Ettenheim Blühende Inseln statt karger Ecken

Eine Delegation von Experten, Nabu- und Stadtvertretern begutachtete potenzielle Biotop-Standorte in Ettenheim. Foto: Stadt

Ettenheim (red/fx) - Vielfältig, naturnah und insektenfreundlich: In Ettenheim sollen in der Zukunft weitere Biotope entstehen. Die Vorbereitungen dafür laufen.

Bauhofleiter Markus Ohnemus und Gärtner Jörg Himmelsbach haben vergangene Woche eine Schulung im Rahmen des Nabu-Projekts "Natur nah dran" in Ludwigsburg besucht. Neben einer theoretischen Einführung fand auch eine Exkursion zu bereits naturnah umgestalteten Wildstaudenflächen und Blumenwiesen statt, die die Stadt Ludwigsburg 2016 mit "Natur nah dran" angelegt hat. Die Teilnehmer erhielten viele Anregungen und Tipps, wie im Siedlungsraum artenreiche Lebensräume für Hummeln, Distelfinken und Schwalbenschwänze geschaffen werden können.

"Jeder Quadratmeter ist wertvoll: Gerade in Städten und Gemeinden schlummert enormes Potenzial für mehr biologische Vielfalt", sagt Carolin de Mattia vom Nabu Baden-Württemberg. Bei der "Natur nah dran"-Schulung lernen die Teilnehmer, wie sie dauerhafte und dem Standort angepasste Blumenwiesen und Wildstaudenbeete anlegen. Die Schulung richtete sich an Mitarbeiter der Grünflächenämter, Stadtgärtnereien und Bauhöfe der für 2018 für "Natur nah dran" ausgewählten Kommunen.

Zudem besuchten Vertreter des Landesverbands gemeinsam mit Naturgartenplaner Reinhard Witt sowie dem Nabu-Projektleiter Martin Klatt die Grünflächen, die in Ettenheim im Laufe des Projekts in kleine Biotope umgewandelt werden sollen. Witt beschäftigt sich seit 30 Jahren intensiv mit dem Thema naturnahe Garten- und Landschaftsgestaltung, hat schon zahlreiche Bücher verfasst und ist der Fachmann, wenn es um naturnahe Gestaltung von privaten und öffentlichen Flächen geht. So hat er unter anderem die Villa Reitzenstein, Amtssitz von Ministerpräsident Winfried Kretschmann oder das Stammwerk von Mercedes-Benz in Gaggenau und das Gelände in Ludwigshafen naturnah gestaltet. Für Bauhofleiter Markus Ohnemus ist es deshalb eine große Bereicherung und Chance, dabei zu sein und Flächen in Ettenheim umgestalten zu können. "Wir bekommen durch das Projekt eine tolle Planung und Unterstützung durch den Nabu", freut sich der Bauhofleiter. Natürlich sei das Anlegen der Flächen zu Beginn auch mit Aufwand verbunden. Der sich aber lohnen wird, ist sich Ohnemus sicher.

Witt begutachtete die jeweiligen Standorte und gab Empfehlungen für die passende Bepflanzung. Mit vor Ort waren auch Kathrin Opel und Gesche Beile vom Nabu Ettenheim sowie Heike Schillinger von der Stadtverwaltung sowie Jörg Himmelsbach, Gärtner beim städtischen Bauhof.

Die Begehung der Flächen bildet gemeinsam mit der Schulung die Grundlage für den nächsten Schritt: die Detailplanung für die ausgewählten Flächen. Anschließend geht es dann an die Umsetzung der Maßnahmen.

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