Ettenheim Besucher bestaunen die alten Schätze

Veranstaltung: Kuriositäten auf dem Antikmarkt in Ettenheim / Regenbedingt nur durchwachsener Andrang

Porzellanteller, alte Münzen, antike Bücher – der Antikmarkt Ettenheim hatte am Samstag für Sammler einiges zu bieten. Von allen Seiten gab es viel Lob für die Atmopshäre, nur der Regen trübte am Nachmittag etwas die Stimmung.

Ettenheim. Zum noch trockenen Start um 11 Uhr herrschte emsiger Betrieb in der ungewohnt autofreien Altstadtidylle Ettenheims. Zu sehen und zu kaufen gab es genug, zum Beispiel alte Blech-Gießkannen, Küchenuhren, Kurbel-Kaffeemühlen, Steingut-Töpfe, historische Balkenwaagen oder alte stromfreie Nähmaschinen. Dazu erklärten manche Besucher ihrem Nachwuchs gerne, dass es so was früher tatsächlich mal im Alltag gegeben hatte. Tiegel, Töpfe, Porzellangeschirr, Gläser, Kannen, Karaffen und Vasen, eiserne Bügeleisen: All das hatte einst die Haushalte geschmückt, samt Nippes-Porzellanfiguren oder Kandelabern – metallene oder gläsernen Kerzenhalter. Da staunte auch manch jüngerer Erwachsene, was es früher mal gab, ob modisch oder haushaltspraktisch. Anbieter Christian Schulz aus Triberg stellte aus Erfahrung fest: "Die junge Generation kennt vieles leider nicht mehr!"

Natürlich durften Schmuck-Angebote abseits aktueller Mode beim Antikmarkt nicht fehlen. Es gab aber auch alte Halstücher, Handtaschen jeder Art, antiquarische Bücher und afrikanische Holzmasken. Von üblichen Flohmärkten eher gewohnt, fanden sich auch manche Buddhas, Bibeln, Bilder, historische Ansichtskarten, Globusse und sogar alte blecherne Koks-Schütteimer.

Zu entdecken ließ sich beim Stände-Schlendern genügend – etwa ein lederbezogenes Schaukelpferd, eine Hohner-Mundharmonika Typ "Komet" und viele Liebhaber-Schätze mehr. Da war gut beraten, wer sich mit den Verkäufern auf einen Preis-Handel einließ. Allerdings waren manche der Profi-Anbieter dies längst gewohnt. Geldknappheit? Da half ein Blick auf Inflations-Geldscheine von 1923 in Billiardenhöhe oder frühere Münzen. Viele weitere Blicke fielen auf alte Plüschteddys, Spitzenkleider oder Porzellanpfeifen, sogar auf eine holzgeschnitzte, gewohnt grimmig dreinschauende Beethoven-Büste.

Manche der mehr als 40 teils weit angereisten Händler hatten bereits am Nachmittag angesichts des regenbedingt geringeren Besucherandrangs vorzeitig ihre Standplätze geräumt. Doch die meisten hielten bis zum regenfreien Ende um 18 Uhr durch, etwa auch Vera und Bernhard aus Rastatt: "Nach der Corona-Zwangspause sind wir seit Beginn nun zum dritten Mal auf dem selben Standplatz dabei, kommen auch das nächste Mal gerne wieder nach Ettenheim!" Natürlich auch Schulz. Er lobte: "Die Atmosphäre in Ettenheim ist einfach toll, die Veranstalter haben eine Top-Vorarbeit geleistet!"

Auch "Adis Schlemmereck" mit Wurst und Crepes ließ die Besucher nicht im Stich, ebenso wie eine nahe des Rathauses platzierte weitere Bude mit "Roter", Merguez und Currywurst.

Der Ettenheimer Antikmarkt fand nach 2018 und 2019 zum dritten Mal statt. Im vergangenen Jahr wurde er wegen der Corona-Pandemie abgesagt. Die Besonderheit der Veranstaltung ist, dass Händler nur Waren anbeiten dürfen, die vor dem Jahr 1975 erstellt wurden.

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