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Ettenheim Auch der Schulhund ist verewigt

Kreatives Team: die Teilnehmer der Kunst-AG am BIZ mit ihren Lehrern Madeleine Grussenmeyer und Andrea Becker sowie dem Graffiti-Künstler Michael Becker alias "Open-Mike" (stehend rechts) Foto: Agentur Kreativgarten

Wer fortan über den Schulhof kommend den Haupteingang des August-Ruf-Bildungszentrums in der Bienlestraße ansteu-ert, dessen Blick bleibt hängen: an einem farbintensiven, aussagekräftigen professionell gestalteten und völlig legalen Graffiti.

 

Ettenheim. Das Kunstwerk hat die beachtliche Größe von 2,15 auf 9,80 Metern. Im Zen­trum, gehalten von überdimensionalen weißen Händen, der Schriftzug "BiZ" – in den Farben der Segel, mit denen das Schulschiff die Einheit aus Realschule, Werkrealschule und Grundschule seit Langem symbolisiert. Nicht verwunderlich, dass das Graffiti im Umfeld dann auch das Blau des Wassers aufgreift, in dem das Schulschiff wogt. Pfiffig ist auch der Einfall, den i-Punkt mit dem Kopf eines Boxerhundes zu gestalten. Unverkennbar: Emil, der Schulhund, der aus dem Leben der Schule kaum mehr wegzudenken ist.

Erster Preis bei Wettbewerb

Das Graffiti ist wohl durchdacht und hat seinen Hintergrund. Die beiden Lehramtsanwärterinnen Madeleine Grussenmeyer und Andrea Becker stießen beim Besuch der Didacta in Stuttgart auf den Stand der Firma Herma, die seit einiger Zeit ihre Ordner und Sammelmappen von Graffiti-Künstler Michael Becker alias "Open-Mike" gestalten lässt. Von einem von Herma ausgeschriebenen Graffiti-Wettbewerb ließen sich die angehenden Lehrerinnen ansprechen. Schnell hatten sie die Acht- und Neuntklässler ihrer Kunst-AG begeistert, sich an diesem Wettbewerb zu beteiligen – das Ergebnis: ein erster Preis, mit dem der Filderstädter Etiketten- und Haftmaterialienhersteller die Entwürfe der 14 jungen BIZ-Künstler bedachte.

Gewonnen hatten die Schüler einen zweitägigen Graffiti-Workshop mit dem in der Szene weithin bekannten Sprayer. "Das machte echt Spaß", so die 13-jährige Farida. "Das haben die Verantwortlichen richtig cool gemacht", pflichtet ihr die 14-jährige Nicole im Rückblick auf die ersten Grundübungen bis zum "Burner", wie die Szene die komplexe Konzeptgestaltung nennt, bei.

Luca, verblüffenderweise der einzige Junge neben sonst lauter Mädchen, ist derweil noch mit letztem Feinschliff an der Wand beschäftigt. Schon seit November vergangenen Jahres, seit einem Ausflug der Klasse in die Lahrer Malerfachschule, betätigt sich Luca in Lahr "an einer legalen Wand", wie ihm wichtig ist zu betonen, als Sprayer.

Trotz dieser Erfahrung hat er an diesen zwei Tagen noch einmal richtig viel dazu gelernt. Und die beiden Lehrkräfte finden ebenso erfreulich wie bemerkenswert, dass der "Character", wie die Sprayer die comicartige, figürliche Darstellung eines Graffitis bezeichnen, hier nicht etwa vom großen Mike, sondern von den Schülern selbst konzipiert wurde.

INFO

Nur positive Reaktionen

Von ihrer Idee hatten die beiden Lehramtsanwärterinnen und die Schüler ihre Schulleiterin Beate Ritter schnell überzeugt. Auch das städtische Bauamt gab zeitnah grünes Licht. Der Vertrauensvorschuss war mehr als berechtigt, wie das fertige Kunstwerk zeigt: "Open-Mike", auslobende Firma und auch "Kreativgarten", die begleitende Werbeagentur, stuften das Ergebnis als durchaus bemerkenswert ein. Die vorbeieilenden Schüler kommentierten das Werk schon vor dem letzten Druck auf die Spraydose sowieso als "einfach nur cool".

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