 1583), Verordnungen des Bischofs Erasmus von Limburg (1542 bis 1568), Pläne der Kirche, das Mitgliedsbuch der Sebastiansbruderschaft von 1791, die Diarien des Chirurgen Conrad Machleid, das Taufbuch von 1767 bis 1791, das älteste noch vorhandene Kirchenbuch von 1585, Hirtenbriefe von Kardinal Rohan und viele weitere Originaldokumente jener Zeit. Auch Kultgegenstände wie zwei Mon­stranzen von 1837 und 1911, Messgewänder, Steinfiguren von Maria und Johannes (um 1500) werden gezeigt. Schautafeln erinnern über die Aktivitäten und Geschehnisse in neuerer Zeit vor und nach dem Zweiten Weltkrieg.

Zur Ausstellung erscheint eine Begleitbroschüre mit Erläuterungen und Übersetzungen der Originaldokumente.

Die Ausstellung im Museum ist an folgenden Tagen im September geöffnet: Sonntag, 9., von 11 bis 15 Uhr; Mittwoch, 12., von 16 bis 18 Uhr, Samstag, 15., von 15 bis 17 Uhr, Sonntag, 16., von 15 bis 17 Uhr, Donnerstag, 20., von 16 bis 18 Uhr und Sonntag, 23., von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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