Ettenheim Café soll zu den Gästen kommen

Christina Kornfeld
Joscha Schaumann und Daria Waldner mal nicht als Gastgeber, sondern als Gäste im Café Löwenz. Foto: Kornfeld

Schüler der Naturschule möchten dreirädrigen Kleintransporter anschaffen. Bitte um Unterstützung

Ettenheimweiler - Die Crowdfunding-Aktion des Café Löwenz startet in der kommenden Woche. Was vor fünf Jahren als ein Schüler-Projekt begonnen hat, soll jetzt ausgeweitet werden. Mit dem Geld aus der Aktion soll eine original italienische Ape angeschafft werden.

So ein dreirädriges Fahrzeug, das viele aus dem Sommerurlaub in Italien kennen, möchte Joscha Schaumann mit seinen Mitstreitern zu einem "Wildkaffee-Mobil" umbauen und mit einer hochwertigen Espressomaschine ausstatten. Damit können dann auch Gäste auf Märkten, Festen oder Feiern erreicht werden. Schaumann ist mit anderen Betreibern des Café Löwenz bei der Messe "Intergastra in Stuttgart gewesen, um sich zu informieren. Für ihr Vorhaben, ein dreirädriges Rollermobil anzuschaffen, werden sie insgesamt 17 000 Euro benötigen, schätzt der 18-jährige Ettenheimer.

Das Café Löwenz ist ein Schülerprojekt der Natur- und Montessori-Schule in Ettenheimweiler. An der Schule nimmt jeder Schüler an einem Projekt teil und trägt dafür Verantwortung.

Beim Neubau der Schule vor fünf Jahren wollten sich fünf Schüler, darunter Schaumann, einbringen und haben das Projekt "Schüler-Café" gegründet. Gemeinsam mit einem Schreiner haben sie die Theken gebaut und selbstständig für die Ausstattung des Caféhauses gesorgt. Da sie schon vorher auf Märkten Kuchen und Kaffee verkauft hatten, war ein gewisses Budget vorhanden.

Jeden Sonntag hat das Café geöffnet, einmal im Monat gibt es einen Familiensonntag mit einem Freizeitangebot für Kinder. Die fünf Teilnehmer am Café-Projekt arbeiten jeweils jedes zweite Wochenende. "Samstags wird alles vorbereitet, eingekauft und gebacken. Am Sonntag sind wir im Service", so Schaumann. Es sei schon viel Arbeit, aber es stecke auch viel Herzblut darin. Erwirtschaftetes geht laut Schaumann komplett in die Erweiterung. Er hat die Schule mittlerweile abgeschlossen, arbeitet aber weiter am Projekt mit.

Ein Außenstehender könne auf den ersten Blick keinen großen Unterschied zu anderen Cafés sehen, so Schaumann. "Uns ist der nachhaltige Gedanke ganz wichtig", betont er. Für die selbstgebackenen Kuchen werden meist regionale Biopro­dukte verwendet.

Fairer Preis für Kaffee sichert Bauern ab

Der ausgeschenkte Kaffee stammt von äthiopischen Bauern, die Kaffeekirschen im Wald pflücken dürfen und sich gleichzeitig dem Schutz und der Bewahrung des Waldes verpflichtet haben. Die "Wildkaffeebauern" bekommen für ihren Raritäten-Kaffee mehr als das Doppelte des normalen Weltmarktpreises, das ermöglicht ihnen, ein für äthiopische Verhältnisse gutes Leben zu führen. Dadurch haben sie großes Interesse, ihre Einkommensquelle –­ den Regenwald – zu schützen. Im dortigen Regenwald darf weder gewässert noch gedüngt werden.

Mit dem "Wildkaffeemobil" möchten Schaumann, Daria Weidner, Philippe Krause-Sparmann und ihre Mitstreiter mehr Menschen von ihrer Idee überzeugen und hoffen auf viele Unterstützer, die an der Aktion teilnehmen.

Wer das Projekt unterstützen möchte, findet Näheres im Internet unter www.wildkaffeemobil.jimdo.com oder www.loewenz.de.