Einigung zwischen Betreibern und Nachbarn Endlich Ruhe um Fleischautomat in Schuttern

Der Fleischautomat von Bernhard Silberer führte bei der benachbarten Familie Heitz zu Schlafstörungen. Lange kämpfte diese erfolglos, nun gibt es eine Einigung: Das "Metzgerhiesli" wird versetzt. Foto: Bohnert-Seidel

Schuttern - Im Streit um den Fleischautomaten in der Unterdorfstraße in Schuttern wird demnächst Ruhe einkehren. Die Nachbarn Silberer und Heitz haben sich geeinigt. Demnach soll das "Metzgerhiesli" so schnell wie möglich umgesetzt werden.

Seit August letzten Jahres sorgt das "Metzger-hiesli", ein Fleischautomat, der in der Unterdorfstraße in Schuttern 24 Stunden am Tag läuft, für Ärger. Nachbarn fühlen sich durch das Brummen des großen Kühlschranks gestört und klagen über schlaflose Nächte. Nun soll endlich Ruhe sein: Bernhard Silberer wird den Fleischautomaten versetzen.

Automat konnte ohne Genehmigung aufgestellt werden

Der betroffene Nachbar Konrad Heitz nahm am Dienstagabend die Frageviertelstunde zum Anlass, um den Ortschaftsrat über den Sachstand zu informieren. Zum Ausdruck brachte er, dass sich seine Familie vom Ratsgremium etwas im Stich gelassen gefühlt habe. Das "Metzgerhiesli" in der Form, wie es Metzger Bernhard Silberer in unmittelbarer Nachbarschaft aufgestellt hat, war zwar nicht genehmigungspflichtig, aber was die tiefer gehenden Geräusche im Dauermodus anbelange, hätte er sich zumindest gewünscht, dass das Vorhaben dem Ratsgremium vorgelegt worden wäre, führte Heitz aus. "Für die Zukunft erhoffe ich mir, dass es, auch mit Rücksicht auf andere besser läuft", betonte Heitz.

Zehn Monate habe die Familie um Gehör gekämpft und auf dem Boden im Wohnzimmer geschlafen, weil im Schlafzimmer keine Ruhe zu finden war. Dabei war nicht nur das Brummen des Automaten ein Problem, sondern auch rücksichtslose Kunden, die die Motoren ihrer Autos laufen ließen, bis das Wurst- oder Fleischpaket aus dem Automaten gezogen wurde.

Mitgebracht in den Ortschafts hatte Heitz eine Schrift vom Bundesumweltamt, das Leitlinien für diese Probleme von Netzfrequenzen im Zusammenhang mit Transformatoren herausgegeben hat. "Zehn Monate haben wir nicht mehr als vier Stunden pro Nacht geschlafen. Wir können nicht mehr", erklärte Heitz und merkte an, dass es in Oberschopfheim anders funktioniere. Dort wurde ebenfalls ein Automat mit Kühlung aufgestellt. Die Aufstellung ging jedoch zur Kenntnisgabe über den Ratstisch, weil sie mit einer Überdachung einhergeht. Der Rat ordnete an, dass sich keine Nachbarn beeinträchtigt fühlen dürfen.

Parteien wurden ohne Rechtssprechung einig

"Wir fühlten uns völlig allein gelassen", stellte Heitz fest. Anwälte wurden auf beiden Seiten eingeschaltet. Eine Einigung wurde zunächst jedoch nicht erzielt. Mittlerweile sind sich beide Parteien ohne Rechtssprechung einig geworden. Silberer hat eingelenkt und wird den Automaten umsetzen. Familie Heitz ist erleichtert und hofft auf einkehrende Ruhe.

Ortsvorsteher Hans-Jürgen Kopf betonte, dass der Rat jetzt ebenfalls mit der sich anbahnenden Lösung zufrieden sein wird. Bei dem Fleischautomaten habe es sich um eine Anlage gehandelt, die vollkommen genehmigungsfrei aufgestellt werden durfte. Die Baurechtsbehörde musste nicht eingeschaltet werden. Dass das Aufstellen des Automaten zu den gegebenen Ausmaßen geführt hat, sei in keinster Weise zu erahnen gewesen.

Der Automat auf dem Grundstück von Bernhard Silberer steht so ungünstig, dass im Nachbargebäude ein Dauerbrummen zu hören ist. Familie Heitz, die mit einem Plakat "Fleischautomat gegen Lebensqualität" ihren Unmut zum Ausdruck brachte, konnte sich mit einer selbstgebauten Schallschutzwand gegen das Brummen schützen, jedoch nicht gegen die ausgehenden Frequenzen, die letztlich die Schlafstörungen verursachten, wie ein Sachverständiger feststellte.

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