E-Werk setzt auf erneuerbare Energien Bis zu drei neue Windräder auf dem Langenhard

Felix Gieger
Drei Windräder stehen bereits auf dem Langenhard – das E-Werk Mittelbaden prüft aktuell die Möglichkeit, weitere Anlagen südlich davon zu errichten. Foto: Bender

Strom war noch nie so teuer wie jetzt; wie es weitergeht, weiß keiner – auch das E-Werk Mittelbaden nicht. Deshalb will das Unternehmen weiter in erneuerbare Energie investieren. Auf dem Langenhard könnten weitere Windräder entstehen.

Lahr – Als Lahrs Oberbürgermeister Markus Ibert in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender des E-Werks am Freitag die Bilanzpressekonferenz eröffnete, gab er direkt die Richtung vor: "Energie ist ein Thema, das uns bewegt." Der Rathauschef sprach von einer "historischen Entwicklung". Diese bekommt aktuelle jeder Verbrauch zu spüren.

Explodierende Preise: "Wir haben eine Situation, die in der Energiewirtschaft noch nie so aufgetreten ist", sagte E-Werk-Vorstand Ulrich Kleine. Bereits zum Ende des abgelaufenen Jahres hätten die steigenden Preise das Konzernergebnis etwas belastet, spätestens seit dem Ukraine-Krieg schießen die Preise in ungeahnte Höhe, im Vergleich zu Januar 2021 sei der Börsenpreis um sage und schreibe 350 Prozent gestiegen, so Kleine. Auch die Experten des E-Werks trauen sich derzeit nicht zu, eine Prognose für die Entwicklung des Strompreises zu geben. Entlastung sei jedoch nicht in Sicht. Er sei sich "ziemlich sicher", dass der Strompreis nicht mehr auf das Niveau der 2000er- und 2010er-Jahre zurückgeht, sagte Kleine.

Mehr erneuerbare Energien: Rund 24 Prozent des Stroms im Netzgebiet kam vergangenes Jahr aus erneuerbaren Energien. Aber: "2021 war etwas windschwach", so Kleine, der die erneuerbaren Energien mit Blick auf die hohen Preise auch als Chance sieht. "Die hohen Energiekosten geben Neuinvestitionen und zusätzlichen Technologien neue Chancen", sagte der E-Werk-Vorstand. Im Bereich Photovoltaik seien die Auftragsbücher voll, berichtete Martin Wenz, Leiter Erzeugung und Finanzen beim E-Werk.

Windräder am Langenhard in Planung:  Derzeit betreibt das E-Werk zehn Windräder, weitere seien in Planung, hieß es am Freitag. Ein Standort der "Projektagenda Wind" ist der Langenhard, dort stehen bereits drei Räder. Der südlichere Bereich, Richtung Sulz und Kippenheim, sei nach aktuellen Untersuchungen ein guter Standort für zwei bis drei neue E-Werk-Windräder, sagte Kleine. Die Auswertung von Messungen sowie naturschutzrechtliche Prüfungen laufen, "um zu schauen, auf welchen genauen Standorten die Anlagen am besten stehen können", erklärte Kleine. Danach würde die Kommunikation mit Behörden und Anwohnern folgen. Eine genaue Zeitplanung gibt es noch nicht, als grobe Richtung für das Langenhard-Projekt nannte Kleine das Jahr 2030.

Hitze sorgt für Stromausfälle: Nicht nur in Lahr gab es zuletzt wetterbedingte Stromausfälle. Dieses Problem habe man nicht nur in der Region, so Kleine. Dort, wo ältere Kabel mit neueren verbunden sind, bestehe – vor allem bei extrem trockenem Boden – die Gefahr von Überspannung. Komplett behoben bekomme man dieses Problem nicht. "Aber dafür haben wir Störungsgruppen", so Kleine.

E-Mobiltät nimmt etwas zu: Schlangen an den Ladesäulen gebe es zwar noch nicht, die Entwicklung der E-Mobiltät bewertet der E-Werk-Chef jedoch "positiv". Anfragen gebe es vor allem aus dem privaten Bereich sowie von Unternehmen, die Ladesäulen für Mitarbeiter installieren wollen.

Lahrer Rechenzentrum soll 2025 fertig sein: Gemeinsam mit der Firma Leitwerk wird auf dem Flugplatzgelände ein Rechenzentrum gebaut. 2025 soll es in Betrieb gehen, bis dahin deckt das Zentrum in Appenweier den Bedarf.

Info - Bilanz

Im Geschäftsjahr 2021 hat das E-Werk 416,5 Millionen Euro Umsatz gemacht, am Ende stand ein Gewinn von 13,1 Millionen Euro. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Gewinn nahezu konstant. An die Kommunen – unter anderem die Stadt Lahr – wurden insgesamt zehn Millionen Euro ausgeschüttet.

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