Ettenheim Abschneiden wäre falsch

Der Großteil der ausgesäten Wildblumen sind mittlerweile verblüht, aber immer noch sehr nützlich. Archivfoto: Stadt Foto: Lahrer Zeitung

Ettenheim (red/fx). Die Stadt Ettenheim hat in diesem und im vergangenen Jahr öffentliche Flächen naturnah umgestaltet und dafür eine Förderung durch den Landesnaturschutzbund und dem Umweltministerium erhalten. Die Planung übernahm Reinhard Witt, Fachplaner für naturnahe Grünflächen, der das Projekt "Natur nah dran" mit seiner Expertise unterstützt.

Mit der Anlage von Wildblumenwiesen und Blühstreifen entstanden wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge und Käfer in der Kernstadt und den Ortschaften, so die Stadtverwaltung. Während im Frühjahr und Sommer die Flächen in voller bunter Blüte gestanden hätten, sähen die Pflanzen im Herbst oder Winter nicht mehr ganz so schön aus. Doch gerade in dieser Zeit seien die verblühten Wildstauden und Wildblumen sehr wichtig für die Natur. Denn viele Blüten von Stauden, zum Beispiel von Natternkopf, Lein, Steppen-Wolfsmilch, Heilwurz, mehlige Königskerze und Feldrittersporn stellten nicht nur im Sommer eine Nahrungsquelle für Fluginsekten dar, sondern lockten auch im Winter zahlreiche Tiere an.

Flächen an vielen Orten in der Stadt zu finden

Deshalb weist die Stadt darauf hin, dass ein Abschneiden der Stauden und vieler einjähriger Blumen gegen das Ziel von "Natur nah dran" wäre. "Außerdem sorgen die Wildblumen mit der Ausbildung von Samen für ihre Vermehrung. Gleichzeitig bieten sie dadurch auch Vögeln, Kleinsäugern und Insekten, die im Garten überwintern, eine wichtige Nahrungsquelle", erklärt Markus Ohnemus vom städtischen Bauhof. Während von den Samenständen der Blumen vor allem Vögel profitierten, überwinterten in hohlen Stängeln und in der Streuschicht am Boden Nützlinge, etwa der Marienkäfer. Zudem nutzten einige Wildbienenarten die verblühten, hohlen Pflanzenstängel noch als Winterquartier.

Naturnah gestaltete Flächen sind beispielsweise entlang des Mühlenwegs, in der Otto-Stoelcker-, der Freiburger Straße und beim Museum zu finden. Auch in Wallburg und in der Bienlestraße wurden öffentliche Flächen durch den Bauhof umgestaltet.

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