Ettenheim Eine Lücke würde Altdorf schaden

Ettenheim - Welche Variante darf’s sein? Kurz bevor es ernst wird, muss nun auch Ettenheim Stellung zur B 3-Umfahrung beziehen. Die Stadtverwaltung schlägt dem Gemeinderat die Konsens-Trassen 2 und 2 a vor – hat aber einige Forderungen dazu formuliert.

Ettenheim hat in der Diskussion um die geplante neue Kreisstraße in der Vergangenheit nicht immer mit einer Simme gesprochen.

Während sich die Altdorfer klar für das Vorhaben positionierten, weil sie sich davon eine deutliche Entlastung vom Durchgangsverkehr versprechen, haben Teile des Gemeinderats Bedenken geäußert, vor allem gegen den südlichen Teil, von Ringsheim bis zum Gewerbegebiet DYN A 5. Der, sagen Kritiker umfahre nichts, sondern zerschneide nur die Landschaft.

Sondersitzung anberaumt  

Aus diesem Zwiespalt muss Ettenheim einen gemeinsamen Nenner machen. Kommende Woche soll im Kreistag die finale Trassenentscheidung fallen (siehe Info). Zuvor braucht es von allen Kommunen entlang der Strecke ein Votum.

Die Verwaltungsspitze hat den Gemeinderat auf Donnerstag, 29. Oktober, ab 19 Uhr zu einer Sondersitzung in die Stadthalle geladen. Einziger Tagesordnungspunkt: der Neubau der K 5344.

Für Varianten 2 und 2 a

Wie der Umwelt- und Technikausschuss spricht sich die Verwaltung im Vorfeld für die Varianten 2 oder 2 a aus. Der einzige Unterschied der beiden Trassen liegt im Norden, zwischen Kippenheim und Kippenheimweiler.

Die 2 a führt dort etwas näher an der Bahn entlang als die 2. Der Ettenheimer Fokus richtet sich naturgemäß mehr auf den südlichen Streckenabschnitt, der vor der eigenen Haustür.

Entlastung für Altdorf

Die beiden Varianten haben eine ähnliche Entlastungswirkung auf der B 3 in Altdorf, stellt die Verwaltung fest: Zwischen 2600 und 2800 Fahrzeuge täglich weniger prognostizieren die Planer am südlichen Ortseingang, 5100 bis 5200 am nördlichen.

Hinsichtlich des Schwerlastverkehrs erwartet man im Süden 30 Prozent weniger, im Norden sollen es 34 Prozent sein.

Für eine lückenlose Straße

Interessant ist der Blick auf die von Teilen des Gemeinderats infrage gestellte Verbindung zwischen Ringsheim und DYN A 5. Die Verkehrsexperten erwarten bei Wegfall dieser Strecke "etwas geringere Entlastungen" der Altdorfer Ortsdurchfahrt.

"Aus Sicht der Verwaltung ist diese Prognose allerdings zu optimistisch, da beispielsweise aus Süden kommend für viele die Fahrt durch Altdorf und Kippenheim auch nach dem Bau der K 5344 attraktiv erscheint, zumal dort dann ein geringerer Verkehr herrscht", so die Warnung aus dem Ettenheimer Rathaus.

Für "eine vollständig wirksame Entlastung" sei eine lückenlose Straße notwendig, die dann faktisch von Kenzingen über Ringsheim bis nach Lahr führen würde. Auch aus städtebaulicher Sicht wäre eine Reduzierung des Verkehrsaufkommens und damit des Lärms südlich von Altdorf wichtig Ziel, so die Verwaltung. Denn dort soll bekanntlich in nicht allzu ferner Zukunft neuer Wohnraum entstehen.

"Linienhafte" Trassenführung 

Noch Klärungsbedarf sieht man im Ettenheimer Rathaus derweil bei der Streckenführung von Ringsheim bis ins DYN A 5. Bislang sei die Verbindung lediglich "linienhaft" in den Plänen eingezeichnet – und tangiere dabei "mehrere unserer Ökokontoflächen".

Da gebe es Verbesserungsbedarf, etwa, indem man bereits bestehende Wege für die Trasse nutzt, ist man sich im Rathaus sicher. Was den Ettenheimern besonders wichtig ist: Südlich der DYN A 5-Bebauung muss ein rund 200 Meter breiter Korridor freigehalten wird. Dort ist seit 1999 die endgültige Ausbaustufe des Gewerbegebiets ("Rittmatten III") eingeplant.

Radweg als Radschnellweg

Die Stadt Ettenheim will beim Kreis anregen, "zu prüfen, ob der ohnehin geplante Radweg entlang der neuen Kreisstraße als Radschnellweg ausgebildet werden kann". Einen solchen haben die Rathauschefs der Verwaltungsgemeinschaft bereits beim Regionalverband zwischen Emmendingen und Lahr beantragt.

Es wird ernst

Gibt der Kreistag bei seiner Sitzung am Dienstag, 3. November, grünes Licht für die neue Kreisstraße – Favorit ist Variante 2, die alle Ortsdurchfahrten entlang der Strecke entlasten würde –, wird zunächst weiter geprüft. Noch stehen wichtige Umweltgutachten aus.

Sollten diese positiv ausfallen, werden ab dem Doppelhaushalt 2021/22 die Kosten für den ersten von zwei Bauabschnitten bereitgestellt werden (36 Millionen Euro). Insgesamt rechnet die Kreisverwaltung mit einem Investitionsvolumen bis zu 60 Millionen Euro.

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