Ettenheim Ärger um Autos am alten Steinbruch

Ettenheimmünster - Es gibt Ärger um die Trial-Gruppe des MSC Ettenheimmünster, genauer: um ihr Training. Einem Anwohner ist der zunehmende Autoverkehr im Wald ein Dorn im Auge. Die Ortsvorsteherin nimmt den Verein aus der Schusslinie.

Radsport als Aushängeschild des Dorfs 

Es ist sicher nicht übertrieben, die Radsport-Abteilung des Motorsportclubs Ettenheimmünster als das Aushängeschild des Dorfs zu bezeichnen. Mit waghalsigen Sprüngen über Baumstämme und Felsblöcke haben es jugendliche wie erwachsene Trial-Fahrer in der Vergangenheit zu vielen Auszeichnungen und großen Ehren gebracht; der Verein hat Welt- und Europameister in seinen Reihen. Weil solche Erfolge nicht vom Himmel fallen, bauten MSC-Mitglieder vor Jahren mit viel Eigenleistung den ehemaligen Steinbruch im Münstertäler Wald zu einer Trainingsarena um. Seitdem werden dort die Grundlagen für sportliche Triumphe gelegt.

Friedrich Seiler wohnt in der Lautenbachstraße, seit 39 Jahren, nah am Wald. Die Ruhe, die er dort einst genoss, ist schon länger getrübt. Seiler hat sich mit seinem Anliegen an die LZ gewandt. Grundsätzlich, betont er im Gespräch, habe er nichts gegen das sportliche Treiben im alten Steinbruch einzuwenden. Im Gegenteil: "Wenn die Jugend aktiv ist, finde ich das gut." Er selbst fahre schon Jahrzehnte mit dem Mountainbike durch den Wald. Was ihn stört, ist der motorisierte Verkehr, der zum Trialgelände hin- und von dort wieder wegführt. Eltern würden ihre radelnden Kinder nicht nur bis an den Waldrand fahren, sondern direkt an die Arena, so Seilers Beobachtung. "Das ist immer mehr geworden, mittlerweile sind es bis zu 40 Fahrzeugbewegungen am Tag". Zu viel, findet Seiler.

18 Fahrzeuge haben eine offizielle Genehmigung

Rita Ohnemus kennt die Klagen des Anwohners. Man steht in Kontakt. "Ende Mai habe ich mich deshalb mit Vereinsvertretern und dem Revierleiter zum Vor-Ort-Termin im Steinbruch getroffen", berichtet die Ortsvorsteherin der LZ. Ergebnis des Austauschs: Was vorher geduldet wurde, hat das Landratsamt jetzt schriftlich genehmigt. 18 Autos von MSC-Vorstandsmitgliedern, Trainern und einer Handvoll Fahrern haben offiziell die Erlaubnis, den Waldweg zu befahren. "Alle haben einen Berechtigungsschein mitzuführen", sagt Ohnemus. Es sei klar abgesprochen, dass alle anderen – Besucher wie Aktive – nur bis zum Parkplatz am Waldrand fahren dürfen. Von dort soll es zu Fuß beziehungsweise auf dem Rad zur knapp 700 Meter entfernten Arena gehen. "Darauf achten die Verantwortlichen auch penibel."

Indes, Seiler stört sich nicht nur an der Zahl der Autos, sondern auch an der Zahl der Trainingstage: "Früher war es nur der Mittwoch, jetzt ist praktisch täglich Betrieb, auch am Wochenende." Eine Entwicklung, die Ohnemus bestätigt und auf die Corona-Pandemie zurückführt: "Die Gruppen mussten kleiner, die Trainingspläne entsprechend angepasst werden." Ein Problem sieht die Ortsvorsteherin darin nicht: "Ich stehe voll hinter dem Verein. Was der MSC seit Jahren speziell für die Jugend im Dort leistet, ist großartig. Da dürfen sie auch mal am Sonntag in den Wald." Der Großteil der Bevölkerung sehe das genauso, betont Ohnemus: "Mir sind sonst noch keine Beschwerden zu Ohren gekommen."

Immer mehr Auswärtige in Trial-Arena

Ein Missstand, den die Dorfchefin nicht abstreitet, ist der Fakt, dass augenscheinlich immer mehr Auswärtige die schmucke wie anspruchsvolle Trial-Arena für sich entdecken. Seiler berichtet von "zahlreichen Autos mit Emmendinger, Freiburger und Rottweiler Kennzeichen", die regelmäßig an seinem Haus vorbei in den Wald rollen. "Das Betreten des Steinbruchs ist für Nicht-Mitglieder verboten und wird vom Ordnungsdienst der Stadt auch strikt geahndet­", sagt die Ortsvorsteherin. Regelmäßig sensibilisiere sie die MSCler, Fahrzeuge von ungebetenen Gästen zu fotografieren und zu melden, um die Halter zu belangen. "Nur so werden wir der Lage Herr."

Seiler hofft künftig auf mehr Rücksichtnahme – generell auf Flora und Fauna im Wald und speziell auf sein Anwesen: "Wegen der vielen Autos liegt ständig Schotter vor dem Haus." Ohnemus verspricht, sich auch darum zu kümmern: "Von diesem Problem habe ich jetzt erst gehört. Ich werde mit dem Revierleiter nach einer Lösung suchen. Die Anwohner sollen keinen Dreck vor der Haustür haben."

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