Ettenheim Die Zufahrt sorgt noch für Bedenken

Der Neubau des Ettenheimer Kauflands und vor allem dessen künftige Anbindung an den Verkehr beschäftigen derzeit Verwaltung, Gemeinderäte und Anwohner. Foto: Decoux-Kone

Ettenheim - Provisorium, Neubau, Verkehrsführung: Der Ettenheimer Bauausschuss hat sich am Dienstagabend ausgiebig mit den Plänen der Firma Kaufland beschäftigt. Die sind so konkret wie noch nie.

Dass das Unternehmen einen Neubau des Markts "Am Bahndamm" erwägt, ist seit geraumer Zeit bekannt. So hat der Bauausschuss schon mehrfach entsprechende Änderungen des dortigen Bebauungsplans beschlossen. Und auch beim Neubau der Jet-Tankstelle in Altdorf war immer wieder zu hören, dass diese Tankstelle einmal die noch vorhandene auf dem Kaufland-Gelände ersetzen solle.

> Provisorium:  Am Dienstag wurden nun die ersten planerischen Überlegungen zum Markt-Neubau vorgestellt. Vorgesehen ist, in der Zeit des Neubaus (der bisherige Markt wird komplett abgerissen) eine provisorische Verkaufsstätte in der Stückle-Straße, östlich an Rad-Schulz angrenzend, zu errichten. Geplant ist eine eingeschossige, 36 auf 51 Meter große Verkaufsstätte in Stahlrahmenkonstruktion. Nordwestlich der provisorischen Verkaufsfläche soll ein zweigeschossiger Sozialcontainer mit Flachdach aufgebaut werden, auf der Südseite ein eingeschossiger Anbau mit Flachdach für die Technikräume. Zudem soll es Kühlcontainer im Südosten geben. Auf dem Grundstück sind 112 Stellplätze vorgesehen. Die Zufahrt wird von der Stückle-Straße von der Nordseite her erfolgen.

Eine Vertreterin von Kaufland versicherte den Räten, dass auch das Provisorium optisch ansehnlich geplant sei. Der Sorge von Sabine Meier (FLE) – "nichts ist so dauerhaft wie ein Provisorium" – versuchten sowohl Bürgermeister Bruno Metz ("Wir wollen diese Fläche später schließlich gut verkaufen") als auch die Kaufland-Sprecherin ("Wir brauchen die Halle anschließend andernorts") zu entkräften. Der Bauantrag umfasst auch Werbeanlagen. Kaufland geht von einem Provisorium von anderthalb Jahren aus, ehe man dann wieder auf den Bereich zwischen Kreuzerweg und der Straße "Am Bahndamm" zurückkehrt.

> Verkehrsanbindung:  Im Zusammenhang mit dem Neubau des Markts auf der bisherigen Fläche hat Kaufland ein Fachbüro mit der Untersuchung einer optimalen Anbindung an die bestehenden Straßen beauftragt (wir berichteten). Diese sieht im Augenblick eine eigene Abbiegespur von der Rheinstraße (L 103) vor. Die Zufahrt vom Kreuzerweg soll bestehen bleiben. Die Straße "Am Bahndamm" dagegen würde zur Sackgasse, dann nur noch nutzbar für Fußgänger und Radfahrer – wobei mehrere Wortmeldungen aus dem Ratsrund die aktuellen Planungen gerade für Radfahrer (Schüler) als problematisch erachteten. Klarer Auftrag an das Büro: Planungen noch einmal überdenken. Die Kosten für alle diese verkehrlichen Maßnahmen hätte die Firma Kaufland als Verursacher zu tragen.

> Neubau:  Mit dem bisherigen Einkaufsmarkt ist das, was Kaufland beim Neubau vorhat, kaum mehr vergleichbar. Nach dem Abriss der bisherigen Gebäude soll dort auf einer Fläche von 132 auf 60 Metern ein Haupt- und Nebentrakt entstehen, im Erdgeschoss überdachter Parkraum, und darüber – über eine Rollsteige erreichbar – die Verkaufsebene mit deutlich erweitertem Angebot. Die Höhe von 13 Metern (bisher sechs Metern) machte etwa Bernd Billharz Sorgen. Das werde dann schon ein sehr dominantes Gebäudes am Stadteingang, lauteten nicht nur die Bedenken des SPD-Fraktionssprechers. Der von Olaf Deninger (SPD) angefragten Tieferlegung des ganzen Komplexes, "um etwa zwei Meter", werde, so die Befürchtung des anwesenden Kaufland-Architekten, nicht umgesetzt werden können.

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