Ettenheim Die neue Klangvielfalt erleben

Ein weiteres besonderes Ereignis innerhalb der 194-jährigen Geschichte der Kirche St. Marien in Ettenheimweiler: Mit großer Beteiligung der Gemeinde wurde die Ahlberg-Orgel "Organum II" feierlich in den Dienst genommen.

Ettenheimweiler. Viele Jahre mussten die Gläubigen nach der Fertigstellung der Kirche St. Marien im Jahre 1826 auf eine Orgel warten. Ihrem Antrag aus dem Jahre 1867 wurde erst Jahre später mit einem Harmonium entsprochen, das 1904 repariert und schließlich 1957 durch eine Teilorgel von Orgelbaumeister Franz Winterhalter mit sechs klingenden Registern ergänzt worden ist.

Schließlich kam in den 1970er-Jahren ein elektronisches Instrument in die St. Marien-Kirche, das aber Anfang der Jahrtausendwende nicht mehr genutzt werden konnte. Mithilfe eines gebrauchten Harmoniums aus Privatbesitz wurde die musikalische Begleitung der Gottesdienste aber weiter ermöglicht. In den vergangenen zwei Jahren hatte jedoch auch dieses immer mehr Ausfälle und konnte nur noch bedingt bespielt werden.

"Das Gemeindeteam von St. Marien übernahm die Initiative für eine Neuanschaffung und vor allem auch der erforderlichen Finanzierung", berichtete Pfarrer Martin Kalt bei der Weihe der neuen Elektronenorgel Ahlsfeld-Organum II. Sowohl von Kirchenbesuchern als auch aus dem Ort und durch viele persönliche Spenden wurden recht bald 9500 Euro für eine neue Orgel gesammelt. Der Stiftungsrat stimmte einer Neuanschaffung zu, bei der die Organisten Werner Veith und Mathias Schwab als Sachverständige mitwirkten. Dabei sprachen sich die Verantwortlichen gegen eine "echte" Orgel aus, da diese einige hunderttausend Euro gekostet hätte. Sie entschieden sich für eine elektronische Orgel. Bei der Anschaffung diente die bereits vorhandene Ahlfeld-Orgel in der Heimschulkapelle als Orientierungshilfe: Anhand dieser wurden entsprechende Angebote an gebrauchten Orgeln geprüft. Letzten Endes fand man "eine ausgezeichnete, besonders hochwertige Orgel zu einem sehr günstigen Preis".

Ein komplettes Orchester ist jederzeit einsetzbar

Zum Weihegottesdienst kamen viele Besucher in die St. Marien-Kirche, um anschließend an der Präsentation der neuen Orgel teilzunehmen und ihren Klang und deren vielseitigen musikalischen Möglichkeiten zu erleben.

"Dies ist ein wichtiger Nachmittag", so Pfarrer Martin Kalt. Zukünftig sollen die Gottesdienste mit neuem Klang verbunden und viele frische Impulse für deren Gestaltung geben. "Musik ist ein wichtiger Bestandteil der Gottesdienste, in frohen wie auch in schweren Stunden, vor allem zum Lobe Gottes", so Pfarrer Kalt. Nach dem Segnen des Wassers nahm er die Weihe der Orgel vor. Das "Großer Gott" beschloss den Gottesdienst und leitete zur Präsentation durch Organist Werner Veith über, der sich anschließend der Besichtigung anschloss.

Unerschöpflich seien die Möglichkeiten, die sich mit dieser neuen Elektronenorgel bieten, stellte Veith im Anschluss zufrieden fest. Mit zahlreichen Stücken und Variationen präsentierte er den Besuchern im Kirchenraum die Klangvielfalt und Möglichkeiten der Orgel. Vor Ort erlebten die Besucher auch die Gelegenheit durch zusätzliche Stimmen, die jederzeit zur Verfügung stehen; vom Cembalo über Zimbelstern, Chimes, Piano, Streicher, Chamade, Tuba, also ein komplettes Orchester immer mit einsetzbar.

Veith ließ auch das Glockenspiel erklingen, das mittels Fußtasten spielbar war. Er zeigte variable Gestaltungsmöglichkeiten, die bei den Besuchern Überraschung und Staunen hervorriefen.

Für die nächsten Jahre habe er noch viel zu entdecken und freue sich, mit einem solchen Instrument in den Gottesdiensten und darüber hinaus die Musik in der Kirche, neu entfalten zu lassen, sagte der Organist zum Abschluss der Einweihung in der St. Marien-Kirche.

Die Orgel hat zwei Manuale und Pedal, 44 Register-Wippen, ist mit 32-Bit-Prozessoren ausgestattet, die eine naturgetreue Wiedergabe von Orgelregistern sichern. Mit ihrer großen Individualität bietet sie nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, können die 44 Register mittels einer Datenbank geändert werden.

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