Endingen Abbau-Pläne aus Schublade geholt

Das Unternehmen Ceratizit will an seinem Firmensitz in Empfingen 40 Stellen abbauen.Foto: Ceratizit Foto: Lahrer Zeitung

Auswirkungen der Corona-Krise: Ceratizit baut in Empfingen 40 Stellen ab. Das teilt die IG Metall mit. Allerdings sind die Pläne des Unternehmens in Empfingen wohl nicht neu.

Emp fingen. Der Hartmetallhersteller mit Hauptsitz in Luxemburg zieht damit Konsequenzen aus der negativen Entwicklung in der Corona-Krise, wie Dorothea Diehm, erste Bevollmächtigte der IG Metall Freudenstadt erklärt. Allerdings sei der Abbau von 40 Stellen bereits im Vorjahr bereits im Gespräch gewesen und dann vorerst ad acta gelegt worden. Durch die Corona-Krise wurden diese Pläne nun wieder aktuell. Das Unternehmen selbst hat eine Anfrage unserer Zeitung bisher nicht beantwortet. Bürgermeister Ferdinand Truffner kommentiert: "Es wird wegen Corona Einschneidungen auch bei Empfinger Firmen geben."

Der Stellenabbau soll sozialverträglich erfolgen, so Diehm. Kündigungen sollen vermieden werden. Als Mittel sind sogenannte Rentenbrücken und freiwillige Aufhebungsverträge mit Abfindungen im Gespräch. Damit reduziert das Unternehmen etwas mehr als zehn Prozent seiner bisher 380 Stellen. Ceratizit hat weltweit insgesamt 30 Produktionsstätte mit rund 8000 Mitarbeitern. Diehm spricht von einem "fairem Vorgehen" des Unternehmens – das auch Kurzarbeit anwendet – in der Krise.

Insgesamt würden die Unternehmen in der Region in der Corona-Krise besonnen agieren und bisher abwarten, wie die Entwicklungen bis in den Herbst weitergehen. "Bisher baut nur das Unternehmen Veyhl in Zwerenberg mit 100 Stellen massiv ab." Viele Unternehmen würden das Instrumentarium der Kurzarbeit nutzen, die einen bereits sehr früh im Jahr, die anderen nun etwas später. "Das Unternehmen Arburg hat schon ganz am Anfang der Krise reagiert. Bei manchen folgt die Entwicklung nun zeitversetzt."

Damit würden die Unternehmen laut Diehm anders reagieren als im Krisenjahr 2008. "Es sind viele gute Jahre des Wirtschaftens gefolgt, sodass die Liquidität wohl in der aktuellen Krise noch nicht so das Problem ist."

Auch das Thema Leiharbeit habe nicht mehr so einen großen Stellenwert wie im Jahr 2008. "Viele Unternehmen haben in guten Zeiten eher auf Befristungen gesetzt." Allerdings hätten zahlreiche Unternehmen in der Corona-Krise Befristete abgemeldet.

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