Ettenheim Also doch: Günter Krieg kandidiert

Vor Monaten hat er es dementiert, kurz vor Toreschluss tut er es doch: Günter Krieg bewirbt sich um das Amt des Ettenheimer Rathauschefs. Damit dürfte es zu einem spannenden Schlagabtausch mit Amtsinhaber Bruno Metz kommen.

Ettenheim. Es ist eine Kandidatur, mit der man im Vorfeld hätte rechnen können. Bekanntermaßen liegen Krieg als Vorsitzender der Bürgerinitiative Altstadt und die Stadtverwaltung mit Metz an der Spitze seit Jahren über Kreuz. Die BI-Gemüter erhitzen sich regelmäßig an aus ihrer Sicht zu lautem Pflaster und zu vielen Festen in der Innenstadt. Die Querelen gipfelten in gegenseitigen Anzeigen. Doch statt mit der Bürgermeisterwahl eine Kurskorrektur in der Stadtpolitik anzustreben, erklärte Krieg im Januar: "Ich stehe für das Amt auf keinen Fall zur Verfügung."

Nun die Kehrtwende. Grund dafür sei die "überraschend breite Unterstützung", die die BI seit ihrer öffentlichen Kandidatensuche (wir berichteten) aus der Bevölkerung erfahren habe, ließ Krieg am Freitagabend per Pressemitteilung wissen. Er habe gespürt: "Viele wünschen sich nach 24 Jahren wieder eine echte Alternative bei der Bürgermeisterwahl." Auf LZ-Nachfrage räumte der 42-Jährige zudem ein: "Natürlich hätte ich mir keine Gedanken darüber machen müssen zu kandidieren, wenn wir einen geeigneten Bewerber gefunden hätten." So habe er sich mit Familie und Freundeskreis "intensiv beraten" und kurz vor Bewerbungsschluss am kommenden Montag den Entschluss gefasst: "Ich kandiere für das Amt des Bürgermeisters in Ettenheim."

Der Gewerbeschullehrer, der sein gesamtes Leben in "dieser wunderbaren Stadt" (Krieg) verbracht hat, weiß, dass es mehr braucht, als über mangelnde Lebensqualität in Ettenheims Altstadt zu schimpfen, will er dem Amtsinhaber die Stirn bieten. Kommende Woche wolle er sein Wahlprogramm vorstellen. "Natürlich werden darin auch die Ortsteile ausreichend gewürdigt", sagt Krieg.

Eine Kostprobe seiner Agenda gab es schon am Freitag: Als junger Vater habe er sich auf die Fahnen geschrieben, die Stadt familienfreundlicher zu machen: "Die vielen jungen Familien brauchen besser ausgestattete Spielplätze, Kindergärten und Schulen." Einen weiteren Schwerpunkt will Krieg auf den Ausbau des schnellen Internets legen. Eine Modernisierung sei nicht nur für die Bürger, sondern auch für den Wirtschaftsstandort Ettenheim von großer Bedeutung.

Und wie stellt er sich die Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung vor, sollte er gewählt werden? Immerhin hat Krieg vor gar nicht langer Zeit einen Mitarbeiter wegen eidesstattlicher Falschaussage angezeigt: "Der hätte es unter mir definitiv schwer", sagt der Kandidat. "Ansonsten bin ich nicht nachtragend, ich muss keine alten Rechnungen begleichen." Auch mit dem Gemeinderat, dem er einst als Mitglied der SPD-Fraktion angehörte, sehe er "künftig keine Probleme, wenngleich es da durchaus Verbesserungspotenzial gibt". Das Gremium müsste aus seiner Sicht "viel mehr Einfluss auf die Politik in der Stadt nehmen".

Zu einer Schlammschlacht mit seinem langjährigen Widersacher Bruno Metz will es Krieg im Wahlkampf indes nicht kommen lassen: "Natürlich muss und werde ich Dinge, die es zu kritisieren gibt, ansprechen, aber nicht aufgehängt an einer Person."

Die Bewerbungsfrist für die Bürgermeisterwahl in Ettenheim endet am kommenden Montag, 10. September, um 18 Uhr. Neben Bruno Metz und Günter Krieg haben sich bislang die Sindelfinger Dauerkandidatin Fridi Miller und Michael Butt, der im Ettenheimer Bürgerstift lebt, um den Chefposten im Ettenheimer Rathaus beworben. Die Bürgermeisterwahl findet am Sonntag, 7. Oktober, statt.

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