Ettenheim Altdorfer Familie verliert ihr Zuhause

Eine Altdorfer Familie hat am Mittwochabend durch ein Feuer ihr Zuhause verloren. Große Teile des Wohnhauses und eine Scheune brannten ab. Ein Feuerwehrmann verletzte sich bei dem Einsatz. Für die Familie werden Spenden gesammelt.

Altdorf. Es ist wohl einer Nachbarin zu verdanken, dass das Unglück nicht in einer Tragödie endete. "Die Frau war gegen 21 Uhr auf dem Nachhauseweg, als sie Brandgeruch bemerkte und die Familie rausklingelte", berichtete Ettenheims Gesamtwehrkommandant Jürgen Rauer am Donnerstag im Gespräch mit der LZ. Die Bewohner des Hauses in der Eugen-Lacroix-Straße, Ecke Joseph-Greber-Straße, konnten sich rechtezeitig in Sicherheit bringen, während für Rauers Leute ein Einsatz mit großen Herausforderungen begann. Flammen breiten sich rasant aus:  Das Feuer war offensichtlich in einem an das Wohnhaus angebauten Schopf ausgebrochen. "Als der Hausbesitzer die Tür öffnete schlugen ihm Rauch und Flammen entgegen", so Rauer. Angetrieben von starkem Wind breitete sich das Feuer rasend schnell aus. Beim Eintreffen der Feuerwehr – im Einsatz waren alle Ettenheimer Abteilungen mit rund 65 Mann – standen die Scheune und der Dachstuhl des Hauses bereits in Vollbrand, beißende Rauchwolken stiegen auf. Weil es sich laut Rauer um zwei ältere Gebäude handelte, die nicht durch eine Brandwand getrennt gewesen seien, hätten die Flammen nahezu ungehindert auf das Wohnhaus übergreifen können. Drei Gasflaschen explodieren: Im Innern der Scheune waren mehrere Gasflaschen gelagert, was die Arbeit der Feuerwehr erheblich erschwerte. Einen Behälter habe der Haubesitzer, als er das Feuer bemerkte, noch aus dem Schopf geholt, drei weitere seien während des Brandes explodiert, berichtet der Kommandant. "Deshalb mussten wir Abstand halten, konnten das Feuer zunächst nur von außen bekämpfen." Dazu hatte man die Drehleiter aus Rust angefordert. Erst als die Gefahr gebannt war, weitere Gasflaschen ins Freie gebracht worden waren, ging die Feuerwehr zum Innenangriff über.

Feuerwehrmann stürzt, Hund gerettet:  Dabei kam es zu einer brenzligen Situation. Als ein Schlauch platzte, erschreckte sich ein Altdorfer Feuerwehrmann und stürzte über ein etwa anderthalb Meter hohes Treppengeländer auf die Schulter. Eine Röntgenuntersuchung im Krankenhaus habe glücklicherweise keinen Bruch ergeben, berichtet Rauer. Glimpflich ging das Feuer auch für den Hund der Familie aus, die Einsatzkräfte retteten die Dogge aus dem brennenden Haus. Nachbarhaus evakuiert:  Erst gegen 2.30 Uhr konnten die Feuerwehrleute durchschnaufen, waren die Flammen gelöscht. Zuvor hatten sie die Bewohnerin eines Nachbarhauses, eine behinderte Frau, in Sicherheit bringen müssen. Zudem verhinderten die Einsatzkräfte, dass ein weiteres angrenzendes Gebäude, dessen Dachvorsprung Feuer gefangen hatte, in größere Mitleidenschaft gezogen wurde. Allgemein bereitete die enge Bebauung im Altdorfer Ortskern Probleme, sagt der Kommandant. Vor der eigentlichen Brandbekämpfung hatte die Feuerwehr eine sogenannte Riegelstellung aufgebaut, einen Schutz vor Wärmeübertragung auf nicht betroffene Bereiche. Rauer war in der Nacht noch zweimal zur Nachkontrolle vor Ort. Gegen 7.45 Uhr gab es tatsächlich noch einmal Alarm – ein Glutnest musste gelöscht werden. Zahlreiche Schaulustige: Angelockt  vom Großeinsatz zog es offenbar viele Besucher des Altdorfer Weihnachtsmarkts, der nur 200 Meter Luftlinie auf dem Hof der Grundschule stattfand, an den Brandort. Behindert wurden die Feuerwehr und das DRK, das mit zehn Einsatzkräften vor Ort war, durch die Schaulustigen aber wohl nicht. Wohl keine Brandstiftung:  Wie es zu dem Feuer kommen konnte, soll laut Mitteilung der Polizei die Offenburger Kripo ermitteln. Kommandant Rauer schließt eine Brandstiftung, zumindest von außen, aus: "Der Brandherd lag mit großer Wahrscheinlichkeit in der Scheune und die war abgeschlossen." Im Gebäude hätten sich "mehrere motorbetriebene Geräte" befunden. Der Schaden liegt nach ersten Schätzungen der Polizei bei "mehreren Hunderttausend Euro", das Haus sei "völlig unbewohnbar". Bewohner kommen bei Freunden unter: Die vierköpfige Familie – Mutter, Vater und zwei Kinder – ist durch das Feuer innerhalb weniger Stunden nicht nur obdachlos geworden, sondern hat auch den Großteil ihres Hab und Guts verloren. Vorerst kommt die Familie bei Freunden unter. Bürgermeister Bruno Metz zeigte sich gegenüber der LZ "sehr betroffen", man wolle die Familie "schnell und unbürokratisch, aber auch mit der nötigen Sorgsamkeit" unterstützen: "Ich habe mit der Ortsverwaltung besprochen, dass sie die Hilfe koordiniert." Sachspenden könnten im Altdorfer Rathaus abgegeben werden, wo die Gegenstände auf Tauglichkeit und Nutzen überprüft würden.

Im Internet war die Anteilnahme am Schicksal der Altdorfer Familie am Donnerstag groß. Viele Kommentatoren drückten in den sozialen Netzwerken ihr Mitgefühl aus und signalisierten Bereitschaft, helfen zu wollen. Unter anderem war die Rede davon, zeitnah ein Spendenkonto einzurichten.

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