Ettenheim 135 Tonnen CO2 pro Jahr weniger

Südbadens größte solarthermische Anlage ist offiziell ihrer Bestimmung übergeben worden. Die 1800 Quadratmeter große Sonnenkollektor-Fläche befindet sich im Gewann auf dem Myßberg nahe der Heimschule St. Landolin.

Seit mehr als 20 Jahren ist das lokale Fernwärmenetz an Heimschule und Ettenbach-Quartier in Betrieb. Mit der Solaranlage wurde nun ein Gas-Blockheizkraftwerk auf dem Schulgelände außer Betrieb genommen. Ein Holzhackschnitzel-Ofen läuft weiter, ebenso wie ein Öl-Spitzenlastkessel zur Reserve. Mit 112 Hochleistungskollektoren in 14 Reihen kann die neue Solaranlage bis zu 1,1 Kilowatt an Wärme erzeugen. Selbst bei diffusem Licht soll die Anlage noch vier- bis fünffach effizienter als eine Photovoltaikanlage arbeiten. Wenn die Sonne nicht scheint, sorgen zwei neue Wasser-Pufferspeicher für Überbrückungen. Bis 1999 waren alleine für die Heimschule noch bis zu 500 000 Liter Heizöl jährlich verbraucht worden. Das hat sich gründlich geändert. Nun sorgen Holz und Sonne für 95 Prozent des Wärmebedarfs. Damit können 135 Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid jährlich eingespart werden.

Ettenheim. Die Solarthermieanlage soll nicht nur die Heimschule samt Internat, Sporthalle und Schwimmbad, sondern auch das nahegelegene Wohngebiet "Quartier am Ettenbach" mit rund 200 Wohneinheiten, Pflegeheim, betreuten Wohnanlagen und Gewerbebetrieben mit Wärmeenergie fürs Wasser versorgen.

Rund 1,2 Millionen Euro hat die "Fernwärme Ettenheim GmbH" als bisheriger Nahwärme-Netzbetreiber dafür in die Hand genommen, in Zusammenarbeit mit der Stadt, Heimschule und der Freiburger Erzdiözese als deren Träger. Geplant und ingenieurtechnisch umgesetzt hat das Großprojekt die Lörracher Firma Ratio-Energie als Mehrheits-Mitgesellschafter der Ettenheimer Fernwärme-GmbH.

Geschäftsführer Peter Blaser stellte vor Ort die imposante solarthermische Anlage vor. Sie ist auf bis zu 30 Jahren Laufzeit ausgelegt – könne aber gut und gerne auch noch länger laufen. Per vollbeladener Lkws waren die Einzelteile voriges Jahr aus Finnland herbeigeschafft worden, denn dort hatte man die auf solche Großprojekte spezialisierte Firma Savosolar Oyl nach internationaler Ausschreibung gefunden. Coronabedingt musste die Montage der Anlage zeitweise unterbrochen werden, dennoch lief sie bis September schon vier Monate im Probebetrieb. Auch Funktionstests konnten mit ihr schon gemacht werden.

Der Standort, ein nicht mehr genutzte Maisfeld, ist eingezäunt, und soll in den nächsten Jahren um die Solaranlage herum zur Magerwiese mit Sträuchern und wenigen Bäumen umgestaltet werden. Dann werden dort zeitweise Schafe weiden, sogar ein Imker hat sich schon für einen Standort seiner Bienen interessiert.

Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Ettenheims Bürgermeister Bruno Metz sieht in der Anlage einen weiteren städtischen Mosaikstein im Bemühen um nachhaltige Energieversorgung und somit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Heimschul-Direktor Eberhard Pfister habe mit der Solaranlage das Leitbild seiner Heimschule, Verantwortung für die Zukunft der Gesellschaft zu übernehmen und die Schöpfung zu bewahren, trefflich umgesetzt.

Das sah auch Ralph Schwörer von der Erzdiözese-Schulstiftung nicht anders, der sich dem Ziel näher sieht, bis 2030 eine "klimaneutrale Diözese" vermelden zu können.

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